UNTERLÜSS. Der Emmerbach hat auf einer Länge von 700 Metern ein neues Kiesbett erhalten. Es handel sich hier um einen Heidebach, der Teil des Naturschutzgebietes „Ise mit seinen Nebenbächen“ sei. Er fließe durch die Revierförsterei Betzhorn des Niedersächsischen Forstamtes Unterlüß. Bereits 2014 wurden in einem ersten Projekt 500 Tonnen Kies auf 400 Meter in die Bachsohle eingebracht.

Ziel des Projektes sei die ökologische Aufbesserung des Gewässers gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Forstamt Unterlüß, dem Unterhaltungsverband Ise, dem Aller-Ohre – Verband und dem NLWKN sowie in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutz- und Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn wurde das Projekt geplant, genehmigt und umgesetzt.

Christoph Rothfuchs, Förster und Waldökologe im Forstamt Unterlüß erklärt: „Alle Beteiligten haben hier toll zusammengearbeitet und an einem Strang gezogen“. In nur acht Arbeitstagen wurden 640 Tonnen Kies im Bachbett eingebaut. Eine logistische Herausforderung sei es gewesen, den schweren Kies über die sonst eigentlich feuchten Böden zum Bach zu bringen. „Der extrem trockene Sommer hatte in diesem Fall auch etwas Gutes, wir konnten auf das Anlegen einer Baustraße verzichten, ohne Bodenschäden zu verursachen“ so Ronald Möws Gewässerkoordinator des Aller-Ohre-Verbandes. Das neue Kiesbett diene als Laichsubstrat für die heimische Fischfauna wie Mühlkoppe oder Bachforelle. Von diesen Fischen ernähre sich wiederum der heimliche Schwarzstorch. Gleichzeitig werde Lebensraum am Gewässergrund für tierische Kleinstlebewesen wie beispielsweise Kleinkrebse, Libellen- oder Köcherfliegenlarven  geschaffen.

„Der Aller-Ohre-Verband hat großes Interesse, über solche Projekte die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in unseren Bächen voranzutreiben“, ergänzt Silke Westphalen Geschäftsführerin des Aller-Ohre-Verbandes. Die Finanzierung des gemeinsamen Naturschutzprojektes wurde zu 90 Prozent mit Fördermitteln der Landes und der europäischen Union aus der Fließgewässerentwicklung sichergestellt. Das Forstamt Unterlüß habe die Ko-Finanzierung der restlichen 10 Prozent übernommen.

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