Miklas Manneke zeigt seinen für Student-Oscar nominierten Film „Kanye Kanye“

Miklas Manneke (24) ist Filmregisseur und Drehbuchautor. Im vergangenen Jahr hat er sein Studium an der Filmhochschule AFDA in Johannesburg (Südafrika) so erfolgreich beendet, dass sein Examensfilm für den Student-Oscar nominiert wurde. Miklas Manneke war einer von neun Kandidaten in der Kategorie: Bester Kurzfilm eines ausländischen Studenten. Im Juni vergangenen Jahres fand die Preisverleihung in Los Angeles statt. Kristina Yee aus Großbritannien erhielt den Student-Oscar. Auch wenn Miklas den Preis nicht erhalten hat, so ist sein Film allein durch die Nominierung weltweit bekannt geworden. Seit einem halben Jahr wird der Film global auf vielen Filmfestivals gezeigt, u.a. in Los Angeles, Sydney, Edingborough und Berlin. In Chicago, New York und St-Georges de Didonne in Frankreich hat er sogar die Filmfestivals gewonnen. Der Film ist in diesem Monat auch für den „South African Film and Television Award 2014“ nominiert worden.

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Am Sonntag, dem 6. April 2014, wird der Film um 16.30 Uhr auch in Unterlüß gezeigt. Kein Wunder, denn Miklas ist der älteste Sohn des Unterlüßer Pastors Wilfried Manneke. Der Film „Kanye Kanye“ wird im Gemeindehaus der Ev.-luth. Friedenskirche, Schulstraße 9, in Unterlüß gezeigt. Anschließend ist ein Gespräch mit Miklas Manneke über seinen Film eingeplant.

Irgendwo in Südafrika. Ein fiktives Township. Blechhütten, flirrende Hitze, verlassene Straßen. So beginnt der Film mit dem Zulu-Titel "Kanye Kanye“ (deutsch: „Zusammen"). Aber warum sind die Straßen leer? Das ist das Besondere am Film des 24jährigen Deutsch-Südafrikaners Miklas Manneke: Mitten durch das Dorf führt eine unübersehbare Grenze. Unweigerlich denkt man an die Berliner Mauer, vor allem aber an die ehemalige Trennung der südafrikanischen Bevölkerung während der Zeit der Apartheid. Bis 1994 wurden Schwarze von Weißen durch rassistische Gesetze strikt voneinander getrennt.

In seinem Film hat Manneke die Farben ausgetauscht: Auf der einen Seite leben die "Grünen", auf der anderen die "Roten". Die Häuser sind grün oder rot angestrichen, die Menschen tragen ausschließlich grüne oder rote Kleidung. Sogar die Bilder an der Wand, der Wein, die Nahrungsmittel sind in der entsprechenden Farbe gehalten. Die Bewohner der einen Seiten wollen mit denen der anderen nichts zu tun haben - keine Kommunikation, kein Austausch. Nichts. Als sich Thomas, ein Junge aus dem grünen Lager, zu nah an die Grenzlinie heranwagt, giftet ihn seine Mutter an: "Es ist so. Es war immer so. Akzeptiere das!" Thomas, gespielt von Gundu Ramilifho, denkt aber gar nicht daran. Bei einem seiner Ausflüge hat er sich nämlich in Thandi (Bongeka Sishi) verguckt, ein "rotes" Mädchen.