HANNOVER. Die IHK Niedersachsen fordert eine umfassende Digitalisierungsstrategie des Landes. Die in den Entschließungsanträgen der Regierungsfraktionen sowie der FDP-Fraktion aufgestellten Forderungen an die digitale Zukunft Niedersachsens sind nach Ansicht der Wirtschaft nicht weitgehend genug.

Um Niedersachsen und seine Wirtschaft optimal für die Digitalisierung aufzustellen, müssen neben Infrastruktur, Rechtssicherheit und Digitalisierung der Behörden weitere Maßnahmen erfolgen. Eine aktive Förderung digitaler Produkte und Prozesse, die gezielte Förderung digitaler Start-ups, ein schneller Ausbau digitaler Bildungsangebote in Schulen und Berufsschulen sowie die Unterstützung von Weiterbildung und Qualifizierung der Mitarbeiter sind aus Sicht der niedersächsischen Wirtschaft die weiteren notwendigen Bausteine. Dies fordert die IHKN in ihrer Stellungnahme zu den Entschließungsanträgen.

Eine zuverlässige Anbindung an die Breitband-Datennetze ist eine grundlegende Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen und den Ausbau einer effizienten Verwaltung. Bis der flächendeckende Glasfaserausbau abgeschlossen ist, sollten bei der Erschließung Gewerbegebiete sowie Unternehmens- und Gewerbestandorte auch in ländlichen Räumen Vorrang haben, um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit auch der mittelständischen Unternehmen in Niedersachsen zu erhalten. Zu den wichtigen Maßnahmen zählen aus Sicht der Wirtschaft darüber hinaus die Fokussierung der Fördermaßnahmen auf die skalierbare Glasfaserinfrastruktur sowie der Ausbau des 5-G-Funknetzes entlang der Verkehrswege an Land und zu Wasser.

Neben den notwendigen Anstrengungen für die Infrastruktur muss das Augenmerk auf weitere wichtige Maßnahmen gelenkt werden. Die Digitalisierung in den Unternehmen sollte stärker gefördert werden, vor allem in Bereich Forschung und Entwicklung. Weitere Bausteine können der Ausbau und die Weiterentwicklung von Netzwerkstrukturen sein, die gezielt Unternehmen bei der Digitalisierung oder beim Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft begleiten.

In ihrer Stellungnahme weist die IHKN darauf hin, dass die gezielte Förderung von Start-ups ein zentraler Baustein des Masterplans Digitalisierung sein sollte, da diese – meist auf digitalen Geschäftsmodellen basierend – an ihren Standorten spürbare Impulse setzen und Arbeitsplätze entstehen lassen.

Die Unternehmen stehen – auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels – vor der Herausforderung, das Digitalisierungs-Know-how ihrer Belegschaften auf- und auszubauen. Hier ist das Land gefordert, die Aus- und Weiterbildung entsprechend weiterzuentwickeln. Berufsschulen benötigen moderne Ausstattungen und Kompetenzen, mit denen der Nachwuchs die Zukunft der Arbeitswelt kennenlernen kann. Darüber hinaus sollte die Landesförderung von betrieblichen Weiterbildungen auf die Förderung von IT- und Technologiekompetenz fokussiert werden.

Die Stellungnahme der IHK Niedersachsen ist unter www.ihk-n.de/Stellungnahmen einsehbar.

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