HANNOVER. Alles neu macht bekanntlich der Mai, aber auch im Sommer haben Umbaumaßnahmen an Häusern Hochkonjunktur. Neben den positiven Auswirkungen auf das Gebäude, haben diese jedoch auch nicht selten negative Einflüsse auf gebäudebrütende Vogelarten wie Schwalben Immer wieder kommt es vor, dass Nester entfernt werden.

Häufig sorgt vor allem der Kot unter dem Nest für Ärger. „Dabei kann ein sogenanntes Kotbrett – richtig und nicht zu nah am Nest angebracht – Abhilfe schaffen. „Mit ein bisschen Toleranz gelingt das Zusammenleben dann erfahrungsgemäß sehr gut“, so Ulrich Thüre vom NABU Niedersachsen.

Für Schwalbeneltern sei es ohnehin immer schwieriger einen Platz zu finden, an dem sie ihren Nachwuchs aufziehen können. Deshalb hat der NABU in Niedersachsen vor Jahren die Aktion „Schwalben willkommen“ ins Leben gerufen. Knapp 3.050 Häuser haben NABU-Aktive mittlerweile dafür ausgezeichnet, dass die sprichwörtlichen Glücksboten dort willkommen sind und aus ihren über 4.000 Kilometer entfernten Überwinterungsgebieten südlich der Sahara jedes Frühjahr wieder dorthin zurückkehren können.

Schwalben haben sich als Kulturfolger an eine durch den Menschen geprägte Umgebung angepasst und ihre ursprünglichen Brutplätze an felsigen Steilküsten gegen Hauswände oder Ställe eingetauscht. Trotzdem nehmen die Schwalbenbestände seit Jahren ab. Was ihnen zu schaffen macht, sind unter anderem die Sanierung vieler Gebäude. „Es fehlen geeignete Brutmöglichkeiten an oder in Gebäuden. Auch feuchter Lehm als Baumaterial für Nester ist immer schwieriger zu finden. Und wegen des gestiegenen Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft gibt es weniger Insekten und damit weniger Nahrung für die Schwalben“, fasst der NABU zusammen. Dabei gehörten die Flugkünstler seit Jahrhunderten zum Bild der Dörfer und Städte im Land. Ihre draufgängerischen Flugdarbietungen dienen übrigens der Nahrungssuche: Schwalben ernähren sich von fliegenden Insekten und im Luftstrom treibenden Spinnen, die sie im Flug erbeuten.

Die Unterstützung der Sommerboten an Gebäudefassaden verdient aus Sicht des NABU Anerkennung. Mit einem solchen wertvollen und wichtigen Artenschutzbeitrag werden schwalbenfreundliche Häuser ausgezeichnet. Per E-Mail oder Post kann man sich mit einem ausgefüllten Antrag für die beliebte Plakette bewerben. Diesen kann man entweder im Internet unter www.nabu-niedersachsen.de/schwalben herunterladen oder einfach beim NABU Niedersachen per Mail unter info@nabu-niedersachsen.de oder per Brief an Alleestraße 36, 30167 Hannover anfordern.

Ein Leitfaden zum Schwalbenschutz ‚Schwalben willkommen‘ konnte mit Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung erstellt werden und ist kostenlos gegen fünf Briefmarken zu 70 Cent für die Versandkostenpauschale erhältlich beim NABU Niedersachsen, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

Die wichtigsten Fakten zu Schwalben sowie der gesetzlichen Situation hat der NABU im Schnellüberblick unter www.nabu-niedersachsen.de/schwalben zusammengefasst.

 

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