Überfall auf Kiosk - Mann aus Celler Drogenszene vor Gericht

Gesellschaft Von Thomas Mitzlaff | am Mi., 25.03.2020 - 18:39

LÜNEBURG/CELLE. Er brauchte wieder Drogen und dafür war ihm jedes Mittel recht: Mit einem Küchenmesser bewaffnet stürmt Thorsten D. in einen Kiosk an der Celler Stechbahn, ruft "Überfall, Geld her". Es kommt zu einem Gerangel mit dem Verkäufer, D. stößt diesen schließlich die Kellertreppe hinunter. Dieses Szenario wirft die Staatsanwaltschaft dem 36-Jährigen vor, der sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Lüneburg wegen Raubes und Einbruchsdiebstahls verantworten muss. Kurz nach dem Überfall fasste ihn die Polizei, seitdem sitzt der Mann, der der Celler Drogenszene zugerechnet wird, in Untersuchungshaft.

Auf der Anklagebank sitzt ein bleicher Mann mit dunklen Augenringen. Als seinen Wohnort gibt er "Justizvollzugsanstalt Lüneburg, davor obdachlos" an. Aufrecht sitzend verfolgt Thorsten D., wie die Staatsanwältin die Anklage verliest. Danach soll er zunächst am 13. Oktober 2019 kurz vor 18 Uhr im Drogenrausch den Kiosk überfallen und nach dem Angriff auf den Verkäufer sich aus der Kasse einige Zehn- und Zwanzig-Euro-Scheine gegriffen haben.

Nur  zweieinhalb Stunden die nächste Straftat: Mit einem Gullydeckel, so die Anklage, wirft er die Schaufensterscheibe eines Fahrradgeschäftes in der Bahnhofstraße ein und stiehlt aus der Auslage ein Mountainbike im Wert von 499 Euro. Für die Staatsanwaltschaft ist es der klassische Fall von Beschaffungskriminalität: Mit den Taten habe der 36-Jährige seinen Drogenkonsum finanzieren wollen.  Im Raum steht eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. 

Der Verteidiger kündigt ein Geständnis für den nächsten Prozesstag am 15. April an. Dann sollen auch sechs Zeugen gehört werden. Ob allerdings alle erscheinen, scheint fraglich. Manch einer von ihnen sei tief in der Drogenszene verstrickt und könne an nichts anderes als Konsum denken, deutet der Verteidiger an. Das war es dann auch schon am ersten Verhandlungstag. Die Justizbeamten legen Thorsten D. Handschellen an und bringen ihn zurückt in die Untersuchungshaft.