Migranten zu Gesundheitsmediatoren ausgebildet

Medizin Von Extern | am Fr., 13.12.2019 - 16:50

CELLE. Mit der feierlichen Überreichung der Zertifikate wurden gestern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten "MiMi"-Schulung im Landkreis Celle als Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren ausgezeichnet. Vierzehn Männer und Frauen mit Migrationshintergrund haben erfolgreich an einer Fortbildung zum deutschen Gesundheitssystem teilgenommen und werden künftig in dem Multiplikatoren-Projekt des Gesundheitsamtes des Landkreises Celle mitarbeiten, teilt die Kreisverwaltung mit.

"Nach 50 Unterrichtsstunden werden sie ihre Kenntnisse selbständig im Rahmen von kultursensiblen Informationsveranstaltungen an kleine Gruppen von Zugewanderten weitergeben. Der muttersprachliche Ansatz ermöglicht es, Menschen zu erreichen, die sonst zum Beispiel auf Grund von fehlenden Sprachkenntnisse nicht in der Lage sind, Präventionsangebote der Gesundheitsversorgung wahrzunehmen", teilt der Landkreis mit.

2014 wurde „MiMi", das für „Mit Migranten - für Migranten" steht, im Landkreis Celle in Kooperation mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. und dem Jugendmigrationsdienst Celle etabliert. „Unser Ziel ist es, Migrantinnen und Migranten einen besseren Zugang zu Gesundheitsförderung und Prävention anzubieten. Das wird mit dem Projekt sehr gut erreicht", sagt Ulrike Brinken aus dem Team Migration und Integration.

Der Jugendmigrationsdienst (JMD) als Kooperationspartner war Gastgeber der Schulung, die in den Räumen in der Wehlstraße stattfand. „Für die Mediatoren stellt das Projekt eine echte Chance dar, Erfahrungen im Gesundheitsbereich zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und konkrete Schritte in Bezug auf die eigene berufliche Zukunft zu gehen", so Kristin Fuhrberg, Sozialpädagogin im JMD.

Themen der Ausbildung waren unter anderem „Kindergesundheit und Unfallprävention", „Impfschutz", „Alter und Pflege", „Diabetes", „Schwangerschaft und Familienplanung" sowie „Seelische Gesundheit". Geschult wurden die zukünftigen Multiplikatoren darüber hinaus auch in Präsentations- und Moderationstechniken.

„Ich bin sicher, dass Sie eine wichtige ergänzende Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit im Gesundheitsbereich leisten werden", sagt Carsten Bauer, Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Celle und einer der Referenten der Schulung. Das Projekt ist laut Kreisverwaltung mit der Schulung gut aufgestellt, um künftig den Bedarf an Gesundheitsinformationen auf Kurdisch, Farsi und Arabisch zu decken. Aber auch für andere Sprachen stünden zertifizierte Mediatorinnen und Mediatoren zur Verfügung.

Institutionen, die an den kostenlosen Veranstaltungen interessiert sind, können sich telefonisch (0160 2390629) oder per Mail (Suzan.Yilmaz@LKCelle.de) an die Projektkoordinatorin Suzan Yilmaz wenden.

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