CELLE. Gestern Abend feierten die Auszubildenden im Deutschen Hotel- und Gaststätten-Verband (DEHOGA) ihre Freisprechung. Als Stellvertreterin des Oberbürgermeisters hob Bürgermeisterin Iris Fiss die Bedeutung der Gastronomie für Stadt und Landkreis Celle hervor und lobte das Engagement der angehenden Restaurant- und Hotelfachleute sowie Köche:

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Fotos: Peter Müller

Fotos: Peter Müller

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Sehr geehrter Herr Eisermann, sehr geehrte Frau Perchner, liebe Frau Ostler und lieber Herr Heine

Liebe Absolventinnen und Absolventen der verschiedenen Ausbildungsgänge mit ihren Familien und Freunden

Liebe Gäste

Die Stars des heutigen Abends sind die Absolventinnen und Absolventen. Ihnen erstmal einen herzlichen Glückwunsch nicht nur von mir als Bürgermeisterin der Stadt Celle sondern auch von unserem Oberbürgermeister Dr. Nigge. Heute haben sie allen Grund ausgiebig zu feiern. Das haben Sie sich einfach verdient!

Mit dem heutigen Abend ist ein wichtiger Lebensabschnitt abgeschlossen und mit Erfolg gekrönt. Sie sind fit für den Beruf. Sie können darauf aufbauen, sich weiter qualifizieren, in die weite Welt hinausgehen, aber bitte später auch gerne wieder nach Celle zurückkommen! Sie nehmen teil am Erfolg des Unternehmens, in dem Sie arbeiten. Die Restaurantfachangestellten sind die „Aushängeschilder“ des jeweiligen Unternehmens. Denn auswärts essen und trinken gehen ist immer auch ein gutes Stück Erlebnis und hat oft Showcharakter. Und wenn die Küche nicht stimmt, kommt auch kein Gast.

Ich freue mich, dass recht viele von Ihnen bereits einen Arbeitsplatz gefunden haben oder eine andere Perspektive vor sich haben und wissen, wie es weiter geht. Auch dies ist heutzutage enorm wichtig.

Über den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband werden auch in Niedersachsen und im Landkreis und Stadt Celle nicht nur die Unternehmensinteressen der Branche gegenüber Politik und Verwaltung vertreten, sondern auch für die Branche die Tarifverträge verhandelt und abgeschossen und gegen überbordende Bürokratie gekämpft.

Anlässlich der heutigen Freisprechungsfeier wird auch nachdrücklich die besondere Bedeutung der DEHOGA in der Ausbildung und Qualifizierung betont. Außenstehende wissen oft nicht, wie viele Ausbildungsberufe es im Gastgewerbe gibt:

Hotelfachmann /-frau

Hotelkaufmann/-frau

Koch /Köchin

Restaurantfachmann/- frau

Fachkraft im Gastgewerbe

Fachmann/- frau für Systemgastronomie

Der DEHOGA schafft hier Überblick, gibt Betrieben und interessierten jungen Menschen Orientierung und Rat, bietet eine Jobbörse an und verweist auf weiterführende Angebote an Hotelfachschulen. Dafür von mir als Bürgermeisterin der Stadt Celle meinen herzlichsten Dank. Besonders freut es mich auch, dass immer wieder auch im Landesvergleich Spitzenergebnisse in den Ausbildungsergebnissen erzielt werden. Hier ist oft das Ringhotel Celler Tor mit von der Partie. Darauf bin ich sehr stolz und zolle dieser Leistung meine Hochachtung.

Sorgen bereiten muss uns allen aber, dass das Hotel- und Gastgewerbe seit vielen Jahren große Probleme hat, Ausbildungsverhältnisse abzuschließen. Bei vielen jungen Menschen ist das Arbeiten zu Zeiten, in denen viele andere Freizeit haben, einfach uncool. Vielleicht muss sich die Branche in Teilen neu erfinden, flexible Modelle für Arbeitszeiten und andere Modalitäten am Arbeitsplatz entwickeln und auch für ein nachhaltig positives Image werben. Das ist natürlich leicht gesagt und doch sehr komplex in der Umsetzung. Aber auch hier ist der DEHOGA aus meiner Sicht gefordert Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten und seine Mitgliedsunternehmen zu beraten. Ich bin mir aber sicher, die Verantwortlichen haben dieses Thema auf dem Schirm und es wird permanent daran gearbeitet.

Für Celle Stadt und Land ist das Gastgewerbe eine tragende Säule der Wirtschaft. Denn eines ist klar: Wir profitieren substanziell vom Tourismus. Ob es nun in Celle der Städte- und Kulturtourismus oder Geschäftsreisende sind oder im Landkreis Wellness und Naturerlebnisse zu Land, Wasser oder auf dem Rücken der Pferde ist, das Gastgewerbe ist „Botschafter“ unserer schönen Heimat, unserer einzigartigen Lüneburger Heide und der 725 Jahre alten Stadt Celle. Dabei muss sich die Branche regelmäßig modernisieren und neue Produkte anbieten, sich auf die veränderten Interessen unterschiedlicher Zielgruppen ausrichten und auch Trends aufgreifen und mitmachen.

So ist es für Celle strategisch wichtig, die erste als nachhaltig zertifizierte Stadt in Norddeutschland zu sein. Ein mehrjähriger Prozess unter Führung der Celle Tourismus und Marketing GmbH, dem sich bereits eine Reihe von Unternehmen der touristischen Leistungskette mit einer Zertifizierung angeschlossen haben. Das sind marketingstrategisch betrachtet Vorteile, die jetzt nutzbringend für Stadt und Region ausgespielt werden und zahlreiche weitere Touristen locken sollen.

Und die Celle Tourismus und Marketing GmbH und damit die Stadt Celle ist in diesem Jahr für den Nachhaltigkeitspreis des Deutschen Tourismus Verbands nominiert worden. Für den Sieg hat es nicht ganz gereicht, aber wir sind bis ins Finale gekommen und haben somit doch gewonnen, denn durch eine mehrwöchige Werbekampagne auf allen großen Bahnhöfen Deutschlands haben wir zusätzliche Aufmerksamkeit auf Celle gelenkt. Die touristische Infrastruktur muss stimmen, ebenso das Tourismus-Marketing. Aber auch die Angebote des Hotel- und Gastgewerbes. So schließt sich der Kreis.

Seien Sie also mit Leidenschaft und Herzblut bei der Sache! Damit meine ich ausdrücklich unsere Absolventinnen und Absolventen der Ausbildungsgänge hier heute Abend. Denn wenn jemand mit Leib und Seele dabei ist, haben Sie auch Spaß und Freude an der Arbeit und das merkt auch der Gast.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, alles erdenkliche Gute für Ihre Zukunft und denken Sie daran wir sind stolz auf jeden Einzelnen von Ihnen. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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