Neue Methode für Diagnostik und Therapie von Dünndarmerkrankungen im AKH

Medizin Von Extern | am Fr., 14.05.2021 - 16:54

CELLE.  Für Diagnostik und Therapie von Dünndarmerkrankungen wird im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) seit Kurzem eine neuartige endoskopische Eingriffs Methode eingesetzt – die sogenannte „Power-Spiral-Enteroskopie“. Notwendige Eingriffe sind damit noch schonender und gleichzeitig umfangreicher möglich, heißt es aus dem AKH. Zum Hintergrund teilt das Krankenhaus mit:
 
Mit einer Länge von etwa 6 Metern ist der Dünndarm der längste Teil des menschlichen Verdauungstrakts. Aufgrund seiner stark gewundenen Lage und, wie der Name schon sagt, seiner  „Dünne“ ist er erst seit einigen Jahren der Endoskopie zugänglich. Immer häufiger wird es dabei beispielsweise nötig, verborgene Blutungsquellen oder Entzündungen im Dünndarm aufzuklären. Das 
äußerst sensible Gebilde muss bei Diagnostik und Therapie besonders behutsam behandelt werden, was jetzt mit der weltweit neuen und im AKH eingesetzten Methode der „Power-Spiral Enteroskopie“ der Firma Olympus noch besser gelingt als zuvor.
 
„Diese Technik stellt den Einstieg in eine ganz neue Technologie dar. Vereinfacht gesagt wird dabei der  Dünndarm mithilfe einer speziellen motorisierten Spiral-Vorrichtung vorsichtig aufgefädelt und das Endoskop praktisch im ,Selbstfahr-Modus‘ durch einen Elektromotor so auf ausgesprochen schonende Weise durch den Verdauungstrakt gezogen“, erläutert Prof. Dr. med. Stephan Hollerbach, Chefarzt der  Klinik für Gastroenterologie/Endoskopie am AKH. „So sind auch bislang eher schwer zugängliche Bereiche ohne Operation für diagnostische und vielfach auch therapeutische Zwecke zu erreichen.“ Eine Sensor-gesteuerte Vorrichtung verhindert dabei, dass zu viel Druck auf die Dünndarmwände ausgeübt wird – ein zusätzliches Plus an Sicherheit. Ein weiterer Vorteil zu herkömmlichen Methoden wie etwa der sogenannten Doppelballon-Zug-Technik:  Da das Endoskop im Dünndarm größtenteils selbst fährt, kann das Rest-Risiko einer möglichen Verletzung des Dünndarmgewebes durch die Endoskop-Spitze noch weiter minimiert werden. 

Das in Celle neu eingesetzte System besteht aus drei Hauptkomponenten: dem enorm  anpassungsfähigen und mit weichen spiralförmigen Lamellen ausgestatteten Über-Schlauch mit integrierten Elektromotor, dem eigentlichen Endoskop und natürlich einer Steuerungs- und  Kontrolleinheit, mit der etwa die Rotationsrichtung und -geschwindigkeit eingestellt sowie der Rotationswiderstand überwacht werden können. „Wir sind derzeit meines Wissens die einzige Klinik im erweiterten Umkreis, die diese besonders schonende und effektive endoskopische Eingriffs-Methode schon einsetzt“, sagt Professor Hollerbach. „Die erstmaligen Anwendungen der Power-Spiral-Enteroskopie in Celle waren ein voller Erfolg. Das  System lässt sich äußerst präzise steuern und kontrollieren, so dass beste Behandlungsergebnisse bei sogar kürzerer Eingriffsdauer erzielt werden können. Jetzt werden wir weitere Erfahrungen mit der Methode sammeln und können als spezialisierte Klinik die notwendigen Eingriffe auch überregional  anbieten.“