WIENHAUSEN/HANNOVER. Der Landkreis Celle hat laut dem Naturschutzbund (NABU) die Genehmigung für eine in Bockelskamp/Wienhausen geplante Hähnchenmastanlage aufgehoben und sei damit einem Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg zuvor gekommen. Das teilte der Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen jetzt in einer Presseerklärung mit. Damit dürfe die Anlage nicht errichtet werden.

Nach Aussage des NABU geht die Rücknahme der Genehmigung auf eine Klage von Seiten des Naturschutzbundes Niedersachsen zurück. Diese wurde von Bürgerinitiativen aus Wietze, Flotwedel und Lachendorf initiiert.

„Der Landkreis Celle hatte einem Hähnchenmäster im Januar 2014 die Genehmigung zur Errichtung einer Hähnchenmastanlage mit 84.000 Tierplätzen in Bockelskamp erteilt. Gegen diese Genehmigung hat der NABU Niedersachsen Klage beim Verwaltungsgericht Lüneburg eingereicht. Die mündliche Verhandlung sollte am heutigen Donnerstag stattfinden. Zwei Tage vor der mündlichen Verhandlung hat der Landkreis die Notbremse gezogen und die Genehmigung aufgehoben“, heißt es von Seiten des  NABU Niedersachsen.

Der Grund für die Aufhebung der Genehmigung ist laut NABU ein Hinweis des Gerichts, aus dem hervorging, dass der Landkreis die Klage verlieren werde, wenn er die Bescheide nicht aufhebe. Das Gericht stütze sich dabei auf zwei Gesichtspunkte: Zum einen habe der Landkreis bei der Beeinträchtigung eines gesetzlich geschützten Biotops die Öffentlichkeit im Verfahren nicht beteiligt. Zum anderen war ein Gutachter in dem Verfahren sowohl für den Hähnchenmäster als auch für den Landkreis tätig, was nach dem Verwaltungsverfahrensrecht unzulässig ist.

Der NABU hatte in dem Verfahren aber nicht nur die formellen Gründe vorgetragen, die jetzt zur Aufhebung der Genehmigung geführt hatten. Er hatte auch geltend gemacht, dass es durch den Betrieb der Anlage zu unzulässigen Auswirkungen auf gesetzlich geschützte Biotope und ein europäisches Naturschutzgebiet kommt. Der NABU Niedersachsen zeigt sich über den Ausgang des Verfahrens erfreut. „Abgesehen davon, dass diese Form der konventionellen Hähnchenmast mit artgerechter Haltung nicht zu tun hat, darf es nicht sein, dass dies dann auch noch gesetzlich geschützte Biotope gefährdet. Hier hat endlich mal die Natur gesiegt, die uns allen eine Lebensgrundlage bietet“, erklärt Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen.

In dem Verfahren war der NABU von dem Berliner Umweltrechtsanwalt Peter Kremer vertreten worden. Dieser ist optimistisch, dass es bei der Entscheidung des Landkreises bleibt: „Das Planungsrecht für industrielle Tierhaltungsanlagen hat sich in der Zwischenzeit geändert. Nach aktuellem Recht wäre die Anlage an diesem Standort ohnehin nicht mehr genehmigungsfähig.“

Sowohl der NABU als auch die involvierten Bürgerinitiativen sehen das Verfahren als „schönes Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Naturschutz“.

 

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