CELLE. Nach dem Ende der Schulferien kamen vier Schülerinnen der Oberschule Lachendorf zur Ernst-Schulze-Säule an der Trift: Julia, Greta, Lilith, Stina und ihre Klassenlehrerin Julia Balser. Sie wollten das neue Poster ansehen, das kurz zuvor angebracht worden war. Dieses Poster gibt ein Bild wieder, das sie gemeinsam im Kunstunterricht mit Pastellkreide geschaffen hatten. Vor dem mächtigen Stamm eines Baums ist ein grau-roter Vogel zu sehen, fast unscheinbar, aber mit leuchtend rotem Schnabel.

Mit dem Bild haben sie die erste Strophe eines Gedichts bildnerisch umgesetzt, das der Celler Dichter Ernst Schulze vor mehr als 200 Jahren geschrieben hat:
»Amor ist ein zarter Vogel,
Wiegt sich fröhlich auf den Bäumen.
Ach, wie lieblich lässt sich’s träumen,
In dem Schatten,
Wo der holde Vogel singt.«

Schon im 19. Jahrhundert sind vielfach Künstler von Versen Ernst Schulzes inspiriert worden und haben sie zu Bildern gestaltet. Auch Julia, Greta, Lilith und Stina haben sich von den poetischen Worten dieses Textes, den sie im Kunstunterricht vorgelegt bekommen hatten, mitreißen lassen. Amor war sicher das auslösende Wort, und sie haben dann das dichterische Bild vom zarten Vogel ganz wörtlich in ihre Zeichnung übertragen. Die Betrachter können so die Sicht der Mädchen gut nachvollziehen.

Nicht nur ihr eigenes Bild besahen die jungen Künstlerinnen. Sie gingen um die Säule herum, ließen sich die Lebensstationen Ernst Schulzes erläutern, konnten Abbildungen seiner Werke sehen und fanden neben dem Porträt des Dichters kurze Zitate von ihm. Sie erfuhren auch, dass seine Texte in viele Sprachen übersetzt wurden und dass sie über viele Jahrzehnte begeistert gelesen wurden. Das Poster wird noch fast zwei Wochen lang an der Ernst-Schulze-Säule zu sehen sein. Alle Interessierten können es betrachten.

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