STADE/CELLE. Zielfahnder des LKA Niedersachsen haben gestern Abend den 20-jährigen bulgarischen Staatsangehörigen Sewerin K. aufgespürt, der die 30-jährige bulgarische TV-Journalistin Viktoria Marinova vergewaltigt, beraubt und ermordet haben soll. MEK-Kräfte des LKA haben den Mann dann kurze Zeit später in Stade festgenommen. Maßgeblich beteiligt waren auch Kräfte der Polizeidirektion Lüneburg und die Generalstaatsanwaltschaft Celle.

„Das ist ein toller Ermittlungserfolg für unsere Kräfte“, so LKA-Präsident Friedo de Vries. „Wieder einmal hat sich der europäische Haftbefehl bewährt; die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Justiz- und Polizeibehörden funktioniert vorbildlich“, ergänzt der Leiter der Rechtshilfeabteilung der Generalstaatsanwaltschaft Celle Christian Schierholt.

LKA-Präsident de Vries: „Nach entsprechenden Hinweisen der bulgarischen Sicherheitsbehörden haben unsere Zielfahnder und MEK-Kräfte innerhalb kürzester Zeit einen tollen Job gemacht – und ihn am Ende auch erfolgreich beendet. Trotz des bedrückenden Anlasses ein hervorragendes Beispiel, wie gut die länderübergreifende Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden in Europa funktionieren kann: Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Festnahme sind nur wenige Stunden vergangen.“

Innenminister Boris Pistorius ergänzt: „Ich freue mich sehr über diesen Ermittlungserfolg der niedersächsischen Polizei. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen beteiligten Kräften für ihre hervorragende Arbeit. Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig die gute Vernetzung innerhalb der Sicherheitsbehörden in Europa ist. Insofern geht mein Dank insbesondere auch an unsere Kolleginnen und Kollegen in Bulgarien.“ Der 20-Jährige war gestern Abend in der Wohnung von Familienangehörigen festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt worden. Seine Identität wurde schließlich von bulgarischer Seite bestätigt. Er soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die für Auslieferungsverfahren zuständige Generalstaatsanwaltschaft Celle führt das Verfahren in Deutschland; sie war von Beginn an in die Fahndung eingebunden. Die ermittelnde bulgarische Staatsanwaltschaft hatte sie mit einem Europäischen Haftbefehl um die Auslieferung des Verdächtigen ersucht.

Die Generalstaatsanwaltschaft prüft die Voraussetzungen der Auslieferung und beantragt einen Haftbefehl bei dem für Auslieferungsverfahren zuständigen Oberlandesgericht.

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