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Hermannsburger Zukunftsprojekt ist „Bildungs- und Kulturmeile“

Neujahrsempfang der CDU Südheide im Zeichen von Bauprojekten und Förderanträgen

14.01.2018 - 19:11 Uhr     Susanne Zaulick    0
(von links) Bernd-Wilhelm Winkelmann, Klaus Wiswe, Torsten Neumann, Jörn Schepelmann, Axel Flader, Ernst-Ingolf Angermann. Fotos: Susanne Zaulick

HERMANNSBURG. Eine Woche früher als üblich, hatte die CDU Südheide zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang eingeladen. Den Grund dafür erfuhren die rund 130 Anwesenden vom Landtagsabgeordneten Jörn Schepelmann: Mit Blick auf die eigentlich für den 14. Januar geplante Landtagswahl hatte man den Termin vorverlegt. Doch anstatt noch einen Endspurt beim Stimmenfang hinzulegen, konnte Schepelmann nun ganz entspannt aus seinen ersten Wochen im Landtag berichten.Da außerdem der Bundestagsabgeordnete Henning Otte – sonst im Programm der Veranstaltung fest als Redner eingeplant – auf „Dienstreise“ in Jordanien weilt, blieb viel Platz für Informationen aus der Kommunal- und Kreispolitik.



Der neue Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Südheide, Torsten Neumann, begrüßte die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Polizei, Feuerwehr, Bildungseinrichtungen und Vereinen sowie die Mitglieder. Einen Dank richtete er sowohl an Bürgermeister Axel Flader („Uns ist bewusst, was Sie leisten“), aber auch an den Landrat und die ehrenamtlich Engagierten im Gemeindeverband.

Als CDU-Fraktionsvorsitzender gab Bernd-Wilhelm Winkelmann einen Einblick in die jüngsten Entscheidungen des Rates, angefangen von der finanziellen Unterstützung der Tagespflegepersonen über die Ferienbetreuung für Grundschüler bis hin zum Entschluss, das Hermannsburger Hallenbad künftig ganzjährig geöffnet zu halten. Man habe erhebliche finanzielle Mittel in das Bad investiert. Zudem würde in einem schlechten Sommer wie dem vergangenen, das Faßberger Freibad, mit dem Hermannsburg bisher eine Kooperations-Vereinbarung hinsichtlich des Personals hatte, nicht besucht. „Ich hoffe, die Faßberger verstehen diese Argumente“, so Winkelmann.

Mit dem Neubau eines Feuerwehrhauses für die Wehren Hermansburg und Baven steht ein großes Bauprojekt an. Für den Standort Billingstraße 37 soll jetzt ein Planungsbüro mit der Detailplanung beauftragt werden. (Um-)gebaut werden soll auch für mehr Kita- und Krippenplätze. Derzeit werde geprüft, ob die ev.-luth. Kirchengemeinde am Standort „Altes Pfarrhaus/Plathnerhaus“ an der Billingstraße bauliche Investitionen tätigen und ein Gebäude dann als Kita an die Gemeinde verpachten könnte. Alternativ könnte im Fasanenweg 2 oder auf dem ehemaligen Tennisplatz am Hasenberg neu gebaut werden.

Bürgermeister Axel Flader legte in seiner Ansprache den Schwerpunkt auf die Finanzierung von geplanten und laufenden Projekten. Dabei spielen Fördergelder eine wichtige Rolle. So können die Maßnahmen im Örtzepark – darunter Sanierung der Wehrstegbrücke und Gestaltung des Auteriver Platzes – zu zwei Dritteln aus Fördermitteln finanziert werden. Beim Treppenspeicher in Lutterloh bleiben bei Gesamtkosten von 180.000 Euro lediglich 8000 Euro für die Gemeinde – hier greift, zusätzlich zu LEADER-Mitteln, der Kofinanzierungsvertrag, der im Rahmen der Fusion unterzeichnet wurde und mit dem „besonders überschuldeten Gemeinden“ Zuschüsse gewährt werden. Für das Dorfgemeinschaftshaus Baven habe man eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Danach kann die alte Schule saniert und erweitert werden, das Feuerwehrgebäude auf demselben Grundstück würde abgerissen. Kostenpunkt der Maßnahme: 800.000 Euro, wovon zwei Drittel aus Fördergelder finanziert werden können.

Anträge auf weitere Fördergelder für die Gestaltung der Hermannsburger „Kultur- und Bildungsmeile“ sind schon in Arbeit und müssen bis 1.Februar eingereicht werden. Eine Arbeitsgruppe hat sich mit den Gebäuden im Bereich von Harmsstraße, Missionsstraße und Lotharstraße befasst und schlägt unter anderem den Abriss des Jugendzentrums „Fiesta“ und – unter Nutzung dieses Areals – einen Anbau an das Gebäude von Bücherei und Heimatmuseum in der Harmsstraße vor um hier ein Bildungs- und Familienzentrum zu schaffen. Und weil auch privat und gewerblich in Hermannsburg weiter gebaut wird und werden soll, mahnte Flader die Überlegung an, wo künftig noch weitere Baugebiete entstehen könnten. In Unterlüß wolle man in nächster Zeit vor allem den Immobilienleerstand ins Visier nehmen und hier insbesondere die Gebäude, die zu einem Immobilienfonds gehören, erläuterte Flader. Ein Projekt, das 2018 abgeschlossen wird, ist der Bau des Bürgerhauses im Ortsteil Unterlüß.

Aus seiner Arbeit im Landtag berichtete Jörn Schepelmann MdL. Er zeigte sich vor allem erleichtert darüber, dass im Landwirtschaftsministerium Barbara Otte-Kinast (CDU) den Grünen-Minister Christian Meyer, „der mit seiner Ideologie für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum nicht gut“ gewesen sei, abgelöst hat. Schwerpunkte der Landtagsarbeit seien derzeit die beitragsfreie Kita, die ab August kommen soll, der flächendeckende Glasfaserausbau, für den im ersten Schritt 500 Millionen Euro angesetzt seien sowie eine festgelegte Schuldenbremse nach Vorbild der Bundespolitik auch für das Land Niedersachsen. „Das ist ein Punkt, wo man einen Unterschied zwischen CDU und SPD sieht“, betonte Schepelmann: Angesichts von 60 Milliarden Euro Schulden solle die Landesregierung nicht mehr Geld ausgeben dürfen als sie einnehme.

Ein Thema, das sowohl Schepelmann, als auch Landrat Klaus Wiswe ansprachen, war – der Wolf. Es müsse eine Bestandsregulierung stattfinden, zeigten sich beide einig und optimistisch, dass dies mit der neuen Regierungskonstellation erfolgen könne. Für die Kreisverwaltung ist derzeit der Glasfaserausbau in den „weißen Flecken“ des Landkreises ein zentrales Anliegen. Wiswe wies darauf hin, dass Bürger in den betroffenen Gebieten (auf der Homepage des Landkreises gibt es eine Übersicht dazu) die Möglichkeit hätten, den Anschluss (bis zu 30 Meter auf’s Grundstück) kostenlos zu erhalten, wenn sie innerhalb des kommenden halben Jahres den entsprechenden Vertrag unterzeichnen. 13.000 Haushalte liegen in den betroffenen Gebieten. 40 Prozent von ihnen müssten das Angebot annehmen, damit es umgesetzt werden kann.

 

 

 

 

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