Nutzung von abgefrästem Straßenmaterial für Wegeerhalt: UWG fordert Bescheinigung über Umweltverträglichkeit

Politik Von Redaktion | am Mo., 29.04.2019 - 20:55

WINSEN/ALLER. Ratsherr Horst Arndt der UWG Winsen (Aller) hat Bürgermeister Dirk Oelmann am Freitag aufgefordert, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Umweltverträglichkeit des Einbaus von abgefrästem Straßenmaterial im offenen Wegebau auf Sandwegen vorzulegen. Einen Tag zuvor hat nach Angaben der UWG die Kämmerin der Gemeinde, Anke Schumann, die Ortsbürgermeister von Winsen darüber informiert, dass diverse Feldwege in Winsen durch abgefrästes Straßenmaterial ausgebessert werden sollen. Das Material falle  bei der Reparatur der Landesstraße L 180 an.

Dazu teilt die UWG mit: "Grundsätzlich befürwortet die UWG die Ausbesserung von Wirtschaftswegen. Wenn diese Maßnahme jedoch mit abgefrästem Asphalt aus einer Deckschicht einer viel befahrenen Straße geschehen soll, die naturgemäß mit diversen giftigen Schadstoffen belastet ist, teilt die UWG die Sorge vieler Bürger um die Umwelt, und zwar solange, bis ein entsprechender amtlicher Unbedenklichkeitsnachweis vorliegt. Der Bürgermeister konnte eine Bescheinigung auf Umweltverträglichkeit nicht beibringen, ein Nachweis liegt der Gemeindeverwaltung offensichtlich auch nicht vor. Er verliert auch kein Wort darüber, ob er bei der Genehmigung dieses Vorhabens die Problematik einer Schadstoffbelastung des Asphalts geprüft hat. Aufgrund seines Verhaltens ist dieses nicht anzunehmen."

Oelmann hat laut UWG gegenüber Horst Arndt auch abgelehnt, sich um einen Nachweis zu kümmern. Stattdessen soll er es dem Ratsmitglied in despektierlichem Ton freigestellt haben, dieses selbst zu tun. Die UWG sieht im Verhalten des Bürgermeisters ein mangelhaftes Verantwortungsgefühl für die Umweltbelange in seiner Gemeinde. "Er ist nicht in der Lage, die Besorgnis von Bürgern zu verstehen und ist nicht gewillt, zur Aufklärung der Situation sachlich beizutragen", heißt es in einer Pressemitteilung der UWG. Da die Ausbesserungsarbeiten bereits heute beginnen sollen, sieht die Wählergemeinschaft Gefahr im Verzuge und hat eigenen Angaben zufolge noch in der Nacht das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises eingeschaltet, um die Rechtmäßigkeit des Einbaus von verbrauchtem Asphalt zu prüfen und gegebenenfalls den Einbau zu verhindern.