Nach der letzten Vorstellung am Montagnachmittag baut Circus Krone seine Zelte ab und reist nach Lüneburg. Voraussichtlich mehr als 20000 Besucher (nach Angaben von Krone) haben dann in sechs Tagen einen bunten Mix aus Tiershow und Akrobatik erlebt, wie ihn Celle bisher nicht kannte. Als offizieller Medienpartner vom weltgrößten fahrenden Zirkus haben auch wir von CelleHeute einen gewissen „Affenzirkus“ hinter uns – und leider auch manche unsere LeserInnen.

facebook-shitstormSelbst ernannte „Tierrechtler“ überzogen uns mit einem bezüglich Polemik und Aggression beispiellosen „Shitstorm“ in unserer Facebook-Ausgabe – mit lediglich einem Tierfreund konnten wir einen Dialog starten, mit anderen war jede Diskussion unmöglich und seitens der Verfasser offenkundig auch nicht erwünscht. Damit entzogen sie all jenen eine Plattform, die durchaus berechtigte Zweifel äußern wolten – dazu später mehr.

Rechtes Gedankengut bei „Tierschützern“

Sie mussten offenbar lange suchen, um Zirkus-Gegner zu finden – denn bundes-, ja sogar europaweit hatten sie zu dieser konzertierten Aktion aufgerufen, unsere Seite mit Hetzbotschaften und Kampangen zu „spammen“. Dabei gab es mit kopierten Passagen an uns als „Radiossender“ zeitweise kuriose Züge, zeigte aber, dass sie sich weder mit uns noch mit Circus Krone auseinandergesetzt hatten. Über das „Bewertungssystem“ ist es ihnen dabei durchaus gelungen, dass wir nun auf Facebook um zwei Prozentpunkte schlechter beurteilt werden. Jenen „Spammern“ antworteten wir ebenfalls mit Spam. Man mag über die Herablassung auf das Niveau streiten, aber wir suchten eine Sprache, die sie verstehen – was gemessen an den aggressiven Reaktionen durchaus funktionierte. Sie können uns gern als dumm bezeichnen, aber sie dürfen unsere Leser nicht für dumm verkaufen.

Sind Wildtiere im Zirkus noch zeitgemäß?

Krone 5Unter ihnen neben alles sagenden (und bei Facebook übrigens verbotenen) Pseudonymen wie „Tibble Tibbleline“ oder „Anni Wunderbar“ auch die Bundesvorsitzenden der so genannten Tierschutzpartei Bettina Jung und Luise Wenkheimer, wo Vorstandsmitglieder aufgrund mutmaßlich rechtsradikaler Gebaren der Mitglieder vor wenigen Wochen zurückgetreten waren (siehe Statement Stefan Bernhard Eck, ehem.Vorsitzender) Unsere durch den Shitstorm erst geweckte Neugier zu mutmaßlichen und vermeintlichen Tierrechtlern förderte erschreckend viele Verbindungen zur rechtsextremen Szene zu Tage. Wir wollen diese nicht kommentieren (bei Interesse einfach googlen, Beispiel HIER) – aber die Art und Weise der Instrumentalisierung ihrer Mitglieder und Diffamierung Andersdenkender zeigen deutliche Parallelen zu „braunen Handlungsweisen“ auf.

Damit erweisen sie tatsächlich ambinionierten Tierschützern einen Bärdendienst. Denn es ist durchaus erlaubt zu fragen, ob Wildtiere im Zirkus noch „zeitgemäß“ sind und sich über Haltungsbedingungen zu informieren. Gerade bei diesem konkurrenzlosen Show-Angebot in Sachen Akrobatik, Kunst und Witz des Circus Krone wird auch dieser an der Frage nicht vorbeikommen. Viele Besucher waren sich einig, dass die Jubiläumsshow auch ohne Wildtiere „funktioniert“ und ihren Eintritt wert wäre.

