CELLE. Hardy Lugerth, Hobbymusiker und Hobbykünstler aus Offen, hält die „Dadou“ strahlend in seinen Händen und entlockt ihr die wohl bekannteste Erkennungsmelodie des NDRs. Erinnern Sie sich noch? Ein Heißluftballon schwebt sanft über die von Klaus Fischer gezeichneten Küstenlandschaften und norddeutschen Städte und dazu erklingen die zarten Gitarrentöne im Fingerstyle gespielt von Klaus Weiland.

Der NDR widmete nicht nur der Stadt Celle einen dieser Filme – auch der Komponist der Melodie, der er den Namen „Das Loch in der Banane“ gab, ist ein Kind des Landkreises: er wurde 1947 in der Telefonzentrale des Lagers Bergen-Belsen geboren. Es diente zu der Zeit bereits als Flüchtlingslager. Die Mutter, eine Deutsche, folgte mit ihrem Sohn schon sehr bald ihrem britischen Ehemann nach England, wo Klaus Weiland aufwuchs. Er behielt die deutsche Staatsbürgerschaft bei und die Liebe zu Deutschland – insbesondere zu dem Norddeutschen Raum – war ihm in die Wiege gelegt.

Was ist so besonders an der „Dadou“?
Hardy Lugerth erzählt: „Als junger Mann begann Weiland mit dem Gitarrenspiel. In der Küche eines jungen Franzosen namens Dadou und dessen Freundin Kathy entstand die Idee, sich selbst an den Bau einer Gitarre heranzuwagen. Pläne dafür gab es nicht. Zu zweit gingen sie in ein Gitarrengeschäft, einer lenkte den Verkäufer ab und der andere zeichnete die Form auf einer mitgebrachten Zeitung nach. Sieht man sich die „Dadou“ an, ist sie weiß Gott keine Schönheit. Sie ist schief und krumm, vollkommen asymmetrisch und viel zu dick. In Ermangelung von Geld für kostbares Holz zum Gitarrenbau, wurde eben verwendet, was gerade da war. So musste eine alte Schrankwand dran glauben und nur für die Decke wurde hochwertiges Fichtenholz verwendet. Aber gerade dadurch erhält die Gitarre ihren einzigartigen Klang.“

Klaus Weiland führte sein Germanistikstudium wieder zurück nach Deutschland. Hier lernte er den Liedermacher Hannes Wader und den Wegbereiter der Fingerstyletechnik, Werner Lämmerhirt, kennen und begleitete die beiden auf mehreren Touren und bei Schallplattenaufnahmen. Lugerth, der selbst mehrere Plattencover gestaltet hat, wurde durch die NDR Pausenmusik auf Klaus Weiland und dessen „Dadou“ aufmerksam. „Zufällig stieß ich in einem Antiquariat auf das Buch von Klaus Fischer und wollte es mir gerne von den beiden Künstlern signieren lassen. Leider war Klaus Fischer schon verstorben, aber durch die Kontaktaufnahme zu Klaus Weiland ist eine tiefe Freundschaft zwischen uns entstanden.“

Nach seinem vorerst letzten Aufenthalt in Deutschland – Weiland lebt seit vielen Jahren in den USA – drückte er dem 42-Jährigen seine geliebte „Dadou“ mit der Bitte in die Hand, gut auf sie aufzupassen und auf ihr zu spielen. Somit ist ein kleines Stück von ihm wieder in der Nähe seines Geburtsortes. Lugerth hat die Gitarre gerade erst vom Gitarrenbauer Christian Hübenbecker zurückerhalten. Eine Reparatur war unausweichlich. Er freut sich über das großartige Ergebnis und hofft, dass Weiland im kommenden Jahr seinen geplanten Deutschlandbesuch realisieren kann.





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