Lustig, kritisch, skurril: Kabarettabend mit Chin Meyer

Kultur + Gesellschaft Von Redaktion | am Do., 21.02.2019 - 14:06

CELLE. So voll ist es in der Volksbank Celle selten. Schon gar nicht an einem Mittwochabend. Doch gestern gastierte Kultur querbeet bereits zum vierten Mal in seinem 18-jährigen Bestehen in der Filiale an der Stechbahn. Künstler des Abends vor ausverkauftem Haus: Chin Meyer, Deutschlands bekanntester Finanzkabarettist.
Finanzkabarett in einer Bank – kann das gut gehen? „Gewagt“, sagen die einen, „mutig und genau richtig“ die anderen. Letztere sollten Recht behalten. Schon mit seiner Begrüßung nimmt Chin Meyer die Besucher  für sich ein: „Herzlich willkommen in der Kreissparkasse!“ Volltreffer. Er sinniert über verliehene Macht, die smarte Gesellschaft und fragt sich, ob die Menschheit schon bereit sei für künstliche Intelligenz, wenn sie sich doch mit der natürlichen Intelligenz schon so schwer tue. Metaphernreich bricht er die Dieselkrise auf den "Hausgebrauch" herunter, erklärt Investitionsmodelle am Beispiel von Eheschließungen und Leerverkäufe anhand verliehener Bohrmaschinen – stets unter Einbeziehung des Publikums, das sich durchweg als äußerst schlagfertig erweist.

Brillant begleitet wird Chin Meyer am Klavier von Claus-Dieter Bandorf, der nicht nur an den Tasten, sondern auch als indische Gottheit und Darth Vader eine gute Figur macht. Bestens in das Programm eingebunden avanciert er zum Publikumsliebling und wertet den ohnehin schon gelungenen Abend noch einmal auf. Nach mehr als zweieinhalb Stunden findet ein äußerst lustiger, bemerkenswert kritischer und angenehm skurriler Kabarett-Abend ein Ende. Chin Meyer und Claus-Dieter Bandorf dürfen sicher gerne wiederkommen.