„Wir sind ein bisschen ein Modellprojekt“ – Finanzminister Hilbers im OLG

Gesellschaft Von Anke Schlicht | am Fr., 12.06.2020 - 08:31

CELLE. „Ein schönes historisches Gebäude“, zeigt sich Reinhold Hilbers beeindruckt, während um ihn herum gehämmert und gestemmt wird. An manchen Stellen wird die Geschichte sogar noch deutlicher sichtbar im Verlaufe von Sanierungsarbeiten. Diese sind derzeit im Altbau des Oberlandesgerichtes (OLG) in vollem Gange.

Die Handwerker nehmen am Donnerstag kaum Notiz von dem Besuch aus Hannover, sie werkeln weiter, während der niedersächsische Finanzminister von der Präsidentin, Stefanie Otte, durchs Haus geführt wird. Seit Ostern werden der Brandschutz und die Technik auf Vordermann gebracht. Denn so schön die alte Bausubstanz auch ist, so wenig halten die Säle, Flure und kleinen Räume den heutigen Anforderungen an den technischen Standard, die Barrierefreiheit, den Brandschutz und die Energetik stand. Stefanie Otte leitet den Minister, der sich ein Bild machen möchte vom Baugeschehen, über Gerüste, mit Flies und Folie ausgelegte Treppen, vorbei an Holzhaufen und über nackten Zementboden. Dennoch blitzt die Pracht der Räume immer wieder auf – Deckenmalereien, Ornamente und Stuck. Kein Wunder, wurde das 1842 eingeweihte Gebäude doch dem Palozzo Strozzi in Florenz, einem klassizistischen Prachtbau der Renaissance, nachempfunden.

„Hier die Heizung ist genau 100 Jahre alt, sie wurde 1920 installiert“, nennt die Präsidentin ein sehr anschauliches Beispiel für den Modernisierungsbedarf. Die Leitung der auf drei Jahre angelegten Maßnahme obliegt dem Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide. Der Dienstbetrieb läuft während der Umgestaltung weiter. „Wir sind ein bisschen ein Modellprojekt“, sagt Otte vor dem Hintergrund von Covid-19, das bestimmte Vorkehrungen unverzichtbar macht. Die Zusammenarbeit mit der Lüneburger Behörde funktioniere auch deshalb so gut, weil eine unerlässliche Voraussetzung gegeben sei: „Das A und O ist die Kommunikation“, betont Otte.

Das Investitionsvolumen für das dreiflügelige OLG beträgt im laufenden Jahr 1,3 Millionen Euro. „Wir halten die Auftragsvergabe an hiesige mittelständische Betriebe und Freiberufler für sehr erstrebenswert“, merkt der Minister an, bevor er ganz Niedersachsen ins Visier nimmt und ankündigt: „So zügig wie möglich werden wir unsere Aufträge vergeben. Wir sind uns unserer konjunkturpolitischen Verantwortung bewusst. Niedersachsen plant, in den nächsten Jahren ein immenses Bauvolumen umzusetzen.“