Nordwall-Halle: Rodenwaldt-Gruppe sieht noch rechtliche Möglichkeiten für Abriss-Stopp

Politik Von Extern | am Fr., 15.05.2020 - 13:20

CELLE. Mit zwei weiteren Anträgen an den Rat zum Erhalt der Nordwall-Halle möchte die Gruppe Ute Rodenwaldt-Blank / Dr. Jörg Rodenwaldt dem Gebäude neues Leben geben. Die Gruppe unterstützt eigenen Angaben zufolge mit einem reichhaltigen Pool von Ideen aus der Bevölkerung und von Fachleuten den bereits in der Ratssitzung am 27.02.2020 gestellten Dringlichkeitsantrag von Ratsherr Oliver Müller. Dazu teilt Jörg Rodenwaldt mit:

"Der Rat der Stadt Celle sollte den Beschluss über einen zeitnahen oder gegebenenfalls späteren Abriss der Nordwall-Halle an sich ziehen und in eine Ratssitzung direkt verweisen sowie dort beschließen, dass die Halle nicht abgerissen und einer Nachnutzung zugeführt wird. Ein Nachnutzungskonzept sollte gemäß des Ratsbeschlusses „Klima in Not“ vom 28.11.2019 erstellt und umgesetzt werden. Die Stadtverwaltung erklärte laut Ratsprotokoll, dass ein Heranziehungsbeschluss des Rates nicht mehr möglich sei.

Diese Aussage der Stadtverwaltung ist nach Rechtsauffassung der Gruppe rechtlich unzutreffend. Nach § 58 Abs. 3 Satz 1 NKomVG ist ein Heranziehungsbeschluss auch jetzt noch möglich. Hinsichtlich des Beschlusses über den Abriss der Nordwall-Halle ist, weil er bislang nicht ausgeführt wurde, nach der Natur der Sache ein abändernder Beschluss noch möglich. Der Rat kann sich daher vorbehalten, auch ohne Vorbereitung durch den Verwaltungsausschuss, den Beschluss über eine zeitnahe oder gegebenenfalls spätere Nachnutzung der Nordwall-Halle an sich zu ziehen." 

„Ein städteplanerisches Konzept mit einer holistischen und nachhaltigen Betrachtung ist mit einer alleinigen ökonomischen Analyse der alten Bausubstanz nicht zu rechtfertigen. Es sollte versucht werden, ein spannungsvolles Verhältnis zwischen Bestand und Neuplanung sowie Denkmalwürdigkeit und Stadtentwicklung in unserer Stadt herzustellen, das die Vielseitigkeit unserer historischen Bausubstanz unterstreicht“, erläutert Ute Rodenwaldt-Blank. „Eine enge Verknüpfung eines gesamtstädtischen Energiekonzeptes mit einem Stadtentwicklungskonzept würde weitere Optionen zum Erhalt von Fördergeldern kreieren,“ ergänzt Jörg Rodenwaldt. 

Ideen für ein Nachnutzungskonzept mit Förderpotenzial sind sind aus Sicht der beiden Politiker ein bauhistorisches Museum, ein Zentrum für Start-up-Unternehmen (Innovationszentrum), ein Bürgerhaus mit Veranstaltungs- und Seminarräumen oder ein Sport- und Bildungszentrum. Die Volkshochschule oder „Kunst & Bühne“ sehen sie als mögliche Kooperationspartner. Auch für die Geschäftsstelle des Kreissportbundes würde sich die innerstädtische Lage anbieten. Die Gruppe fordert Besonnenheit in der Umsetzung einer ganzheitlichen Stadtentwicklung und unterstützt dabei städtebauliche Leitgedanken der Stadt Celle: "Zukunft und Historie - Familie - Grün und Kultur - Wirtschaft und Arbeit - Freizeit und Sport".