MÜDEN/ÖRTZE. Zehn Pilgerbrüder der ev.-luth. St. Laurentius Kirchengemeinde Faßberg-Müden haben den letzten Abschnitt des „Pilgerweges Loccum-Volkenroda“, von Rinteln bis zum Kloster Loccum erlaufen. Im östlichen Wesertal, südlich vom Steinhuder Meer über die Bückeberge und durch den Schaumburger Wald, waren sie bei gutem Pilgerwetter vier Tage auf einer Distanz von ca. 50 Kilometer unterwegs. Der Pilgervater Rudi Hensch hatte die 8. Pilgertour der „JederMänner“ unter das Motto „Gnade“ gestellt.

In starker Besetzung trafen sich am Donnerstagmorgen die Pilgerbrüder aus Faßberg-Müden, Hermannsburg, Hamburg und Süsel (Schleswig-Holstein) vor dem Gemeindehaus in Müden. Pastor Rudi Blümcke verabschiedete die Gruppe mit einer kurzen Andacht und dem Pilgersegen in der Müdener Kirche. Nach der Eisenbahnfahrt von Unterlüß über Elze nach Rinteln begann die Pilgertour mit einem kleinen „warm up“ über knappe 5 Kilometer zum Kloster Möllenbeck. Im großen Klosterareal befinden sich unter anderem ein Damenstift, ein Jugendfreizeitheim und ein großer Biergarten. Hier fühlten sich die Pilgerbrüder für die erste Nacht gut aufgehoben. Die Pastorin der Kirchengemeinde Möllenbeck Ute Schulz hielt eine Abendandacht.

Am nächsten Morgen startete die Pilgertruppe mit dem öffentlichen Nahverkehr nach Obernkirchen zu einer Besichtigung und Führung durch das Stift Oberkirchen. Die Führung war interessant und nahm kein Ende, weil die Stiftsdame mit Begeisterung ausführlich das Stift, die Anlage und die Aktivitäten vorstellte. Gegen Mittag begann die eigentliche Pilgertour über die Bückeberge nach Stadthagen. Ca 20 Kilometer legten die Männer durch schöne Landschaft zurück. Unterkunft fanden sie im Stadthotel.

Samstag, der „Königsetappentag“ mit gut 25 Kilometern begann mit einer Pilgerandacht in der St. Martini Kirche in Stadthagen. Nach der Andacht und unterwegs trafen die „JederMannänner“ immer wieder auf eine gemischte Pilgergruppe, die ebenfalls auf dem Weg nach Loccum war. Durch den herrlichen Schaumburger Wald, vorbei an Wiedensahl, dem Geburtsort von Wilhelm Busch (1832–1908), pilgerte die Truppe in Richtung Kloster Loccum. Es wurde auch eine lange Schweigepause eingelegt und davor und danach gab es immer wieder Andachts- und Gesangsrituale. Müde und geschafft erreichten die Pilger nach einem herrlichen Tag das Kloster, gerade noch rechtzeitig um hier Quartier zu machen und an der großen Pilgervesper teil zu nehmen. Weitere „JederMänner“ waren extra nach Loccum gekommen um gemeinsam den Tag und die abschließende fünfte Etappe auf dem Pilgerweg Loccum Volkenroda in Rodes Hotel zu feiern. Der Pilgervater überreichte allen Teilnehmern einen Pilgerbrief. Alle waren sich einig, dass die Pilgerbriefübergabe auf keinen Fall bedeuten dürfe, dass sich Rudi Hensch auf sein „Pilgeraltenteil“ zurückzieht.

Am Sonntag nahm die ganze Gruppe am großen Gottesdienst in der Klosterkirche teil und nach einem kleinen Imbiss in Rodes Hotel fuhren alle mit mehreren Fahrzeugen nach Müden zurück.

Pilgergruppe vor der Müdener Kirche Erst frühstücken dann pilgern

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