CELLE. Das Schlosstheater Celle produziert in Kooperation mit dem Deutschen Erdölmuseum und der Gemeinde Wietze ein Theaterstück über die deutsche Erdölgeschichte, die in der Südheide und vor allem in Wietze ihren Ursprung hat. Die Handlung von „Öl-Fieber“ spielt zwischen 1899 und 1918 und greift dabei die entscheidende Phase der Ölförderung in Wietze auf. „Im historischen Blick zurück werden dabei heutige Fragestellungen zur gesellschaftlichen und technischen Entwicklung anhand menschlicher Geschichten gespiegelt und sinnlich erfahrbar gemacht“, so die Produzenten des Stücks.

Erstmals werde dieses bedeutende Stück der regionalen und deutschen Wirtschaftsgeschichte sowie der Sozialgeschichte in einem Theaterstück behandelt, einem Theaterstück, das interdisziplinär entstanden ist und unter Beteiligung der Ortsbevölkerung aufgeführt werden wird. Premiere wird am 19. Mai 2018 sein.

Zum Inhalt:

Nach dem großen Crash in Ölheim bei Peine investiert 1899 keiner mehr groß in deutsches Öl, außer vielleicht im Elsass. Wietze schlumumert auf seinen Ölfeldern, der große Erfolg blieb aus – bisher. Denn nun kommt ein erfolgreicher Ölmann mit seinem Sohn, Hans, und dem Bohrmeister Hasenpflug nach Wietze und will investieren. Doch zuerst kann er sich mit den Wietzer Landbesitzern nicht auf einen Pachtvertrag einigen. Zufällig entdeckt sein Sohn nördlich des Flüsschens Wietze eine Ölspur auf dem Grundstück der Familie Lemberg. Hans‘ Vater schwatzt der kranken Mutter Lemberg das überschuldete Land sehr günstig ab. Und genau dort, auf der sogenannten Teufelsinsel, gelingt die erste Wietzer Tiefenbohrung, die große Mengen von Öl zu Tage bringt. Ein Ölfieber setzt ein. Man braucht Holz für mehr Bohrtürme, Tanks für das Öl, Straßen müssen gebaut werden, die Schifffahrt muss auf die Aller können, Strom für die Pumpen wird benötigt.

Zur Enttäuschung des Vaters zieht es Hans jedoch nach Berlin, wo er eine berühmte Schauspielerin kennen und lieben lernt. Hans will studieren und sich künftig eher für die Rechte der Arbeiter einsetzen. Inzwischen wurde aus Paul, dem gleichaltrigen Sohn der Familie Lemberg, Hans‘ Freund und Mitarbeiter, der Wohnungen für die Arbeiter aus Polen und Galizien in Wietze bauen soll.

Der deutsche Ölbaron Rudolf Nöllenburg kommt in dieser Geschichte ebenfalls nach Wietze. Der erfolgreiche Unternehmer ist dabei, durch Firmen-Zusammenlegungen die DEA zu formieren, denn er hat erkannt, dass nur Fusionen die Öl-Wirtschaft zukunftstauglich macht. Und während die Öl-Bosse die Firmen zusammenlegen, gehen die Söhne auf der Seite der Ölarbeiter auf Konfrontationskurs. Als der 1. Weltkrieg ausbricht, wird das Ölgeschäft politisch und Amerika zum Feind. In Wietze geht man unter die Erde, um alles raus zu holen und mit der Verhärtung sämtlicher Fronten rafft das Ölfieber seine Figuren dahin – bis auf Hans, der diese Geschichte erzählt.

Stückentwicklung / Autor: Andreas Döring | Regie: Gerhard Weber

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