UNTERLÜSS. Ein Bus mit dem Konterfei Albert Königs fährt seit einigen Wochen durch das Celler Land. Er steht sinnbildlich dafür, dass das Unterlüßer Museum neue Wege befahren will. „Wir möchten neue Zielgruppen ansprechen und auch in den Ausstellungen moderner werden“, sagt Jörg Nehse. Seit Anfang des Jahres hat er die Leitung von Dr. Klaus Homann übernommen. Nehse ist dabei Teil einer Doppelspitze, denn ihm zur Seite steht die Kunsthistorikerin Dietrun Otten als wissenschaftliche Kuratorin.

Die beiden haben mit der Ausstellung „Romantik und Realität: Die Farbe Blau“, schon einen ersten Akzent gesetzt. „Erstmals wurde eine Ausstellung im Albert-König-Museum unter das Thema einer Farbe gestellt“, sagt Nehse. Die Farbe Blau genießt nach Worten der Kuratorin der Ausstellung, Frau Otten, unter den Farben einen Sonderstatus. Sie ist nicht nur weltweit die beliebteste Farbe, sondern auch eine der seltensten in der Natur vorkommenden Farben. Die gezeigte Ausstellung mache deutlich, wie selbstverständlich Blau als symbolträchtige und bedeutungsvolle Farbe in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts genutzt wurde.

Im Rahmen der Ausstellung hat Nehse auch Kontakte zum Christian-Gymnasium in Hermannsburg geknüpft. „Wir haben in einem gesonderten Raum eine ergänzende Ausstellung mit „blauen“ Schülerarbeiten gezeigt, die großen Anklang gefunden hat. Wir möchten bei den Jugendlichen künftig einen stärkeren Schwerpunkt setzen“, sagt Nehse. Der Museumsleiter will auch über andere Multiplikatoren mehr Menschen einladen, das Kleinod in Unterlüß kennenzulernen. „Wir möchten sowohl die Kunstkenner als auch die Kunstinteressierten für unsere Ausstellungen begeistern“. So wurden zum Beispiel für die zweite Ausstellung des Jahres „Sommer der Frauen“, auch die Gleichstellungsbeauftragten in den Kommunen angesprochen, damit sie auf die Ausstellung hinweisen.

Die Besucherzahl hat sich in den vergangenen Jahren stabil entwickelt. Sie lag im abgelaufenen Jahr bei etwa 2700, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr darstellt, als etwas über 2900 Menschen ins Albert-König-Museum kamen. Insgesamt schwanken die Zahlen aber immer je nach Attraktivität der Ausstellung zwischen 2400 und 3000.

Ein Großteil der Arbeit wird in dem Museum von Ehrenamtlichen erledigt. „Ohne dieses Engagement würde das Museum nicht erfolgreich arbeiten können“. sagt Nehse, der selber ehrenamtlich tätig ist. Er möchte sich für dieses Engagement herzlich bedanken. Der Landkreis Celler ist Mitglied im Vorstand der Stiftung.

Im Januar startet mit „Marta! Wege einer Künstlerin“, eine neue Ausstellung im Albert-König-Museum. Gezeigt werden Arbeiten der Nienhäger Künstlerin Marta Astfalck-Vietz. Ihr Werk zählt zur Avantgarde der 1920er Jahre. Gezeigt wird die große Bandbreite ihrer Arbeit wie Aquarelle, Fotos, bemaltes Porzellan, persönliche Schriftstücke, Entwürfe und vieles mehr, das teilweise noch nie öffentlich ausgestellt war. Die Ausstellung ist vom 21. Januar bis 13. Mai in Unterlüß zu sehen. Mit dieser Ausstellung bleibt sich das Museum in der Veränderung treu, denn „nach wie vor bleibt es unsere Aufgabe, regionale Künstler zu fördern, aber auch das Lebenswerk von Albert König zu pflegen und zu zeigen“, so Nehse.

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