Niedersächsische Landesforsten schaffen Blühwiesen - Forstamt Fuhrberg blüht auf

Wissenschaft Von Redaktion | am Mo., 20.05.2019 - 18:31

FUHRBERG. Das Niedersächsische Forstamt Fuhrberg verwandelt in den Forstrevieren Fuhrberg, Mariensee und Ovelgönne ehemalige Wildäcker und Waldinnenränder in Blühwiesen. „Verwendet wird ausschließlich zertifiziertes Regiosaatgut, da regional angepasste Pflanzen besser wachsen und somit Insekten mehr Pollen und Nektar bieten“, sagt Roman Spenner, Naturschutzförster des Forstamtes. So zeigten wissenschaftliche Studien, dass die Pflanzen bis zu zehn Prozent mehr Biomasse liefern. „Insekten und Pflanzen haben sich in ihrer langen Entwicklungsgeschichte aneinander angepasst, umso wichtiger ist es, regionales Saatgut zu verwenden“, sagt er. „Eine Insektenart, die sich an einem bestimmten Standort befindet, ist in ihrer Nahrungsaufnahme auch an regionale Artenvielfalt gebunden. Dies unterstützen wir mit unserem Blühwiesen-Projekt aktiv.“ Dadurch leisten die Landesforsten auch einen Beitrag zum Schutz von Insektenarten, die eher im Offenland und weniger im Wald vorkommen.

Die Aussaat erfolgt maschinell oder auch mit der sogenannten „Kleegeige“, einem altertümlich anmutenden Gerät zur Aussaat von Samen. „Die Kleegeige sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Feinsamen“ sagt Unternehmer Philipp Reitschky. Vorbereitet wird die Fläche durch ein Pferdegespann von Carsten Schnupp -  ein altbewährtes, bodenschonendes Verfahren.

Zukünftig sichere man durch das jährliche Mähen der Blühwiesen ihren langfristigen Erhalt. Zusätzlich entstehe hochwertiges Futter für Nutztiere. „Durch den Abtrag des Mähgutes verhindern wir eine zunehmende Nährstoffanreicherung“, betont Spenner. „Denn je nährstoffärmer eine Wiese ist, desto besser ist dieses für die Wildblumen. Diese können sich auf nährstoffreichen Standorten nicht gegen konkurrenzstärkere Gräser durchsetzen“.