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Celle

Morgentau am Alten Kanal – der Waldkindergarten in Wietzenbruch

23.09.2018 - 15:23 Uhr     Jan-Patrick Biedermann    0


CELLE. Seit kurzem ist vormittags Kinderlachen aus dem Waldstück der niedersächsischen Landesforsten im Neustädter Holz in Celle zu hören. Hier hat die Morgentau-Gruppe des neu eröffneten Waldkindergartens Einzug gefunden. Sie ist die insgesamt fünfte Gruppe des Waldorfkindergartens Celle, dem Träger der neuen Außenstelle. Zusammen mit den zwei Erzieherinnen Andrea Eckoff und Rebekka Scholl sowie Frederike Fiebig, die dort momentan ein FSJ absolviert, toben acht Kinder durch das Unterholz des Waldstücks.



„Bis auf einen beheizten Bauwagen als Rückzugsort zum Aufwärmen oder bei schlechtem Wetter verbringen die Kinder jede Minute im Wald, egal zu welcher Jahreszeit“, erklärt Franziska Philipps, Geschäftsführerin des Waldorfkindergartens. Auf der Suche nach weiteren Kindergartenplätzen einigten sich die KollegInnen schnell auf das Konzept einer Waldgruppe. Der Wunsch habe schon länger existiert, sagt Philipps: „Die Idee verbindet die Gegebenheiten des Waldkindergartens mit den Elementen der Waldorfpädagogik. Im Wald erhalten die Kinder den Raum, um ihre eigene Welt zu erleben und sich kreativ auszulassen. Sie können auf allen Sinnesebenen Erfahrungen sammeln, die sie sonst nicht erhielten“, so Scholl. Ebenso lerne ein Kind aufgrund seiner eigenen Erlebnisse, die Natur als etwas Schützenswertes und Wertvolles kennen. Der Kontakt zur Natur trage zum psychischen und physischen Wohlbefinden für alle Menschen bei und habe großen Einfluss auf die Haltung von Kindern zur Umwelt.

Auch für die Erzieher biete der Waldkindergarten Vorteile, erklärt Scholl: „Wir sind flexibler in unserer Tagesgestaltung als andere Kindergärten. Wir frühstücken, wenn die Kinder Hunger bekommen und bringen Abwechslung in unsere Aktivitäten. Nachdem sich unsere Kinder in der ersten Zeit in einem geregelten Tagesablauf eingelebt haben, erobern wir durch Wandertouren nun neue Territorien“. Neben Spaziergängen seien auch die Wege entlang des Alten Kanals bei den Kindern beliebt. Versteckt schnitten die Eltern mit ihren Kindern einen zweiten Sitzplatz frei, um die Fläche zu vergrößern. Verbunden mit verschlungenen Pfaden und an den Eingängen durch selbstgebastelte Torbögen aus Zweigen kenntlich gemacht, hat sich die Morgentau-Gruppe einen neuen Frühstücksplatz geschaffen. Ein von den Kindern gebauter Webrahmen und selbstgemachte Dekorationen verzieren die Wege. Auch der Bauwagen aus Holz sei das Werk eines Vaters, der von Beruf Zimmermann ist.

Das Projekt im Wangelinweg in Wietzenbruch haben die Landesforsten unterstützt. Die Stadt Celle beteilige sich an den Betriebskosten. Außerdem unterstütze der Outdoorladen „Unterwegs“ in der Celler Innenstadt mit einer Spende an Ausrüstung. Es sind noch wenige freie Plätze in der Morgentau-Gruppe vorhanden. Weitere Infos gibt es per E-Mail info@waldorfkindergarten-celle.de oder unter Tel.: 05141-881190.

Fotos: Steffen Höntsch



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