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Landessozialgericht zeigt Fotoausstellung mit Werken seiner Mitarbeiter

Nächtliche Metropolen im Fokus

30.11.2016 - 18:10 Uhr     CelleHEUTE    0

CELLE. Das Landessozialgericht zeigt von heute an bis 31. Januar 2017 Fotografien von Heiner Heering, Gabriele Janz, Peter Taubert und Reinhard Wolff. Zur Eröffnung der Fotoausstellung “Wenn es Nacht wird …” begrüßte der Präsident des Landessozialgerichts Peter Heine nicht nur die Beschäftigten des Gerichts und auch der anderen Gerichte der niedersächsisch-bremischen Gerichtsbarkeit, sondern auch Vertreter der Celleschen Gerichte und Behörden, darunter  Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende.

Die Ausstellung „Wenn es Nacht wird …” zeigt, wie die Welt ihr Gesicht verändert und wir sie mit anderen Augen sehen. Freundliche Schatten verhüllen die rauhen Stellen. Das warme Leuchten der Straßenlaternen und der Schein bunter Neonlichter lassen aus der Dunkelheit Details und Strukturen hervortreten, an denen wir bei Tage achtlos vorübergehen würden. Die Fotografen laden ein zu einem Bummel durch alte und neue Metropolen – von Bogota bis New York, von Celle bis Budapest, von London bis Syracus.

Die Fotografen sind bereits viele Jahre für die niedersächsische Sozialgerichtsbarkeit tätig und engagieren sich nun wiederholt auch im künstlerischen Bereich für das Landessozialgericht. Nach ihrer erfolgreichen Ausstellung „Spiegelbilder” im Jahr 2012 haben sie sich nun erneut zusammengefunden, um ihre Interpretationen des Themas „Wenn es Nacht wird …” gemeinsam zu präsentieren.

Heiner Heering beschäftigt sich seit 1965 mit Fotografie. Zuerst im kleinen Rahmen mit einer Box Format 6×9, wie viele andere auch.1974 kaufte er sich von seinem Ersparten eine Rollei 35 S. Damit war die Leidenschaft zur Fotografie geboren. Frühere berufliche Auslandsaufenthalte hatten Heiner Heering in fremde Länder und Kulturen geführt- die Kameras waren immer dabei. Nachdem er Kontakt zu der Fotogruppe einer großen Firma aufgenommen hatte, lenkte Herr Heering sein Hobby in etwas professionellere Bahnen. Er entwickelte selbst Filme und vergrößerte seine Motive. Neben der Schwarz-Weiß- Fotografie widmet sich Herr Heering der Dia-Fotografie, welche er auch in Vorträgen präsentiert. Auch wenn sich Materialien und Kameras ändern, so steht über allem die Freude des Abbildens und Festhalten von Momenten, sagt Heiner Heering.

Gabriele Janz fotografiert seit Anfang der 90iger Jahre – zunächst mit geliehenen Apparaten. Seit 1997 verfügt sie über eine eigene – analoge – Spiegelreflexkamera mit 28/200 Objektiv. Hinzugekommen sind ein Makroobjektiv und eine kleine – digitale – Kamera zur Minimierung des Gewichts auf Reisen. “Meine Bilder entstehen intuitiv aus einem Zusammenspiel zwischen Augen, Bauch und Herz, der Kopf oder eine Planung spielen hierbei keine Rolle”, sagt die Fotografin. Sie betrachtet das Fotografieren als einen Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit, bei der vornehmlich der Kopf gefordert ist. Die Motive der Fotografie sind eher zufällig. Im Vordergrund steht die Wahrnehmung ästhetischer, meist kurzzeitiger Momente in der Welt, die sich in der Minute nach dem Antippen des Auslösers bereits wieder verändert. Die Technik ist für sie von untergeordneter Bedeutung. Der Reiz am Thema dieser Ausstellung liegt für Gabriele Janz in der schlichten, ästhetischen Wirkung einfachster, beinahe banaler Objekte, die aufgrund der Kombination zwischen Dunkelheit und Beleuchtung bzw. den Lichtverhältnissen eine neue, teilweise nicht mehr eindeutig zuzuordnende Gestalt bekommen und dadurch eine Spannung erzeugt wird, die bei Tag nicht erzielt werden könnte.

Peter Taubert hat schon als Jugendlicher fotografiert, wobei ihn die Kameratechnik ebenso interessierte, wie das Foto selbst. Begonnen hat er mit den damals üblichen einfachen Rollfilm- und Kleinbildkameras, bis er sich dann seine erste einfache Spiegelreflex leisten konnte. Seit 2006 fotografiert er digital und seine Dunkelkammer ist der PC. Er nutzt die gesamte Bandbreite der Blickwinkel vom extremen Weitwinkel bis zum starken Tele. Daher kann man kann ihn auch im Urlaub stets mit einigen Kilo Ausrüstung antreffen. Seit einigen Jahren fasziniert ihn die Stimmung, die die Lichter der Stadt in der (einbrechenden) Dunkelheit erzeugen und er versucht, diese besondere Atmosphäre einzufangen. Fotos sind für  Taubert auch Kristallisationspunkte der Erinnerung – an Orte, Menschen und Begebenheiten, so wie er sie gesehen und erlebt hat.

Reinhard Wolff hat mit 13 (ca. 1966) angefangen, mit der Kamera seiner Schwester zu fotografieren. Es war eine “Bella” (übersetzt: Die Schöne), die von der Fa. Bilora gebaut wurde (Bj. 1955): Eine Kleinbild-Sucherkamera mit Rollfilm “127” für 8 Aufnahmen bei einem Negativ-Format von 4 x 6,5 cm, bei fester Brennweite (Achromat 8/70). Etwas später richtete er sich dann ein eigenes Keller-Labor ein, um Kontaktabzüge von den (großen) Negativen herzustellen. “Es war immer schön zu sehen, wie ein Bild ein zweites Mal im Labor entsteht”, sagt Reinhard Wolff. Ab ca. 1971/1972 fotografierte er mit seiner neuen Spiegelreflex mit Wechseloptiken, die er z.B. auch bei einer Reise (1972) durch British Columbia (Kanada) einsetzen konnte. Reinhard Wolff verspürt nach wie vor die Leidenschaft zu fotografieren und bevorzugt die analoge Technik, verschließt sich aber nicht der digitalen Fotografie. Hin und wieder kommen auch alte Kameras aus der Hoch-Zeit der deutschen Kamerafeinmechanik zum Einsatz (Voigtländer; Leica II oder M 3; Rolleiflex …). Reinhard Wolff sieht die Dinge gerne ein zweites Mal, um sie dann auch fotografisch ins Bild zu setzen. Bilder entstehen im Kopf – “oft rein zufällig, weil beispielsweise die Lichtverhältnisse schön sind”, sagt er.

Fotos: Peter Müller