Nienhäger Anna Monta Olek bei der U21 Judo-Europameisterschaft 

Sport Von Monika Wille | am So., 29.08.2021 - 17:34

NIENHAGEN. Die 19-jährige Anna Monta Olek ist derzeit Nienhagens beste Judoka und wird am Samstag, dem 11. September 2021 in Luxemburg für Deutschland bei den U21 Judo-Europameisterschaften antreten. Aber zuvor stand erst einmal eine kleine Ehrung im Heimatverein an, denn Anna ist in dieses Jahr bisher sehr erfolgreich gestartet.

So konnte sie bei den beiden Europacups, an denen Deutschland sich in diesem Jahr beteiligt hat, einmal Silber und einmal Gold erzielen. Dies blieb auch dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten nicht verborgen, der sie mit der niedersächsischen Ehrenmedaille auszeichnete. Grund genug für den Geschäftsführer des SVN, Hergen Korte, seinen Geschäftsstellenleiter, Rainer Joubert, der selbst aktiver Judoka ist, und Trainer Maik Edling, ihrem Mitglied herzlich zu gratulieren und für die kommenden Wettkämpfe alles Gute mit auf den Weg zu geben.

„Manchmal wird man einfach zu gut, um noch hier vor Ort trainieren zu können“, sagte Hergen Korte mit leichtem Bedauern und machte deutlich, dass andererseits nur mit Spitzenleistungen auf den Sport aufmerksam  gemacht werden und junge Menschen dafür begeistert werden können. Er sei stolz darauf, dass Anna nach wie vor den engen Kontakt zum SVN suche und lobte besonders ihr soziales Engagement, sei es bei der Aktion „Engel verleihen Flügel“ oder ihr Einsatz für krebskranke Kinder oder ihr Bemühen, Kinder für den Vereinssport zu begeistern.

„Der SV Nienhagen ist einfach wie eine große Familie für mich. Jeder ist für den anderen da und unterstützt, wo er nur kann“, erläutert Anna ihre Verbundenheit zum SVN. Denn seit einigen Jahren trainiert sie im Bundesstützpunkt in Hannover. Dort besucht sie auch die Schule und hat für dieses Jahr ihr Abitur im Visier. 

Die Entscheidung für den Judosport sei ihr leichtgefallen, erklärt die Sportlerin. Sie habe es auch mit dem Schwimmen versucht, denn ihre Mutter sei dem Schwimmsport sehr verbunden. Mit dem Vater, einem aktiven Judosportler ,sei sie hingegen schon von klein auf in die Hallen gegangen und sie sei quasi mit diesem Sport aufgewachsen. „Außerdem ist Judo sehr abwechslungsreich und vielseitig, vom Ausdauertraining über Stretching bis hin zu den Kampftechniken, werden hier die verschiedensten Fähigkeiten gefordert und gefördert“, erklärt sie ihre Begeisterung für den Sport.

Die Corona-Pandemie hatte natürlich auch Auswirkungen auf diesen Sport. An Training oder gar Wettkämpfe war anfangs überhaupt nicht zu denken. Dieser Sport geht nun einmal nicht ohne Körperkontakt. „So war zunächst jeder auf sich selbst angewiesen. Es gab Zoom-Meetings mit Work-outs und erst so nach und nach konnte wieder mit Trainingseinheiten begonnen werden. Wenn ich dem Ganzen etwas Positives abgewinnen will“, so Anna, „dann wohl, dass ich mich intensiver mit den Kampftechniken befassen konnte, als das im normalen Wettkampfgeschehen möglich gewesen wäre.“ Ihr „normaler“ Trainingsverlauf sieht  drei bis vier Stunden täglich vor und an den Wochenenden Regenerationssport wie Radfahren, Stretching und Ähnliches.

„Wenn wir nach Luxemburg kommen, müssen wir uns zunächst in Quarantäne begeben und wir werden mehrfach getestet, erläutert Anna, was in den nächsten Tagen auf sie zukommen wird. „Wir leben dort in einer sogenannten Blase und bekommen Zeiten für das Training auf der Matte zugewiesen. Wie es ausgeht, das kann man bei Judo nie vorhersagen“, fährt sie lächelnd fort. „Es kommt immer auf den richtigen Griff im richtigen Augenblick an.“ Ob das gelingt?