Der Umwelt zuliebe: Neues Fahrzeug für die Stadtentwässerung

Technik Von Extern | am Do., 03.09.2020 - 15:16

CELLE. Knapp 480.000 Euro wurden jetzt in ein modernes Hochdruckspül-  und Saugfahrzeug für die  Celler Stadtentwässerung (SEC) investiert. „Eine Ausgabe, die allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zugutekommt“, weiß Michael Martin, Betriebsleiter Stadtentwässerung. „Eine ordnungsgemäß betriebene Kanalisation ist neben der Abwasserreinigung im Klärwerk Voraussetzung für den Schutz unserer Gewässer.“  Die Kanalisation kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie sorgfältig überwacht, unterhalten und gereinigt wird. Martin: „Hierfür setzten wir drei unterschiedliche Kanalspülfahrzeuge ein. Das Älteste aus dem Jahr 2005 mussten wir jetzt wegen erheblichem Verschleiß durch ein Neues ersetzen.“

Über das neue Fahrzeug informiert die Stadt Celle in einer Pressemitteilung:

Auf vielen Kilometern durch den Kanal

Doch was „macht“ so ein Fahrzeug eigentlich tagtäglich? Vor allem viele, viele Kilometer, denn die Aufgaben sind vielfältig und umfassen das Reinigen von rund 310 Kilometern Schmutzwasserkanälen, circa 230 Kilometern Regenwasserkanälen, 50 Pumpwerken, 36 Regenwasserbehandlungsanlagen, monatlich etwa 70 Fettabscheidern sowie 15 Kleinkläranlagen und Fäkalgruben.

Und da ist jede Menge drin: Ausgestattet ist das von der Firma Müller Umwelttechnik gebaute Hochdruckspül- und Saugfahrzeug mit einem 9.800 Liter fassenden Tank, der in drei Teilbereiche zwischen Frisch- und Abwasser aufgeteilt werden kann. So kann je nach Einsatz mehr Wasser zum Reinigen mitgeführt oder mehr Abwasser zur Entsorgung aufgenommen werden.

Die Kanalreinigung erfolgt jetzt auf bis zu 350 Meter Länge  mit einem Druck von bis zu 200 bar. Das Fahrzeug ist mit einem hydraulischen Ausleger für den Saug- und Spülschlauch ausgestattet. Dieser Ausleger hat einen Schwenkbereich von 200 Grad und ist damit in einem Radius von 4 Metern links und  5,60 Metern rechts neben dem Fahrzeug für alle erforderlichen Kanalreinigungsarbeiten gerüstet.

Arbeitsschutz und Hygiene

Sämtliche Bedienelemente können von den Mitarbeitern per Fernsteuerung betätigt werden. Das dient dem Arbeitsschutz und reduziert die Gefährdung. Und auch an die Hygienevorschriften wurde gedacht. Dafür sorgen eine Handwaschvorrichtung mit warmen Wasser, Papierhandtücher und Desinfektionsmittel.

Das Fahrzeug ist mit den modernsten Sicherheitsassistenten für den Straßenverkehr ausgestattet mit einem Spurhalteassistenten, einem Abstandsassistenten, einem Bremsassistenten, einem Abbiegeassistenten und einer Rückfahrkamera.

An die Umwelt gedacht

Aufgrund der steigenden Immissionen in den Städten, ist ein Motor nach der neuesten Euro-Norm VI verbaut.  So wird der Ausstoß von CO² um mehr als 25 Prozent, die Stickoxide um mindestens 90 Prozent und die Partikelmasse um 94 Prozent reduziert.  Sämtliche Kriterien für die Schadstoffklasse wurden im Rahmen der europaweiten Ausschreibung als Bewertungskriterium vorgegeben. Das neue Fahrzeug soll rund 12 Jahre im Einsatz sein.