Am vergangenen Dienstag fand im Beckmann-Saal ein Vortrag zum Thema „Islam und Säkularisierung“ statt. Organisiert wurde dieser Vortrag von der Sektion Celle der „Gesellschaft für Sicherheitspolitik“. Namentlich ist hier Norbert Sprenger hervorzuheben, der seit Jahren Vorsitzender der GSP ist und nun als dieser sein Amt niederlegt.

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Wir geben hier nun ungekürzt und unkommentiert seine Einleitung zum Abend sowie seine abschließenden Worte wieder:

Einleitung

Guten Abend,meine Damen und Herren.

Was haben hier in Celle „Tim Mitchell & Band“, der Gitarrist Derrin Nauendorf, der chinesische Nationalzirkus „Shanghai Nights“ und in München der 1.FC Bayern München und Real Madrid mit der Celler Sektion der „Gesellschaft für Sichh.politik“ heute abend gemeinsam? Richtig! So wie Sie vermuten: Alle Genannten „buhlen“ heute abend um Ihre Gunst als Publikum. Und, „der Gewinner ist“: Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik! So lautet meine kühne These. Denn, meine Damen und Herren, wir 120 Personen hier heute abend im Beckmann – Saal haben eindeutig gewonnen! Denn nur wir können uns heute abend dank Herrn Prof. Peter Antes, – um das Fußballbild nochmals zu missbrauchen, nur wir können uns gleichsam auf Championsligue – Niveau dem gleichsam religionswissenschaftlich wie auch sicherheitspolitisch bedeutsamen Thema „Islam und Säkularisierung“ widmen.

Mein Name ist Norbert Sprenger. Ich bin der Leiter der Celler Sektion der „Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.“ – kurz GSP genannt. Ja, Sie haben richtig gehört, aus der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik“ wurde per Beschluss der Bundesversammlung am 8.4.14 in Berlin die Gesellschaft für Sicherheitspolitik, kurz die GSP.

Der Begriff Wehrpolitik ist weitestgehend aus dem wissenschaftlichen und politischen Sprachgebrauch verschwunden. Mit dem neuen Namen haben wir hoffentlich auch mehr Chancen, v.a. bei jüngeren Menschen ein wenig mehr Gehör zu finden als es in der Vergangenheit der Fall war.

Im Namen der Celler GSP darf ich Sie alle heute Abend hier im Beckmann – Saal des Kaiserin Auguste Viktoria Gymnasiums sehr herzlich begrüßen. Wir freuen uns ganz besonders auf den Referenten des heutigen Abends. Im Namen aller Anwesenden, darf ich Herrn Prof.em.Dr.Dr. Peter Antes und seine Gattin ganz herzlich begrüßen. Der Religionswissenschaftler Peter Antes, war bis Februar 2012 Geschäftsführender Direktor der Abteilung Religionswissenschaft des Instituts für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz – Universität Hannover.

Professor Antes spricht und diskutiert anschließend mit uns – bis 20.30 Uhr – über das Thema: “ Islam und Säkularisierung.“

Meine Damen und Herren. Über die Ziele der Gesellschaft für Sicherheitspolitik werde ich Sie am Ende der Veranstaltung informieren. Zusätzlich möchte ich noch einige organisatorische Hinweise Ihnen dann auch nicht vorenthalten.

Verehrte Damen und Herren, in Stichworten will ich ihnen nun, unseren heutigen Referenten vorstellen.

Peter Antes, 1942 in Mannheim geboren, studierte Religionswissen-schaft, kath. Theologie und Orientalistik in Freiburg/Br. und Paris, promovierte in Religionsgeschichte zum Dr. theol. und in Islamkunde zum Dr. phil.. Peter Antes wurde für „Religionsgeschichte und vergleichende Religionswissenschaft“ in Freiburg/Br. habilitiert. Von 1973 bis Feb. 2012 war er Professor in Hannover und leitete zuletzt als Geschäftsführender Direktor die Abteilung Religionswissenschaft des „Institut für Theologie und Religionswissenschaft“ der Leibniz Universität Hannover. Die Anzahl seiner Veröffentlichungen wird von den Websites der Deutschen Nationalbibliothek und der Leibniz – Universität mit mindestens 50 Büchern und mehr als 130 Artikeln angegeben.

