CELLE. Der Kreisverkehr am Celler Neumarkt war zuletzt häufiger Thema von Diskussionen. Nicht nur die krude Verkehrsführung sorgt für Kritik und dafür, dass sich gestern der Ortsrat Blumlage/Altstadt wiederholt damit beschäftigte – auch die Zebrastreifen sind in der Menge den Kraftfahrzeugteilnehmern ein Dorn im Auge – sie sollen weg. “Das kann aber nach einem Beschluss des Deutschen Verkehrssicherheitsrats nicht geschehen”, weiß der Celler Werner Gläser, stv. Leiter des Gemeinsamen Fachausschusses für Umwelt und Verkehr (GFUV) des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV)

“In diesem Beschluss wird auch auf das Merkblatt zu Kreisverkehren der Forschungsgesellschaft zu Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) hingewiesen. Dieses Merkblatt stammt aus dem Jahr 2006 und steht derzeit zur Überarbeitung an. In der überarbeiteten Version wird auch der Punkt Barrierefreiheit aufgenommen, der bisher völlig unberücksichtigt war”, so Gläser.

Das war bis zur gestrigen Ortsratssitzung den Mitgliedern nicht bekannt – sie forderten erneut die Beseitigung mindestens eines Zebrastreifens. Nur in Kombination mit der erneuten Forderung nach zwei Fahrspuren zur Einfahrt in die Hafenstraße sei es nach Überzeugung von Ortsbürgermeister Dr. Tim Übermuth möglich, wenigstens an dieser Stelle auf einen Zebrastreifen zu verzichten und damit den KFZ-Verkehr nicht weiter zu behindern.

Ob das die Verantwortlichen in der Verwaltung überzeugt, steht auf einem anderen Blatt. Schließlich hat es sie bisher auch nicht gekümmert, dass auf Kreiseln laut EU-Richtlinie weder Kunst noch sonstige “feste Gegenstände” stehen dürfen. Lediglich aufgrund der CelleHeute-Berichterstattung hat sie auf den geplanten Baum am Neumarkt-Kreisel verzichtet – andere wurden “still und heimlich” umgesetzt.

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