Meißendorfer Fallschirmspringer landen bei Deutscher Meisterschaft auf Platz eins

Sport Von Redaktion | am Mi., 04.09.2019 - 22:37

KASSEL/MEISSENDORF. Die Fallschirmspringer aus Meißendorf waren erfolgreich bei der Deutschen Meisterschaft in Kassel mit insgesamt drei Teams vertreten. Neben dem bekannten Achter-Formationsteam „MeightO“ (DM-Sieger Einsteigerklasse 2017) und dem Zweier-Kappenformationsteam „Meidou“, war ein besonderes Augenmerk auf das noch junge Vierer-Formationsteam „SharkMeido“ gerichtet, das im vergangenen Jahr sein Debüt auf der DM in Binz hatte und dieses Jahr mit ambitionierten Zielen in den Wettbewerb startete.

Bei Temperaturen um die 32°C und Sonnenschein begann der auf fünf Tage angesetzte Wettbewerb am Dienstag mit dem Vierer-Formationsspringen. Das Team aus Meißendorf hatte mit „nur“ 9 Punkten im ersten Sprung einen eher durchwachsenen Start, blieb aber in den nächsten Runden dran und kämpfte sich vom fünften Platz Stück für Stück in Richtung Podium. Das Teilnehmerfeld war mit zehn Teams stark besetzt und es zeichnete sich erst spät ab, wer das Rennen machen würde.

Das lokale Team aus Kassel patzte in Runde sechs, wodurch die Teams aus Bad Saulgau, Münster und die Meißendorfer etwas Abstand gewinnen konnten. Allerdings ging ab nun die Post ab und alle Teams zeigten hochkarätige Sprünge. In Runde sieben konnten alle vier Teams auf den oberen Rängen 15 Punkte verbuchen. In der achten Runde setzten sich die „Devils“ aus Münster mit einem bärenstarken 20 Punktesprung von ihren Verfolgern ab, selbst die „Sharks“ aus Meißendorf kamen mit 16 Punkten nicht an dieses Ergebnis heran und hatten nun vier Punkte Abstand zum Erstplatzierten.

In der neunten Runde konnte das Meißendorfer Team seinen Abstand um einen Punkt verringern und zeigte mit einem 25 Punktesprung, dass es sich noch nicht aufgegeben hatte. Die „Devils“ wussten von dem Ergebnis der „Sharks“ bevor sie zur alles entscheidenden Runde in den Flieger stiegen und standen nun unter dem Druck der Verfolger. Beide Teams sprangen die letzte Runde am Freitagabend. Die Bekanntgabe der Ergebnisse erfolgte erst am darauffolgen Tag. Ein Indiz, dass es eng werden könnte, war der Zeitpunkt des angekündigten Livejudgings (Samstagvormittags). Damit hätte die Wettbewerbsleitung noch genügend Zeit gehabt, um bei Gleichstand den „Jump-Off“ (ähnlich eines „golden Goals“ beim Fußball) einzuplanen. Die Spannung am Samstagmorgen war für die Teams kaum auszuhalten. Alle anderen Wettbewerbsteilnehmer, die nicht in der Luft waren, versammelten sich im großen Hangar zur Bekanntgabe der Ergebnisse. Die Videos wurden vom letztplatzierten der neunten Runde aufwärts gezeigt.

Nachdem bekannt war, dass die Saulgauer einen Podiumsplatz sicher hatten, wurde das Video der „Sharks“ gewertet. Mit 27 Punkten, war es der beste Sprung für das Team und es gab großen Beifall. Die „Devils“ brauchten nun mindestens 24 Punkte für den Jump-Off oder 25 Punkte, um direkt zu gewinnen. Als das Video der „Devils“ ausgewertet wurde, war es in der Halle, mit über 250 Zuschauern, totenstill. Trotz einer starken Leistung schafften die Springer aus Münster nur 23 Punkte und somit stand der Sieger fest. Mit sichtlicher Erleichterung und unter Jubel der Zuschauer umarmte sich das Team aus Meißendorf und feierte seinen Sieg.

Auch das Achterteam konnte im diesem Jahr seinen Punkteschnitt um zwölf Punkte verbessern und hatte die Möglichkeit, sich mit dem drittplatzierten Team von der Weltrangliste aus Katar zu messen, welches als Gästeteam geladen war, allerdings außerhalb der nationalen Wertung sprang. "Insgesamt war es eine sehr gelungene Veranstaltung und der 'kleine Sprungplatz aus dem Norden' (Zitat vom Bundestrainer und Ausrichter der DM), hat wie ein kleines gallisches Dorf gezeigt, dass man jederzeit mit ihm rechnen muss.