Die Sektion Celle der „Gesellschaft für Sicherheitspolitik“, ist sehr froh, mit Herrn Professor Peter Antes einen der kompetentesten Islam-Experten in Deutschland zum vierten Mal innerhalb von 6 Jahren für einen Vortrag in Celle gewonnen zu haben.

DasThema des heutigen Abends lautet: “ Islam und Säkularisierung“. In Vorbereitung auf den heutigen Abend zog ich Klaus Hock’s “Einführung in die Religionswissenschaft“ aus meiner Bibliothek. Zusammengefasst steht dort auf S.105ff folgendes:

Säkularisierung bezeichnet einen Prozess, der im Deutschen noch am angemessensten mit „Verweltlichung“ wiederzugeben ist. Säkularisierung bezieht sich auf die Neutralitätserklärung gegenüber der Frage der religiösen Wahrheit, die von den Staaten vollzogen wurde, die als säkular einzustufen sind. Damit einhergehend wird die Religion aus der Öffentlichkeit verdrängt und in den Bereich des Privaten entlassen.

Der Islam hingegen kennt vom Grundsatz her keine Trennung von Religion und Staat. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts besinnen sich islamische Denker wieder auf ihre islamische Identität und prägen die Prämisse, “der Islam ist Religion und Staat.“

Ein Grundelement im Denken gläubiger Muslime ist die Religionsausübung in Gemeinschaft, womit eine Verdrängung in den Bereich des Privaten abgelehnt wird.

Und hier zeigt sich mir das Dilemma, vor dem wir stehen, in meiner Sprache formuliert stellt sich mir die Frage: Islam und Säkularisierung – geht das überhaupt, ist das überhaupt möglich? Und – daraus abgeleitet: Sind „islamisch orientierte Staaten“ denn überhaupt reformierbar, reformierfähig und reformwillig? Wenn nein, welche sicherheitspolitischen Auswirkungen können sich daraus nicht nur für die betroffenen Staaten selbst wie z.B. Ägypten, Türkei, die nordafrika-nischen Staaten, die Staaten im Nahen Osten, sondern auch für „uns“, für Europa, für Deutschland ergeben?

Ich hoffe, dass Prof. Antes mit seinem Vortrag über „Islam und Säkularisierung“ Licht in das Dunkel der Einschätzung der Reformfähigkeit islamisch orientierter Staaten in der Vergangenheit, besonders aber in der Gegenwart und Zukunft bringen wird.

Herr Prof. Antes, Sie haben das Wort.

Am Ende der Veranstaltung: Dank an Peter Antes für Rede und Diskussion:

Meine Damen und Herren, nun möchte ich Sie noch ein wenig in eigener Sache über die GSP aufklären, speziell über die Celler GSP Sektion.

Ihr gehören aktuell 128 Personen an, darunter 21 Damen. Der berufliche Hintergrund unserer Mitglieder spiegelt das weite Spektrum unserer Bevölkerung wider, sie finden vom Verwaltungsangestellten über Arzt, Ingenieur, Jurist, Soldat noch viele, viel weitere Berufe bei unseren Mitgliedern vertreten.

Das Ziel der bundesweit gut 7.000 Mitglieder der GSP ist es, mit ihren rund 100 Sektionen als überparteil., unabhängige und gemeinnützigen Organisation viele Spektren der Sicherheitspolitik in die Öffentlichkeit zu tragen. Für 20,– Euro Jahresbeitrag unterstützen Sie als Mitglied die sicherheitspolitische Zielsetzung der GSP. Familien- angehöruge sowie Schüler und Studenten werden und sind kostenfreie Mitglieder der GSP.

