NIENHAGEN. Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Celle ist gerade dabei, das Wald-Naturschutzgebiet Brand südlich von Nienhagen zu überarbeiten, damit die Verordnung den Anforderungen der Flora-Fauna-Habitat (FFH) Richtlinie der EU genügt.

Laut dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen, Marheine, hat sich die BI Umwelt neben einer nachhaltigen Lösung für die Kalihalde auch den Schutz und die Entwicklung der Auenlandschaft Wathlingens, zu der der Brand gehört, zum Ziel gesetzt. „Die BI Umwelt verfolgt das Neuausweisungsverfahren sehr aufmerksam und begrüßt es grundsätzlich. Schließlich gehört der Brand als FFH-Gebiet zum sogenannten europäischen Naturerbe.“

Der Eindruck, der der Öffentlichkeit in diesem Zusammenhang über den Zustand des Brandes vermittelt werde, muss laut Marheine aber unbedingt korrigiert werden. Dass sich „im Brand ein idyllisches Bild zeigt und es sich um einen feuchten Mischwald handelt“, wie kürzlich zu lesen gewesen ist, verkläre die Realität.

Auch werde der Brand laut Marheine nicht zum ersten Mal als Naturschutzgebiet ausgewiesen. „Die Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet erfolgte bereits 1985. Zweck der Unterschutzstellung ist u.a. gewesen, die natürlichen Wasserverhältnisse wiederherzustellen“, weiß Marheine. „Doch auch 30 Jahre später sind Alte Thöse und Dammfleth, die den „Brand“ durchziehen, überwiegend trocken gefallen und als Bäche nicht mehr erkennbar. Für den Auwald so wichtige gelegentliche Hochwässer bleiben aus“, sagt der Pressesprecher der BI Umwelt, Holger Müller. Für ihn ist nicht verwunderlich, dass der sogenannte Erhaltungszustand der einzelnen Teile des Brandes aufgrund von Wassermangel relativ schlecht ist.

„Die BI Umwelt hat deshalb schon vor Monaten von einem Wasserbauingenieur ein Ideenkonzept, dass auch die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigt, mit dem Ziel eines günstigeren Wasserhaushaltes für den Brand erarbeiten lassen. Dies Konzept hat die BI sowohl dem LEADER-Management als auch den Niedersächsischen Landesforsten als Eigentümer vorgestellt“, so Müller weiter. Das LEADER-Management sucht gerade nach Möglichkeiten zur Finanzierung einer umfassenden Machbarkeitsstudie. Die Landesforsten wollen nach einem kürzlich stattgefundenen Gespräch als einen ersten Schritt zur Wasserhaltung im Brand den Verschluss der Alten Thöse am Westrand des Brandes prüfen. Das wäre unproblematisch, weil keine landwirtschaftlichen Flächen betroffen wären.

„Es muss endlich mehr für den Brand getan werden, als nur Ziele zu formulieren, die dann nicht weiter verfolgt werden“, mahnt Müller.

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