Mahnwache gegen AfD-Veranstaltung in Unterlüß

Politik Von Redaktion | am Di., 24.08.2021 - 15:38

UNTERLÜSS. Am Samstag, 28. August 2021, findet ab 15.00 Uhr vor dem Bürgerhaus in Unterlüß (Ecke Hermannsburger Straße / Waldstraße) eine Mahnwache gegen eine AfD-Veranstaltung statt. Die Initiativen 'Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus' und das 'Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus' haben die Mahnwache angemeldet. Zum Hintergrund teilen sie mit:

"Am Freitagnachmittag will die AfD im Bürgerhaus in Unterlüß eine Veranstaltung durchführen. Eigentlich sollte diese AfD-Veranstaltung ursprünglich in Uelzen stattfinden. Dort hat die AfD aber keinen Raum bekommen. Außerdem waren in Uelzen Proteste angekündigt worden. So hat sich die AfD schließlich für das Bürgerhaus in Unterlüß entschieden. Aber auch in Unterlüß wird es Proteste geben."

Weiter nennen die beiden Initiativen drei Gründe, warum sie sich "der 'Alternative für Deutschland' in den Weg stellen":

"1. Hetze gegen Geflüchtete
Die Alternative für Deutschland hetzt derzeit vor allem gegen Geflüchtete. Gezielt stellt sie dabei Zuwanderung und Flucht als gesteuerte und von Regierung, Opposition und Medien geförderte Bedrohung für Menschen, Land und Kultur dar. Sie verbreitet nationalistische, völkische Hetze und organisiert soziale Unzufriedenheit.

2. Gegen Demokratie und Teilhabe
Die AfD gibt vor, für Teilhabe und Demokratie zu kämpfen, weil sie für Volksentscheide ist. Tatsächlich will die AfD genau die Elemente der Demokratie schwächen oder abschaffen, die für die Interessenvertretung von Opposition und Minderheiten wichtig sind. Sie will dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Landeszentralen für politische Bildung, genauso wie Stiftungen oder Projekten gegen Diskriminierung und Nazis die Mittel entziehen.

3. Sexistisches Familienbild
Die AfD behauptet, dass sie sich für Familien einsetzt. Gemeint sind damit Vater-Mutter-Kind-Familien und darin vor allem die Männer. Damit schließt sie einen riesigen Teil der Gesellschaft aus."

Mit radikalen Forderungen wie einem EU-Austritt Deutschlands und einer komplett anderen Corona-Politik ziehe die AfD in den Bundestagswahlkampf. Auch in der Flüchtlingspolitik verschärfe sich weiter ihr Kurs. "Entwickelt sich die AFD immer mehr zur 'neuen NPD', fragt das Netzwerk Südheide. 

Bei der Kommunalwahl im thüringischen Wartburgkreis habe die NPD zur Unterstützung der AFD aufgerufen und „im Sinne der patriotischen Kräftebündelung" auf eigene Kandidaten verzichtet. Der Parteitag der AFD in Dresden habe deutlich gezeigt, dass sich die Partei programmatisch der NPD immer weiter annähere und in einigen wesentlichen Punkten kaum mehr von der NPD unterscheide, zitiert das Netzwerk Südheide die Facebook-Seite des NPD-Kreisverbandes.

"Unsere Alternative heißt: Solidarität. Wir wollen eine Welt, in der alle ohne Angst verschieden sein können, in der Kindern ohne Furcht oder Hass aufwachsen und in der alle die gleichen Rechte haben und die gesellschaftliche Unterstützung erfahren, die sie brauchen", so die Veranstalter der Mahnwache abschließend.

Foto: Bürgerhaus Unterlüß