Log empty

Hermannsburg will Örtze-Park aufwerten

Örtze-Terrassen und Skaterpark statt Wildwuchs und Angstecken

24.08.2017 - 18:10 Uhr     zaulick    0
Fotos: Susanne Zaulick

HERMANNSBURG. Sieben Hektar „naturnahen und erlebbaren Naherholungsraum mit Wasserbezug“ gibt es inmitten von Hermannsburg. Was im Planer-Jargon etwas abstrakt klingt, kennt man im Ort unter dem Namen Örtze-Park. Die grüne Lunge wird von der Örtze durchflossen, zählt einen großen Teich mit Wasserbühne zu ihren Besonderheiten und bietet große Rasenflächen und einen Blick auf die ortbildprägenden Kirchtürme. Mit „viel Wildwuchs, eingeschränkten Blickbeziehungen, fehlendem Wasserbezug, schlecht sichtbaren Zugängen, unattraktiven Wegeverbindungen und verbesserungswürdiger Aufenthaltsqualität“ gibt es an der Grünanlage allerdings auch noch einigen Optimierungsbedarf, wie die Planungsbüros Sweco GmbH und Atelier Schreckenberg finden, die von der Gemeinde unter anderem damit beauftragt wurden, Visionen für den Örtze Park zu formulieren. Gestern wurden diese bei einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.

Anlass der Aktivitäten rund um den Park ist ein von der Landesregierung neu aufgelegtes Förderprogramm mit Namen „Zukunft Stadtgrün“. „Wir wollen gucken, dass wir eine der ersten Kommunen sind, die daraus Gelder beantragen“, erläuterte Bürgermeister Axel Flader in seiner Einführung. Daher ist ein strammer Zeitplan angesetzt: Schon am 29. August (19.30 Uhr im Freizeitzentrum Unterlüß) müsste der Rat nicht nur die Anmeldung für das Programm, sondern auch die Ko-Finanzierung der Maßnahmen durch die Gemeinde beschließen. Ein Drittel der Gesamtkosten, die sich letztlich nach dem Umfang richten, müsste die Gemeinde selbst tragen. Am 31. August sollen die Antragsunterlagen nach Lüneburg gebracht werden, wo sie bis 1. September vorliegen müssen.

Da für die Förderung ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) Voraussetzung ist, hat die Sweco GmbH auch hierfür schon mal den Rahmen abgesteckt: Ist-Zustand und Ziele werden in dem Konzept auf Grundlage der bisher schon erstellten Pläne festgeschrieben. Auch über das ISEK soll der Rat am 29. August abstimmen.

Für den Örtzepark stellte Marek Schreckenberg, Geschäftsführer des Atelier Schreckenberg, etliche konkrete Ideen vor, die gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe vor Ort entwickelt wurden. Vorgesehen wäre danach unter anderem: mehr Blickbezug zur Örtze, zum Beispiel durch Sichtachsen oder auch Sitzmöglichkeiten direkt am Fluss – im Bereich des Kanustegs zum Beispiel in Form von Terrassen, bessere Beschilderung, attraktivere Gestaltung der Eingänge, zum Beispiel mit Rosenbögen, ein Grillplatz am Teich, Freischneiden von zugewachsenen „Angstecken“, Umgestaltung bzw. attraktivere Gestaltung der Seebühne oder auch Sportangebote für jugendliche Nutzer. Letztere könnten im Bereich des Auteriver Platz verwirklicht werden, der ebenfalls in die Gestaltung einbezogen werden soll. Auch der Kinderspielplatz in diesem Bereich soll eine Aufwertung erhalten. Egal, ob letztlich ein Soccerfeld, ein Skaterpark, ein Niedrigseilgarten oder alles zusammen verwirklicht wird, eines soll für die jugendlichen Nutzer ebenfalls nicht fehlen: Freies WLAN im Park.

Die vorgestellten Ideen stießen teils auf Zustimmung, teils auch nicht. So wurde die Idee mit den Örtze-Terrassen im südlichen Bereich an der Sparkasse für gut befunden, den zweigeteilten Fuß- bzw. Radweg auf der Ostseite in einen breiten, für alle nutzbaren Weg zu verwandeln, indessen nicht. Am Auteriver Platz wurde von Bürgerseite zudem noch viel Spielraum gesehen, die Verkehrssituation auf dem Parkplatz bei dieser Gelegenheit gleich mit zu optimieren. Und der Heimatbund möchte vor Aufstellung eines neuen Buswartehäuschens das Modell in Augenschein nehmen. Schließlich soll ein allzu modernes Design nicht das historische Häuslingshaus am Platz „verschandeln“. Dass die Gemeinde bedenken solle, dass all die neuen Anlagen auch gepflegt werden müssten, mahnte ein weiterer Bürger an. Ein Vertreter der jugendlichen zukünftigen Nutzer, hatte diesbezüglich weniger Bedenken: Zur Parkpflege könnten doch auch mal die Bürger eingeladen werden, meinte der Schüler.

Eine Überlegung ist derzeit außerdem von Seiten der Gemeinde, ob die Brücke, die den Örztepark im Norden begrenzt, der so genannte Wehrsteg, im Zuge der Maßnahme erneuert und verbreitert werden könnte. Zunächst werde jetzt erst mal „umfassend“ gedacht“, meinte Bürgermeister Flader. „Was wir realisieren können, wird die Feinplanung ergeben.“

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.