Neugliederung der Schulbezirke: "Einfachste Lösung, allerdings nicht für die Kinder"

Leserbeiträge Von Extern | am Mi., 24.03.2021 - 16:02

Georg Aßmus aus Celle schreibt zum CELLEHEUTE-Artikel "Auf kurzen Beinen von der Bahnhofstraße in die Blumlage":
"Ist es Sturheit oder Intransparenz, wovon die Aussagen der Verwaltung getragen werden, wenn sie kurze und sichere Schulwege für die Kinder im Altstädter Bezirk verhindern will? Zynisch oder bestenfalls naiv wird argumentiert und am Ende mit zweierlei Maß gemessen. Wenn der eigene Vorschlag als „einfachste“ Lösung gepriesen wird, kann hier nur die einfachste Lösung für die Verwaltung, nicht aber für Eltern und Kinder gemeint sein. 

Das Ganze beginnt bei der Länge des Schulweges: 2 Kilometer halte das Schulgesetz für zumutbar und – dem Zirkel sei Dank – kommt die Verwaltung auch genau auf dieses Maß. Die Luftlinie ist eindeutig und natürlich kein Problem für den, der übers Wasser zu gehen versteht. Für alle anderen sollten auch qualitative Aspekte betrachtet werden. Da verlängert sich der Weg schnell über die 2km hinaus, da sind Bundesstraßen zu kreuzen und andere heikle Stellen zu passieren. Und da die Kleinen wohl seltenst eine solche Strecke zweimal täglich zu Fuß gehen wollen, werden auch die Elterntaxis wieder zu neuer Blüte gelangen. 

Es gäbe wesentlich näher liegende Schulen. Aber die Aufnahmekapazität von Neustädter Schule und Waldwegschule sei erschöpft, bedauert die Verwaltung. Hat nicht Frau McDowell seinerzeit gesagt, dass nur für wenige Kinder ein längerer Schulweg entstünde, wenn die Altstädter zur Blumläger Schule ziehe? Nun aber bringen diese wenigen Kinder den Waldweg und die Neustadt gleich zum Bersten? Das klingt schon sehr zusammengerundet, jedenfalls nicht gerade plausibel. Erst recht nicht, wenn zugleich die Schulleiterin der Blumlage anmerkt, dass auch dort die Kapazitätsgrenze erreicht sei. Warum darf das Platzargument also in der einen Richtung gelten, in der anderen aber nicht?    

Schließlich hat der Stadtelternrat grünes Licht gegeben. Und der vertritt ja bekanntlich die Betroffenen. Zumindest sollte er das. Wie sehr Herr Ohl etwa die Eltern der Altstädter Schule vertreten hat, als er für die Schließung derselben stimmte, haben die seinerzeitigen Proteste zu Genüge gezeigt. Niemand würde in so einem Fall wohl gegen die Interessen der eigenen Kinder entscheiden. Dann bliebe aber immer noch die Enthaltung. Inzwischen geht es aber kaum noch um die Kinder, die schon zur Schule gehen, sondern um die, die es erst in den nächsten Jahren tun werden. Spricht der Stadtelternrat auch für sie oder sollte das eher eine andere Vertretung tun? Eine, die die Problematik der „kurzen Beine“ vielleicht ernster nimmt.

Fest steht: Es gibt für die Kinder im nördlichen Neuenhäusen sichere Wege zu nahen Schulen. Diese Schulen scheinen gut ausgelastet, aber das sind andere auch. Dass ich nach dem Willen der Verwaltung meine Kinder nun weder zur nächsten Schule schicken darf noch zur Schule unseres Stadtteils, dürfte in Celle beinahe einmalig sein. Deshalb erwarte ich von der Verwaltung mehr als das bisher Gesagte, um zu verstehen, welch höherem Zweck diese Maßnahme dient."
 

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