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Politik

Neujahrsempfang der CDU in Nienhof – Otte-Kinast: „Nicht Misstrauen, sondern Dialog soll meine Devise sein“

07.01.2018 - 16:40 Uhr     Angela Siems    0

LANGLINGEN-NIENHOF. Zum traditionellen Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Celle und des CDU-Samtgemeindeverbandes Flotwedel konnten der Kreisvorsitzende, Henning Otte (MdB), und der Vorsitzende des Samtgemeindeverbandes Flotwedel, Ernst-Ingolf Angermann, heute neben den beiden CDU-Landtagsabgeordneten, Thomas Adasch und Jörn Schepelmann, Landrat Klaus Wiswe (CDU) sowie rund 200 Mitglieder und Freunde der christdemokratischen Partei im Gasthaus Duda in Nienhof begrüßen. Ehrengast war in diesem Jahr Barbara Otte-Kinast (CDU), frischgebackene Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Angermann, der bei der Landtagswahl im vergangenen Oktober nicht erneut kandidiert hatte, blickte auf das Jahr 2017 zurück und gab zu, dass ihn die Landespolitik noch nicht ganz loslasse. So freue er sich insbesondere darüber, dass mit Otte-Kinast eine Landwirtschaftsministerin im Amt sei, die sich für „ihre“ Landwirte einsetze. „Landwirte möchten wertgeschätzt werden. Das hat in der Vergangenheit nicht stattgefunden“, so Angermann.

Schepelmann, seit Oktober der Nachfolger Angermanns im Landtag, ging in seinem Grußwort auf die Schwerpunkte der Arbeit für das kommende Jahr ein: In Absprache mit den Gemeinden solle der Weg für einen beitragsfreien Kindergarten geebnet werden. Der Ausbau des Glasfasernetzes in Niedersachsen müsse vorangetrieben werden. Außerdem sei geplant, zusätzliche Lehrer und Polizisten einzustellen. Der Landtagsabgeordnete versprach, sich auch immer wieder für die Themen einzusetzen, die für die Region Celle besonders wichtig seien, wie z. B. die Ostumgehung. „Ich freue mich auf die Arbeit zum Wohle unserer Heimat“, erklärte Schepelmann.



Fotos: Peter Müller

„Wir als CDU nehmen die Verantwortung auch in Berlin an. Gern hätten wir jetzt schon eine tragfähige Regierung aufgestellt“, berichtete Otte anschließend aus dem Deutschen Bundestag. Er hoffe jedoch, dass bis Ostern eine neue Bundesregierung im Amt sei. Als wichtige Punkte für die neue Legislaturperiode nannte der Bundestagsabgeordnete unter anderem eine dauerhaft stabile Rente, die Stärkung von Polizei und Justiz und besonders den Einsatz für Frieden und Freiheit in Europa. „Wir müssen uns mehr für Europa engagieren, wollen aber unsere Identität als Deutschland auch stark erhalten“, sprach Otte sich gegen die vom SPD-Vorsitzenden Martin Schulz propagierten „Vereinigten Staaten von Europa“ aus.

Kommunikativ und humorvoll zeigte sich Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast und erntete dafür viel Beifall vom Publikum. In ihrer Neujahrsansprache ging sie nicht nur auf das Thema „Herausforderungen der Landwirtschaft im Jahr 2018“ ein, sondern ließ die Anwesenden auch an ihren Erfahrungen aus den ersten Wochen im Amt teilhaben. Sie habe bereits mit vielen Verbänden Gespräche geführt, und das wolle sie auch weiterhin tun. „Nicht Misstrauen, sondern Dialog soll meine Devise sein“, erklärte sie und machte deutlich, dass sie verbinden möchte, statt zu trennen.

Die Landwirtschaft wieder in der Mitte der Gesellschaft zu verankern und Ökologie und Ökonomie besser in Einklang zu bringen – das habe Otte-Kinast sich unter anderem zum Ziel gesetzt. „Ich will eine Landwirtschaft, die besser, wirtschaftlicher und umweltschonender ist“, so die Ministerin. Gemeinsam mit der SPD wolle sie vieles voranbringen und frage sich, warum beispielsweise Umweltministerium und Landwirtschaftsministerium in den Vorjahren nicht besser zusammen gearbeitet hätten. Das wolle sie ändern. Ein großes Anliegen sei der gelernten Ländlichen Hauswirtschaftsleiterin zudem, eine gesunde, hochwertige und ressourcenschonende Ernährung in den Fokus zu rücken, dies aber ohne erhobenen Zeigefinger. In ihrem Ministerium gebe es viele gute Ideen und hochmotivierte Mitarbeiter – gemeinsam mit ihnen hoffe sie, viel für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum zu erreichen.

Abschließend gab Landrat Wiswe aus Sicht der Kreisverwaltung noch einen kurzen Ausblick auf das Jahr 2018. Ein Thema von besonderer Bedeutung sei der für das Gebiet des Landkreises Celle geplante Breitbandausbau. Hier appellierte der Landrat noch einmal: „Bitte machen Sie Werbung dafür, und bitte entscheiden Sie sich selbst dafür“. Nur wenn sich mindestens 40 Prozent der Haushalte in den betroffenen Gebieten für den über den Pächter Vodafone angebotenen Glasfaseranschluss entscheiden, könne das kostenträchtige Projekt umgesetzt werden.

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