Massenpöbelei im Metronom - 80 Beteiligte erwarten Strafverfahren

Polizei + Feuerwehr Von Redaktion | am Do., 10.09.2020 - 22:04

LÜNEBURG/BARDOWICK/WINSEN. Zu einem Polizeieinsatz aufgrund von Pöbeleien, Anfeindungen und einer versuchten Körperverletzung im Verlauf einer Fahrscheinkontrolle kam es heute Morgen im Bereich des Bahnhofes in Bardowick.

Gegen 09:45 Uhr waren nach derzeitigen Ermittlungen mehr als 80 Reisende am Bahnhof Lüneburg in einen Zug der Metronom-Eisenbahngesellschaft mbH in Richtung Hamburg gestiegen. Bei der Kontrolle der Fahrausweise durch das Zugbegleitpersonal konnten keine Fahrscheine vorgelegt werden. Weiterhin begannen die Reisenden die Zugbegleiterin anzufeinden und es kam zu Pöbeleien gegenüber der Mitarbeiterin der Metronom. In Folge dessen stoppte der Betreiber den Zug am Bahnhof in Bardowick. Polizeibeamte waren zu diesem Zeitpunkt nicht im Zug.

Bei den Reisenden handelte es sich um Teilnehmer einer vorherigen Demonstration der kurdischen Jugendbewegung, die bereits seit dem 5. September 2020 verschiedene Demonstrationen in Hannover und den Landkreisen Celle, Uelzen, Lüneburg und Harburg durchgeführt hat. Nach zwei Übernachtungen in einem Camp in Lüneburg waren die Personen auf dem Weg über Winsen/Luhe nach Hamburg.

Die betreffenden Personen sowie deren Begleiter blieben uneinsichtig, so dass die Bundespolizei Maßnahmen zur Sicherung  der Strafverfahren einleitete und die Personalien der Beschuldigten feststellte. Auf dem Gelände des Bahnhofs in Bardowick waren große Teile der Personen weiter unkooperativ und griffen Polizeibeamte durch Treten und Schlagen an. Einige Beamte erlitten leichte Verletzungen. Deshalb waren die Beamten gezwungen, unmittelbaren Zwang sowie in einem Fall auch Pfefferspray einzusetzen.

Bei mehr als 80 Personen wurde die Identität festgestellt. Alle erwartet ein Strafverfahren wegen Erschleichen von Leistungen und/oder wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Darüber hinaus ergab die Überprüfung der Personalien, dass sich etwa ein Dutzend der Reisenden unerlaubt in Deutschland aufhält (Verstoß gegen das Ausländergesetz), darunter auch drei Jugendliche.

Die Bundespolizei war mit mehr als 200 Beamten im Einsatz und wurde dabei im Umfeld auch durch Einsatzkräfte der Landespolizei unterstützt.