Außerhalb des Saales finden Sie neben dem Büchertisch Broschüren über die GSP, auch ihre Satzung und – völlig uneigennützig – Beitritts-erklärungen. – Dann finden Sie kostenfreie Exemplare der Monatszeitschrift „Europäische Sicherheit und Technik“.

Weiterhin habe ich Ihnen von der Bundeszentrale für Polit. Bildung unterschiedliche Exemplare der „APuZ“ mitgebracht. Dort finden sie Essays zu den Themen Bundeswehr, Internationale Sicherheitspolitik. Auf einem der Tische draußen vor der Tür befindet sich eine kleine gelbe Spendenbox, in die Sie sehr gern einen kleinen finanziellen Beitrag für unsere sicherheitspolitische Arbeit leisten mögen. Gern spreche ich damit besonders diejenigen unter Ihnen an, die nicht oder noch nicht Mitglieder der GSP sind. Ihre Spenden werden zu 100% zur Finanzierung weiterer sicherheitspolitischer Vortragsabende hier in Celle verwendet. – Wenn Sie mir Ihre Emailadresse zukommen lassen, dann erhalten Sie zukünftig Einladungen und Hintergrundinformationen zu den GSP Veranstaltungen durch mich. Weitere Details zur und über die GSP lesen Sie bitte auf unserer Website www.gfw-lb2.de/celle. –

Die nächste GSP-Veranstaltung der Celler Sektion hier im Beckm.- Saal wird am Dienstag, den 14. Oktober 2014 um 19.00 stattfinden: Der Politikwissenschaftler Peter Bauch M.A. wird zu folgendem Thema sprechen und aanschließend mit dem Publikum diskutieren:

„Vor neuer Eiszeit? Die russische Aussenpolitik und das Verhältnis zur EU.“ Für die Mitglieder der GSP möchte ich noch hinweisen auf die „Veranstaltung: Wahl des SL der Celler GSP. Dies wird am Mittwoch, den 4. Juni um 18.00 Uhr im Offizier-und Unteroffizierheim der Immelmann – Kaserne stattfinden. Routinemäßig findet alle 3 Jahre die Wahl des SL statt. Für mich persönlich ist dies heute hier die letzte Vortragsveranstaltung der GSP, die ich leiten darf. Aus gesundheitlichen Gründen stehe ich am 4.6. nicht mehr zur Wahl als SL der GSP Celle zur Verfügung. Ich bedanke mich sehr herzlich bei Ihnen allen, die so treu zu unseren Veranstaltungen gekommen sind.

Sicherheitspolitik fasziniert mich einfach. Meine Absicht als SL der Celler GSP war es, mit zur Erklärung vieler Facetten der Sicherheitspolitik beizutragen, Ihnen Vortragende aus Politik, Wissenschaft und Militär zu bieten, die in Verantwortung stehen und die aus ihrer Sicht sicherheitspolitische Aspekte uns, dem Publikum aufzeigen und mit uns über ihre Vorstellungen diskutieren.

Ich hoffe, diesem Anspruch gerecht geworden zu sein. Wenn es nicht immer gelang, so sehen Sie es mir nach. Als Kandidat für die Wahl zum neuen Sektionsleiter der Celler GSP am 4.6. hat sich Herr Heiko Wolff zur Verfügung gestellt. Herr Wolff ist seit vielen Jahren Mitglied unserer GSP und ist mit 38 Jahren zugleich mit eins der jüngsten Mitglieder unserer Celler GSP Sektion.

Vielen Dank auch Ihnen allen, meine Damen und Herren, vielen Dank für Ihren Besuch und auf Wiedersehen. Kommen Sie alle gut nach Hause und das nächste Mal, auch wieder zu uns.“

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