Log empty
Familienanzeigen Stellenmarkt

Ziel muss eine bessere Zukunft sein

Nahum Goldmann Fellows und Kultusminister in der Gedenkstätte Bergen-Belsen

09.08.2018 - 06:26 Uhr     Jan-Patrick Biedermann    0
Fotos: Peter Müller

BERGEN-BELSEN. Gestern besuchte der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne gemeinsam mit Teilnehmenden des Nahum Goldmann Fellowship die Gedenkstätte Bergen-Belsen. Nahum Goldmann (1895 – 1982) war unter anderem Mitbegründer und Präsident des Jüdischen Weltkongresses und setzte sich ebenso für Israel wie für eine Annäherung mit der arabischen Welt ein. Unter den Anwesenden waren Michael Fürst, Vizepräsident der Memorial Foundation for Jewish Culture, sowie dessen Präsidentin Marlene Bethlehem. Während einer Zeremonie wurde der Opfer des Holocausts gedacht.



Dabei stand für den Rabbi Alon Meltzer die Bedeutung des Gedenkens im Mittelpunkt: „Wir sind nach Deutschland gekommen, um zu erfahren, was die Stille und der Schmerz an diesem Ort bedeutet. Wir gedenken den jüdischen Opfern, um Geschehenes nicht zu vergessen. Unser Ziel muss es sein, eine bessere Zukunft zu schaffen“. Dabei regten Texte und Lieder wie „The Holocaust Experience at the Mercy of Human Memory“ von Shlomo Breznitz zum Nachdenken an.

Unter dem Thema „From Generation to Regeneration – Engaging Memory, Culture and Identity“ spannten die Fellows einen Bogen von der jüdischen Vergangenheit in die Zukunft, um sich gemeinsam Fragen nach der Zukunft des Judentums zu stellen. Minister Tonne sah die Gedenkstätte dafür als besonders geeignet an: „Gedenkstätten und Gedenkorte sind unverzichtbare Lernorte einer historisch fundierten Demokratieerziehung“. Der Ort solle immer daran erinnern, wie wichtig der Schutz von Grundrechten und der Menschenwürde sei. Laut dem Vorsitzenden des Stiftungsrates der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten muss durch Fragen ein kritisches, historisches Bewusstsein geprägt werden: „Wie konnte es dazu kommen, dass die Menschenrechte und die Menschenwürde so systematisch missachtet wurden?“

Jenes Geschichtsbewusstsein sei die Grundlage für die Solidarität mit Schwachen und Ausgegrenzten und einem Engagement für Menschenrechte und Demokratie. Das Netzwerk „Schule ohne Rassismus  – Schule mit Courage“, welches von Schülern und Schülerinnen getragen wird, sei ein bemerkenswertes Beispiel jener angestrebten Zukunft der Fellowship.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.