CELLE. „Eine Stadt steht auf – und das für eine gute Sache“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. „Ohne das Engagement der Bürgerinitiative wären wir in Sachen Ostumgehung ganz sicher nicht dort, wo wir gerade stehen“, ist sich das Stadtoberhaupt sicher. „Dass im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger nur gemeinsam und parteiübergreifend gehandelt werden kann und muss, versteht sich von selbst. Einzelaktivitäten irritieren und führen nicht zum Erfolg. Umso wichtiger ist es mir, noch einmal den Verantwortlichen der Bürgerinitiative ‚Weiterbau Ostumgehung Celle – jetzt‘ stellvertretend für alle engagierten Bürgerinnen und Bürger Danke zu sagen“, so Nigge weiter.

Nachdem am vergangenen Freitag im Rahmen der von der BI organisierten Demo Verkehrsminister Bernd Althusmann die gute Nachricht aus Berlin wiederholte, dass nunmehr 92 Millionen für den Weiterbau seitens des Bundes freigegeben wurde, lud er die Vertreter der BI zu sich ins Neue Rathaus ein. Vorher kam es zu Irritationen seitens der CDU, die den Erfolg der Bürgerinitiative allein für sich proklamieren wollte (CELLEHEUTE berichtete).

„Sie haben in kürzester Zeit unzählige Menschen mobilisiert, um Celle und vor allem die Menschen, die hier leben von Durchgangsverkehr und Lärm zu entlasten. Dafür gebührt Ihnen Respekt“, so Nigge in seinem Grußwort.

„Wir werden aufmerksam beobachten, ob den Worten auch Taten folgen“

Dr. Jens Dommes, Vorsitzender der BI: „Die überraschende Entscheidung in Berlin und Hannover freut uns sehr. Sie ist auf unseren massiven und lauten Protest seit Juni 2019 zurückzuführen. Das hat doch einige Verantwortliche aufgeweckt. Vorher war keine Bewegung in der Sache. Unser Oberbürgermeister Dr. Nigge hat schnell erkannt, dass hier Handeln gefragt ist. Er ist für uns als Stadtoberhaupt ein wesentlicher Unterstützer. Wir werden sehr aufmerksam beobachten, ob den Worten jetzt auch Taten folgen. Wir werden weitere Aktionen durchführen, wir werden weiter deutlich auf uns aufmerksam machen und immer wieder betonen: Die Ostumgehung muss lieber gestern als heute fertiggestellt werden. Wir lassen nicht locker, bis der letzte Bauabschnitt in Angriff genommen ist. Allen Teilnehmern an der Demo und den Organisatoren sowie zahlreichen Helfern gilt mein besonderer Dank. Die Demo war ein starkes Signal für Celle, Hannover und Berlin!“

BI sorgt für Umdenken in der Verwaltung – letztmaliger Einsatz vor 14 Jahren

Nigge weiß, dass es der starken Signale der BI zu verdanken sei, dass es vorangehe. Er hatte sich nach eigenen Angaben im Vorfeld parteiübergreifend mit einem Teil der Celler Abgeordneten aus Bundes- und Landtag im Schulterschluss für einen Weiterbau eingesetzt. Vorher hieß es aus dem Rathaus stets, dass man „nicht zuständig“ sei und man in Sachen Ortsumgehung nichts machen könne. Auf Nachfrage von CELLEHEUTE hatten sich letztmalig 2005 der damalige OB Dr. Martin Biermann gemeinsam mit Landrat Klaus Wiswe aktiv eingesetzt und eine Finanzvereinbarung mit dem Land unterzeichnet. Damit besiegelten sie seinerzeit die finanzielle Beteiligung der Celler mit insgesamt acht Millionen Euro am Bau des ersten Abschnitts der Ostumgehung.

Der Bürgerinitiative ist jetzt zu verdanken, dass in der Verwaltung ein Umdenken stattgefunden hat. Daraufhin verkündete Minister Althusmann, dass der Antrag auf Ausnahmegenehmigung beim Bund gestellt sei, mit dem Ziel, das nötige Geld bereitzustellen und damit den Sofortvollzug des Weiterbaus in Kraft zu setzen. Dieses Ziel ist jetzt als Teilerfolg erreicht.

„Dass wir nunmehr darauf hoffen können, dass es in Sachen Ostumgehung für uns alle weitergeht, ist weder der Erfolg eines Einzelnen, noch der Erfolg einer Partei oder Organisation allein, sondern vielmehr das Ergebnis, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen“, betont der OB. „Vergessen darf man aber auch nicht, dass dies nur ein kleiner Schritt war. Noch ist es dem BUND möglich Rechtsmittel einzulegen, sodass es noch längst nicht an der Zeit ist zu feiern. Dennoch war das ein wichtiges Zeichen, nicht mehr tatenlos zuzuschauen, sondern für Celle zu handeln.“

Gleichzeitig setzt er darauf, dass die Aktionen fortgesetzt werden. „Wir dürfen nicht müde werden, für unsere Stadt einzustehen“, appelliert er an die Mitglieder der BI und damit auch an alle CellerInnen. „Auch künftig heißt es, gemeinsam und überparteilich für Celle zu kämpfen. Denn schließlich liegen noch ein 4. und 5. Bauabschnitt vor uns, bis endlich der Verkehr über die Ostumgehung fließen kann.“

*Aktualisiert* BI Ostumgehung: „Wir sind keine CDU-Initiative“ – Lühmann und Bode kritisieren Partei-Inszenierung





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