Es ist allerdings nicht erlaubt, sich als selbst ernannte Scharfrichter über das Gesetz zu stellen und sowohl Zirkus, Medium als auch allen Besuchern pauschal illegale Machenschaften und Förderung von Tierquälerei zu unterstellen. Die affektierte Entrüstung über entsprechendes Löschen beleidigender Kommentare und das Pochen auf „Recht auf Meinungsfreiheit“ zeigt, dass jene beim Fordern nach vermeintlichem Recht sehr laut sein können, während ihnen Fakten völlig egal sind – auch jene, dass es, ohne die Bedingungen an sich miteinander vergleichen zu wollen, keine „artgerechte Haltung“ in der Obhut von Menschen, egal in welcher Form, geben kann – egal ob Hund in einer engen Zweizimmerwohnung, Vogel im Käfig oder Pferde, die über Stangen hüpfen. Offenbar da viele Tieraktivisten jene Tierhaltung selbst praktizieren, sind sie hier erstaunlich leise. Darüber, dass Postings auch über Smartphones erfolgten, die nicht wirklich unter menschenwürdigen Bedingungen produziert wurden, wollen wir gar nicht erst reden – denn das Menschenrecht scheint dem der Tiere ohnehin untergeordnet zu sein.

Meinungsfreiheit erlaubt nicht das Verbreiten von falschen Fakten

meinungsfreiheit

Zeichnung: Randall Munroe alias xkcd

Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Meinung, aber kein Mensch hat das Recht, falsche Fakten zu präsentieren. Meinungsfreiheit bedeutet ebenfalls nicht, alles und überall sagen zu dürfen. Sie besagt lediglich, dass jemand wegen seiner Meinung nicht verfolgt werden darf – dennoch sind beleidigende, rassistische oder strafverherrlichende Kommentare ebenfalls ein Fall für den Anwalt. Wenn wir deswegen Kommentare löschen, ist das keine Einschränkung dieses hohen Gutes und demnach keine Zensur. Jeder kann sie weiterhin äußern – aber niemand ist verpflichtet, sich diese überall anzuhören zu müssen, auch wir nicht. Wir zwingen Sie schließlich auch nicht, diesen Text bis zum Ende zu lesen, geschweige denn CelleHeute überhaupt zu lesen – umso absurder mancher Protest – aber Sie haben damit Ihre Chance gehabt, sich wirklich eine Meinung zu bilden. Dafür ist CelleHeute da – nicht um eine Meinung vorzukauen und nicht, um sich vor irgendeinen Karren spannen zu lassen, auch wenn dieser noch so gut gemeint ist und auch nicht, um dafür da zu sein, wie Sie uns haben wollen. Jeder hat das Recht, sein (übrigens kostenloses!) „Abo“ zu kündigen.

Respekt gegenüber Tier… und Mensch

Mit diesem Linktipp, Gedanken zum Tierschutz aus Sicht der Circus Krone-Tierdompteure Martin und Alexander Lacey. verabschieden wir uns von sechs abwechslungsreichen Tagen auf dem Schützenplatz. Wenn Sie Tierschutz ernstnehmen, nehmen Sie sich doch bitte die Zeit, die Meinung „direkt von der Quelle“ zu erfahren. Sie müssen diese nicht teilen – aber Tierschützer verlangen Respekt gegenüber Tieren, sollte dieser nicht auch gegenüber Menschen möglich sein?

 

***Hinweis in eigener Sache: Im Artikel werden Methoden einzelner „Tierrechtler“ offengelegt und hinterfragt. Leider handelt es sich hier um keinen geschützten Begriff und wird oft mit Tierschutz allgemein in einen Topf geworfen. Uns liegt es sehr fern, jene meist ehrenamtlich sich für Tiere aufopferungsvoll einsetzende Menschen zu verunglimpfen und hoffen, dass Sie erkennen, wen wir im Artikel konkret ansprechen. Wenn Sie den Artikel aufmerksam lesen, sind wir überzeugt, dass Ihnen das gelingt.***

 

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