Mitmachen bei der "Stunde der Wintervögel"

Umwelt Von Extern | am Di., 05.01.2021 - 17:03

CELLE. Ab kommendem Freitag rufen der NABU und sein bayerischer Partner LBV wieder alle Vogelfreunde dazu auf, bei der „Stunde der Wintervögel“ die gefiederten Gäste im Garten, am Balkon oder im Park zu beobachten und zu melden. Die „Stunde der Wintervögel“ ist laut NABU die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt, über 1.200 davon allein in der Region Heide-Wendland. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in den hiesigen Gärten, Feldsperling und Kohlmeise folgten auf Platz zwei und drei.

„Wir erleben aktuell, dass viele Menschen in die verschneiten Regionen fahren, um ein positives Naturerlebnis zu erfahren. Doch das können sie ebenso direkt vor ihrer Haustüre bekommen“, ist sich Andrea Pohlen, Regionalgeschäftsführerin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland sicher. „Denn gerade jetzt im Lockdown kann unsere Mitmachaktion für Jung und Alt für Spaß und ein schönes Naturerlebnis vor Ort sorgen“. Gezählt wird dabei eine Stunde lang im Zeitraum 08. bis 10. Januar. Alles dreht sich um die weitestgehend bekannten und häufigen Vogelarten wie Meisen, Finken und Spatzen.

„Bei Schnee, Regen und Kälte bietet das Zählen von Amsel, Drossel, Fink und Star eine willkommene Abwechslung“, sagt Andrea Pohlen. „Das ganze Jahr über verfolgen wir bereits mit Interesse, dass es die Menschen in die Natur zieht. Das merken zurzeit vor allem die bergigen Lagen, die sich vor Tagestouristen kaum noch retten können. Bereits bei der Frühjahrszählung, der 'Stunde der Gartenvögel', haben wir Teilnahmerekorde erreicht.“ Die Teilnehmenden können ihre Beobachtungen vom Wochenende bis zum 18. Januar melden, am einfachsten online unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

Seit dem Kälteeinbruch in Skandinavien vor etwa zwei Wochen sind laut NABU auch Einflüge von nordischen Vogelarten in den Gärten und Parks in Niedersachsen zu beobachten. So konnten bereits kleinere Gruppen von Dompfaffen, Bergfinken, Erlenzeisigen und Rotdrosseln gesichtet werden. „Diese in Skandinavien und anderen Ländern des Nordens brütenden Vögel halten sich manchmal sogar fast den ganzen Winter über auch in Norddeutschland auf und sind dann oft in Gärten und Parks zu beobachten“, berichtet Pohlen.

Mit Spannung erwarten die Vogelfreunde jedoch vor allem das Abschneiden der Blaumeise. „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen“, so Pohlen. Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Hotspots in Niedersachsen seien die Landkreise Ammerland, Oldenburg und Osterholz gewesen, aber auch in Ostfriesland gab es Krankheitsfälle. Für die Fachleute ist es interessant herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Mitmachen bei der „Stunde der Wintervögel“ ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stunde-der-wintervoegel.de bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.