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Bergen

Rollentausch gegen Mobbing – Bergener Käthe-Kollwitz-Schule nimmt an inklusivem Filmprojekt teil

08.11.2018 - 08:16 Uhr     Susanne Zaulick    0
Fotos: Susanne Zaulick

BERGEN. Jannik und Horst-Peter zielen abwechselnd auf den Basketballkorb. Da kommt Robert daher geschlendert. „Darf ich mitmachen?“, fragt er. Doch die beiden Jungen machen keine Anstalten, ihm den Ball zu geben. Die Bitte wird wiederholt und deutlich abgelehnt. Eine Schubserei entsteht. „Supergeil, Freunde“, tönt da plötzlich die Stimme von Tobias Milde aus dem Hintergrund. Der Medienpädagoge hat die gespielte Szene beobachtet und ist zufrieden.



Acht Jungen und Mädchen einer achten Klasse der Käthe-Kollwitz-Förderschule – Lernen und körperlich-motorische Entwicklung – haben gestern vor und hinter der Kamera gestanden um sowohl das schauspielerische als auch das technische Know-How zum Drehen eines Kurzfilms zu bekommen. Die etwas andere Unterrichtseinheit unter Anleitung zweier Mitarbeiter des Vereins „Blickwechsel e.V.“ aus Göttingen war zustande gekommen, weil die Klasse sich im Kurzfilmwettbewerb „Ganz schön anders..Für Inklusion. Gegen Ausgrenzung“ beworben hatte und nun eine von zwanzig Klassen in Niedersachsen ist, die für die Teilnahme mit Anleitung ausgewählt wurde. Beworben hatten sich insgesamt 120 Klassen aus Förder- und Regelschulen. Veranstalter des Kurzfilmwettbewerbs ist Blickwechsel e.V., der Verein für Medien- und Kulturpädagogik in Göttingen, zusammen mit dem Königsworth Medienbüro. Finanzielll gefördert wird das Medienprojekt von der Klosterkammer Hannover, von den Sparkassen in Niedersachsen und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK).

„Ich wollte mal was Besonderes abseits des Unterrichts ausprobieren“, begründet Klassenlehrer Jens Müller die Bewerbung. Im Mittelpunkt des Projektes steht inhaltlich das Thema „Mobbing“ und das sei auch in seiner Klasse „immer mal wieder Realthema“. Die filmische Auseinandersetzung kann laut Britta Kanabaja vom Verein „Blickwechsel“ dazu dienen, dass die Schülerinnen und Schüler einen anderen Blick auf Mobbing bekommen. „Vor der Kamera kann jeder das Mobbingopfer sein“, so die Medienpädagogin.

Auch darüber hinaus haben die Schüler bereits am ersten Tag Einiges gelernt. Für ihn sei alles neu gewesen, sagt Robert, angefangen vom Aufbau des Stativs bis hin zum Filmen. Die Resonanz der Schüler reicht vom coolen „war ok“ bis hin zu „hat Spaß gemacht“. Mit dem gestrigen Tag ist das Projekt noch lange nicht beendet. Bis zum 15. Februar hat die Klasse nun Zeit, „ihren“ Film zu produzieren. Eine Jury um den Parkour-Profi und Instagrammer Janis Geiger, sowie Schauspieler und Filmemacher prämieren die besten Kurzfilme am 3. April 2019 bei einer großen Film-Gala im Astor Grand Cinema in Hannover. Hauptgewinn ist eine Reise nach Berlin und der Besuch des Filmparks Babelsberg. Außerdem ist der Sieger für die Niedersachsen Filmklappe nominiert.

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