Naturkundliche Reisen: Von blühenden Almwiesen bis zu marurischen Seen

Wissenschaft Von Redaktion | am Fr., 06.09.2019 - 21:02

CELLE. Landschaftliche Juwele mit zahlreichen spannenden Tier- und Pflanzenarten - von Bienenfresser bis Delfin, von Orchidee bis Heide, von Steinadler bis Ziesel - in besonders attraktiven Regionen Europas stehen im Mittelpunkt der Busreisen, die im kommenden Jahr unter inhaltlicher Leitung des Naturschutzbundes NABU Niedersachsen erwandert und besichtigt werden können: Das Institut für Ökologie und Naturschutz Niedersachsen (IfÖNN) legt jetzt das frisch erschienene Reiseprogramm „Natur und Reisen“ vor.

Die Ziele sind so vielfältig wie die Landschaften: Neben den Klassikern, die sich aufgrund der großen Nachfrage bereits seit langem im beliebten Programm finden, sind auch neue Ziele hinzugekommen. Wobei es „stets unser Anliegen ist, Landschaften, Natur, Kultur und Geschichte jenseits des Normaltourismus zu vermitteln“, wie Rüdiger Wohlers, Geschäftsführer des IfÖNN, betonte, der einst mit Fahrten ins südwestbritische Cornwall begann und deutlich wird: „Gerade am Beispiel Cornwall kann man aufzeigen, was eine Landschaft prägte und prägt, welche Besonderheiten die Lebensräume und die Lebensweise der Menschen aufweisen und wie filigran das Ganze ist: Von den jahrtausendealten Heckenlandschaften bis zu den vom Golfstrom verwöhnten Gärten, von den uralten Fischersiedlungen bis zu den Steilküsten, vor denen nicht selten Delfine zu beobachten sind. Auf unseren Reisen gibt es keine Klischees und keine Fotostopps – wir führen hinter die Kulissen und zeigen auch Bedrohungen von Natur auf, genauso wie Naturschutzmaßnahmen, wir halten Kontakt zu den Menschen und geben auch Einblicke in ihre Kultur und Geschichte!“

Die Natur vor der eigenen Haustür entdecken, können seit diesem Jahr Interessierte aus der Region Heide-Wendland: Die neu ins Programm genommene Lüneburger Heide, ist jenseits der Heideblüte mit Massentourismus erst auf den zweiten Blick spektakuläres Ziel, das umso mehr zu überraschen in der Lage sein wird. Gemeinsam soll sie ganz früh morgens mit Vogelkonzert, etwas Glück Birkhuhnbalz und Wolfssichtungen – erlebt werden. Selbstverständlich für diese wie die anderen Reisen ist, betont Rüdiger Wohlers, dass Tier- und Pflanzenarten fachkundig vorgestellt und ihre Lebensräume erläutert werden, auch mit dem Fernglas.

Ein weiteres britisches Ziel findet sich 2020 erstmals im Programm: Das Lake District im Norden Englands, das auch viele Autoren und Maler inspirierte. Masuren im Nordosten Polens wird wieder durch seine Seen und Wälder, auch durch eine Bootstour und Besichtigungen, nicht selten in Sichtweite von Seeadler und Co, begeistern; der Neusiedler See, Europas größter Steppensee mit seinem riesigen Röhrichtgürtel und den umgebenden Wäldern und Bergen wird ein faszinierend ungarisch-österreichisches Grenzgebiet voller Bienenfresserkolonien, balzenden Großtrappen, Kaiseradlern, Purpurreihern und sogar Zieseln in der Pusztalandschaft offenbaren.

Auf besonders großen Zuspruch trifft stets die Reise in die „wilden Nordalpen“, berichtet Wohlers, der diese Reise auch selbst führen wird. Deshalb wurde sie erneut erweitert: Im Werdenfelser Land und dem benachbarten Nordtirol werden Lebensräume unter anderem in den Naturparken „Tiroler Lech“ und „Karwendel“ unter fachkundiger Führung durch Naturparkranger durchwandert, so zu sagen in den Reichen von Murmeltier, Steinadler, Gämse und Co – du zahllosen Pflanzenarten sowohl im langen Tal der Eng als auch am ungebändigten Tiroler Lech, „dem wohl bedeutendsten Wildfluss Europas neben der Loire“, wie der Naturschützer betont. Auf dieser Reise wird ebenso wie bei der Tour in den Pfälzer Wald und in die Nordvogesen die Naturpädagogin Heike Neunaber mit von der Partie sein, die sich neben den Pflanzen auf die Sagen und Märchen der Region spezialisiert hat und diese bei Wanderungen und Picknicks stimmungsvoll einfließen lässt.

Auch diese Reise ist neu im Programm: Deutschlands größtes zusammenhängendes Waldgebiet soll dabei ebenso erlebt werden wie die Formationen riesiger Buntsandsteinfelsen und Burgen. Auch ein Besuch bei Bewachern einer der seltensten Greifvogelarten, des Wanderfalken, gehört zum Programm. – Besonders farbenfroh geht es bei der Reise ins Mediterrane zu – in die südfranzösische Provence, die hautnah und kompetent auch vogelkundlich begleitet, gut zwei Wochen lang erkundet werden soll. Dabei wandelt man auch auf manchen historischen Pfaden und wird von Düften des Lavendels und vieler Kräuter umfangen. Konsequent klimaschonend finden alle Reisen im Reisebus statt.

Das Programm findet sich im Internet unter www.natur-und-reisen.de und kann telefonisch angefordert werden unter Tel. 0511 – 9110575.