Identitätsprüfung beim Jobcenter ab sofort auch online möglich

Gesellschaft Von Susanne Zaulick | am Mo., 12.04.2021 - 17:26

CELLE. Die meisten KundInnen des Jobcenters im Landkreis Celle stellen während der Corona-Pandemie schriftlich, online oder telefonisch einen Antrag auf Arbeitslosengeld II. Im Jobcenter sieht man dies als "eine erforderliche und zielführende Maßnahme im Sinne der allgemein erforderlichen Kontaktreduzierungen" an. Auch schon vor der Pandemie seien viele Antragstellungen über diesen Weg erfolgt. Bei der persönlichen Vorsprache zur Antragstellung konnte häufig kein Identitätsnachweis, wie der Personalausweis, vorgelegt werden, so das Jobcenter. In diesen Fällen sei eine eindeutige Identitätsfeststellung der Antragstellenden nicht möglich gewesen. Diese müsse dann zwingend nachträglich erfolgen. Der Kunde muss nochmal mit Personalausweis zum Jobcenter. Dafür steht ab sofort das freiwillige Online-Verfahren „Selfie-Ident“ zur Verfügung.

Dazu erläutert das Jobcenter: Wenn ein Kunde erstmalig einen Antrag beim Jobcenter im Landkreis Celle stellt, erfolgt grundsätzlich eine Prüfung seiner Identität. Die Prüfung ist anhand geeigneter Nachweise (in der Regel Personalausweis oder Pass mit Meldebestätigung) vorzunehmen und stellt sicher, dass die Leistungen an die richtigen Personen ausgezahlt werden. Sie hilft damit, Leistungsmissbrauch zu vermeiden. Die Identitätsprüfung kann jetzt auch online erfolgen. Das gilt sowohl bei jetzt neuen erstmaligen Anträgen als auch in den Fällen, in denen in den vergangenen Monaten die Identitätsprüfung zurückgestellt wurde.

Deshalb bietet das Jobcenter im Landkreis Celle ab sofort das sogenannte „Selfie-Ident-Verfahren“ an. Damit könne die notwendige Identitätsprüfung ohne persönliches Erscheinen über ein Handy oder Tablet sowie Internetzugang erfolgen. Die Nutzung des Online-Verfahrens „Selfie-Ident“ erspart eine persönliche Vorsprache im Jobcenter. Das Angebot, am Selfie-Ident-Verfahren teilzunehmen, sei freiwillig. Die Nichtnutzung habe keine Auswirkungen auf die Ansprüche und Rechte der oder des Betroffenen. Sollten sich Kundinnen oder Kunden dagegen entscheiden, erhalten sie einen Brief von ihrem Jobcenter, mit dem sie sich auf herkömmliche Art identifizieren können. Sie werden dann zu einem Termin eingeladen, sobald die pandemische Lage es zulässt.

Alle Kundinnen und Kunden, für die die Identitätsprüfung nachgeholt werden muss, erhalten in den kommenden Wochen ein Schreiben vom Jobcenter, in dem das Selfie-Ident-Verfahren angeboten und erklärt wird. Betroffene müssen also erst dann aktiv werden, wenn sie angeschrieben werden. Technische Unterstützung gibt es vom Support Service Center der Bundesagentur für Arbeit über die gebührenfreie Servicerufnummer 0800 4 5555 01.

Sylke Schwanhold, Geschäftsführerin des Jobcenters im Landkreis Celle erklärt: „Das Selfie-Ident-Verfahren ermöglicht es Kundinnen und Kunden, rund um die Uhr und ohne persönliches Erscheinen in der Dienststelle ihre Identifizierung nachzuholen. Der Schutz der personenbezogenen Daten hat für uns höchste Priorität. In Kooperation mit unserem Partnerunternehmen garantieren wir eine sichere Verarbeitung der Personendaten.“

Für die Online-Identifizierung brauchen die KundInnen drei Dinge: erstens ein App-fähiges Gerät mit Kamera (Smartphone, Tablet), zweitens eine stabile Internetverbindung und drittens ein gültiges Ausweisdokument (deutscher Personalausweis oder elektronischer Reisepass mit Chip). Über einen QR-Code auf dem Kundenanschreiben bzw. durch Aufruf der im Schreiben benannten Internetseite erhalten sie weitere Informationen zum Verfahren.

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