MÜDEN. Bereits zum 30. Mal wurde der Baum des Jahres an der historischen Wassermühle in Müden/Örtze gepflanzt. In diesem Jahr ist es die Ess-Kastanie, die von der ‚Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung‘ auserkoren wurde. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Kinder der Deutsch-Französischen Grundschule am Heidesee, die mit ihren
fröhlichen Liedern für Frühlingsstimmung sorgten. Anschließend hieß Paul Hicks, Sprecher des Verkehrsvereins Müden/Örtze e.V., die Anwesenden und nicht zuletzt den diesjährigen Baumpaten, Dieter Breithaupt aus Poitzen und seine Ehefrau Annemarie, herzlich willkommen.

Stellvertretend für den Bürgermeister der Gemeinde Faßberg, Frank Bröhl, war der Allgemeine Vertreter, Stephan Fähndrich, anwesend und ging in seinen Grußworten auf die langjährige Geschichte dieser Baumpflanzaktion ein. „Mit Dieter Breithaupt haben wir einen Baumpaten, der sich viel über viele Jahrzehnte für die Gemeinde eingebracht hat und
dafür im Jahr 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. So engagierte sich Breithaupt von 1968 zunächst im Poitzener Rat und bis Ende 2004 im Gemeinderat Faßberg“, sagte Hicks. Auch fühle sich Dieter Breithaupt eng mit den Feuerwehren verbunden und war zwischen 1980 und 1990 Ortsbrandmeister von Poitzen.

„Ich habe in meinem Leben schon viele Bäume gepflanzt aber eine Ess-Kastanie war noch nie dabei. Daher freue ich mich umso mehr, in diesem Jahr gemeinsam mit meiner Frau und den Kindern der Grundschule diesen tollen Baum hier setzen zu können“, unterstrich der mittlerweile 87-jährige Landwirt. Die eingepflanzte Ess-Kastanie ist in Deutschland – von wenigen regionalen Ausnahmen abgesehen – eine seltene Baumart, aber sie ist eine der eindrucksvollsten: „Wer einmal ihre auffallend gelblichweiße Blütenpracht gesehen hat, die die gesamte Baumkrone im Frühsommer überzieht, wer einmal erlebt hat, wie im Oktober ihre großen, runden, mit unzähligen Stacheln besetzten Früchte herunterfallen, aufplatzen und die wunderschönen, mahagonibraun glänzenden Kastanien mit der zart behaarten weißen Spitze freigeben, der wird diesen Baum nicht mehr vergessen“, so die Dr. Silvius Wodarz Stiftung. Wer es dann noch verstehe, aus diesen Kastanien Suppen, Bratenfüllungen, Süßspeisen, Torten, Brot oder schlicht „Heiße Maroni“ zu fabrizieren, der zähle diesen Baum bestimmt schon längst zu seinen Lieblingsbäumen.

Die Tradition des Baumpflanzens in Müden geht auf das Jahr 1989 zurück, wo erstmals eine Stieleiche gesetzt wurde. Der Verkehrsverein Müden hatte die Aktion mit einer kleinen Feier unterstützt.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.