CELLE. Nach dem einstimmigen Beschluss des Ortsrates Neuenhäusen, sich um das Fairtrade-Town- Siegel für den Stadtteil Neuenhäusen zu bewerben, rief Ortsbürgermeister Jörg Rodenwaldt umgehend eine Steuerungsgruppe ins Leben. Die Gruppe unter der Leitung von Sabine Heß-Grahnert konnte eine Reihe von Unterstützern aus Handel und Gastronomie sowie der Zivilgesellschaft gewinnen. „Die Resonanz im Stadtteil war so positiv, dass nun die Bewerbung bei Transfair Deutschland e.V. in Köln eingereicht werden konnte,“ freut sich Heß-Grahnert.

Rodenwaldt ergänzt: „Fairtrade-Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel stark machen.“ Auch der Stadtteil Neuenhäusen fühle sich den Zielen des fairen Handels verpflichtet und habe daher schon im Sommer 2015 den Ortsratsbeschluss gefasst, sich um das Fairtrade-Town- Siegel zu bewerben.

„Für eine erfolgreiche Bewerbung müssen fünf Kriterien erfüllt sein,“ erläutert Carola Beuermann, Pastorin der Kreuzkirche und Kirche Neuenhäusen, die ebenfalls dem Steuerungsgremium angehört. Neben Ortsratsbeschluss und Gründung einer Steuerungsgruppe, sind die weiteren drei Kriterien Fairtrade-Produkte im Sortiment von Einzelhandelsgeschäften, Floristen und Gastronomiebetriebe sowie die Beteiligung von öffentlichen Einrichtungen wie Kirchen und Schulen und die Medienarbeit. „Die Steuerungsgruppe musste im Stadtteil Neuenhäusen genügend Unterstützer finden, die schon jetzt Produkte aus dem fairen Handel anbieten oder verwenden, Bildungsaktivitäten durchführen oder sich dem Fairen Handel in besonderer Weise verbunden fühlen,“ schildert Regina von Fintel, Mitglied des Ortsrates, die Herausforderungen.

Die Kirchengemeinde Neuenhäusen und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde sowie die Volkshochschule Celle wurden als Unterstützer gewonnen. Das Kaiserin-Auguste- Viktoria-Gymnasium, welches fair gehandelte Produkte in einem von Schülern geführten Verkaufsstand anbietet, hat sich ebenfalls der Initiative angeschlossen. In dem Bereich Handel und Gastronomie verpflichteten sich die Congress Union, die CD-Kaserne und die Kornstube. Combi und auch verschiedene Discounter unterstützen die Aktion. Ebenfalls zählen der Sportverein HBV 91 und Bündnis 90/Die Grünen zu den Unterstützern.

Vergangene Woche war es dann so weit. Alle Anforderungen sind erfüllt, so dass die Bewerbungsformulare bei Transfair Deutschland e.V. in Köln eingereicht werden konnten. Nun heißt es: Warten. Die gründliche Prüfung durch Transfair kann bis zu acht Wochen dauern.

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