"Militärluftfahrt, Weltraum und Heide": Gemeinsamer Jahresempfang von Standort und Gemeinde in Faßberg

Von Redaktion | am Do., 21.01.2016 - 18:22

FASSBERG. Der Kommandeur des Technische Ausbildungszentrums der Luftwaffe (TAusbZLw) und Standortälteste Faßberg, Oberst Gerhard Hewera, eröffnete den diesjährigen gemeinsamen Jahresempfang des Standortes und der Gemeinde Faßberg sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der Airbus Defence und Space (DS) im Soldatenheim Oase in Faßberg. Der diesjährige Jahresempfang stand ganz im Zeichen des 60-jährigen Bestehens des Fliegerhorstes Faßberg in der Hand der Bundeswehr.



Zu Beginn seiner Rede begrüßte Hewera neben rund 160 Gästen auch den stellvertretenden Landrat des Landkreises Celle und Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) Henning Otte. Darüber hinaus hatten es sich der Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages, Maximilian Schmidt, und die Bürgermeister der Stadt Bergen, Rainer Prokop, und der Gemeinde Südheide, Axel Flader, nicht nehmen lassen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Für die Städte Celle und Munster waren Heiko Gevers und Heinz Wagner anwesend.

Anstehenden Aufgaben zusammen lösen

„Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst“, zitierte der Standortälteste den Automobilhersteller Henry Ford zu Beginn seiner Rede und unterstrich, dass das Jahr 2016 durch alle als Motor genutzt werden solle, um die anstehenden Aufgaben und Anforderungen zu lösen. Zunächst ging der Oberst auf die andauernde Zuwanderung flüchtiger Menschen ein und sagte, dass auch das TAusbZLw seit Ende November des vergangenen Jahres mit Soldaten die Caritas in Bremen-Vegesack beim Betrieb einer Notunterkunft unterstützt hatte.

Seit Beginn des Jahres 2016 ist das Ausbildungszentrum nunmehr mit der Bremer Landespolizei bei der Registrierung der ankommenden Flüchtlinge und Asylsuchenden im Einsatz. Im Verlauf der Ausführungen ging Hewera auf den derzeit aktuellen Einsatz der Bundeswehr in Syrien ein, mit dem die internationale Allianz gegen den „Islamischen Staat (IS)“ auch durch Deutschland militärisch unterstützt wird. Ebenso zeigte er auf, dass das veränderte sicherheitspolitische Umfeld sowie die Veränderungen innerhalb der Bundeswehr auch wesentliche Gründe für ein neues Weißbuch seien, dass seitens der Bundesverteidigungsministerin für 2016 angekündet worden ist.

Blick auf den Fliegerhorst

Mit Blick auf den Fliegerhorst Faßberg sagte Hewera, dass der Fähigkeitstransfer, also der Unterstellungswechsel der technisch-logistischen Ausbildung für die Hubschrauber TIGER und NH90 von der Luftwaffe an das Deutsche Heer, das sichtbarste Zeichen der jüngsten Bundeswehrreform in Faßberg waren. „Anzumerken gilt dabei noch, dass sowohl die Ausbildung für den Kampfhubschrauber TIGER bei der DFAT als auch die Schulung für den NH90 an der VI. Inspektion des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums in Faßberg verblieben. Somit gestalten sich die dienstliche Zusammenarbeit und auch das außerdienstliche Zusammenleben weiterhin sehr positiv“, so der Standortälteste.

Beim Transporthubschrauberregiment 10 ‚Lüneburger Heide‘ war das Jahr 2015 insbesondere geprägt durch die beginnende Einsatzvorbereitung für die EU (Europäische Union)-Battlegroup und die Übernahme der Verantwortung für den Anteil Hubschrauberkräfte des Heeres bei Militärischen Evakuierungsoperationen. Darüber hinaus war das Regiment an diversen Übungen im In- und Ausland involviert. Im weiteren Verlauf präsentierte Oberst Hewera die diesjährigen Termine zum 60-jährigen Bestehen des Fliegerhorstes. So wird als einer der Höhepunkte des Jahres die Big Band der Bundeswehr am 22. Juni 2016 auf dem Schützenplatz in Faßberg auftreten. „Bei all den Herausforderungen, Einsätzen im In- wie im Ausland, Unterstützungsleistungen und vieles mehr stellt sich die Frage „Wie ist das alles schaffbar?“ - Dies alles funktioniert nur ZUSAMMEN“, unterstrich Hewera abschließend und übergab das Mikrofon an Bürgermeister Bröhl, der den Ball hinsichtlich der Zusammenarbeit gerne aufnahm.

„Militärluftfahrt, Weltraum und Heide“ ist ein gemeinsames Motto

„Der Neujahrsempfang findet zum zweiten Mal in diesem Rahmen statt: Die Idee ist aus dem vor einigen Jahren gegründeten Kuratorium der Gemeinde entstanden, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, als institutionelles Gremium die überregional und regional wirkenden Akteure in der Gemeinde zusammenzubringen, um für alle Seiten die doch sehr unterschiedlichen Potenziale der Gemeinde in jeder Hinsicht zu entwickeln. Sie wundern sich?“, fragte Bröhl eingangs. Faßberg sei zwar nicht der Nabel der Welt, aber auch nicht irgendwer, irgendwo im Nirgendwo. So gelte es, die Potenziale aufzuzeigen, um Interessierte zu gewinnen und negative Trends abzumildern oder nicht entstehen zu lassen.

Das gemeinsame Motto „Militärluftfahrt, Weltraum und Heide“ sei ein Leitspruch, der die differenzierten Strukturen hier charakterisiere und für die Partnerschaft im Orte stehe. Im weiteren Verlauf ging der Bürgermeister auf die Flüchtlingssituation in der Gemeinde ein und dankte Allen, die sich haupt- und ehrenamtlich für eine erfolgreiche Integration einbringen. Bröhl appellierte an die Bereitschaft aller Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, sich weiter in Vereinen zu engagieren, um auch weiterhin ein funktionierendes Gemeinwesen erhalten zu können. „Für die örtliche Gemeinschaft und die gesellschaftliche Infrastruktur ist ein lebendiges und intaktes Vereinsleben unverzichtbare Basis und Fundament sozialer Interaktion“, so der Bürgermeister, der abschließend dem Landkreis Celle, den Dienststellen des Fliegerhortes sowie dem Rat und der Verwaltung der Gemeinde und allen Ehrenamtlichen für die geleistete Arbeit dankte.

Appell für das Ehrenamt

Als letzter Redner ging auch der stellvertretende Landrat, Henning Otte, kurz auf die „epochale Herausforderung“ der Flüchtlingskrise ein. Ein weiteres Thema war die einsatzbedingte Auslastung der Bundeswehr. So dürfe die Parallelität der Einsätze die Bundeswehr nicht überfordern. Ebenso wie der Bürgermeister hob Otte hervor, dass das Ehrenamt gestärkt werden müsse, um die gesellschaftlichen Aufgaben zu meistern. Untermalt wurde die Veranstaltung durch das Blechbläserensemble des Heeresmusikkorps Kassel unter der Leitung von Hauptfeldwebel Domink Seegel.
Text: Paul Hicks
Fotos: Carsten König