HANNOVER. Zehn Prozent der Bevölkerung sind von Lymphödemen betroffen, sagt Dr. Christine Schreiber vom Gefäßzentrum Hamburg. Es handelt sich um Wassereinlagerungen, die zu Schwellungen der Extremitäten und im Körperstamm führen. Die Krankheit werde selten erkannt und häufig jahrzehntelang falsch behandelt. So erging es auch dem ehemaligen Krankenpfleger Karl-Heinz Röder. Inzwischen ist er in regelmäßig fachkundiger Behandlung und engagiert sich für Aufklärung und richtige Versorgung der Betroffenen. Unterstützt von seiner Gewerkschaft ver.di hat er mehrere sehr gut besuchte Informationsveranstaltungen in der Heide durchgeführt.

An seiner Seite hat er die überregional tätige Selbsthilfegruppe Lily Turtles aus Winsen/ Aller. Gemeinsam werben sie dafür, dass das Thema Lymphödeme in der Ärzteausbildung detaillierter behandelt wird und dass es in allen Regionen Kliniken gibt, die Lymphödeme erkennen und behandeln können. Bisher sei die medizinische Versorgung in Norddeutschland nur in einigen Großstädten möglich. Röder ist in der Szene sehr bekannt, steht regelmäßig der Ärzteausbildung in Hamburg zur Verfügung und bekommt viele Anfragen von Menschen, die von dieser Krankheit betroffen sind. Auf seine Initiative hin, fand nun ein Gespräch mit Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt statt, an dem neben Dr. Schreiber und Karl-Heinz Röder auch Katja Wagner von den Lily Turtles und Dr. Ernst-Günther Mörsel (Arzt und Betriebsrat im AKH Celle) sowie der Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt (SPD) teilnahmen.

Die Ministerin erklärte, die Forderungen der Delegation unterstützen zu wollen. Sie könne sich vorstellen, dass das AKH Celle „Lymphologisches Zentrum“ wird. Die Klinik solle dazu einen Antrag ans Sozialministerium stellen. Natürlich müssten dazu Bedingungen erfüllt werden – Ärzte müssten die Zusatzbezeichnung „Lymphologie“ erwerben. „Nach langen Abwehrhaltungen aus der Politik, ist das ein erster Erfolg für die Gesundheit von zehn Prozent der Bevölkerung“, freut sich Gewerkschafter Karl-Heinz Röder.

Text: Anne Bösche

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