"Demokratie im Hinterzimmer konterkariert" - Offener Brief für Erhalt des Bergener Bürgerparks

Politik Von Extern | am Do., 02.04.2020 - 12:34

BERGEN. Gegen die dauerhafte Schließung des Bürgerparks und dessen Rückbau (CELLEHEUTE berichtete), der mit Beschluss des Verwaltungsausschusses vom vergangenen Freitag nun vollzogen wird, sprechen sich zwei Dutzend Bergener Bürger in einem Offfenen Brief an den Stadtrat aus. Ihr Anliegen kann man in einer Petition unterstützen (https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-den-buergerpark-bergen) Auch die FDP-Fraktion hat zur aktuellen Situation Stellung genommen (s. unten). Beide Schreiben geben wir hier ungekürzt wieder:

Offener Brief Bergener Bürger:

"Sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates Bergen! 
Was ist -Demokratie?“ - in Bergen offensichtlich mit Füßen getreten und im Hinterzimmer konterkariert. Seit über 60 Jahren gehört der Bürgerpark fest zum Erscheinungsbild der Stadt Bergen. Erst vor wenigen Jahren wurde ein moderner Spielplatz für nicht wenig Geld errichtet, der von vielen Kindern und Familien regelmäßig genutzt wird und nicht mehr wegzudenken ist. Der Bürgerpark muss bleiben!

Der Eigentümer der Fläche und die Stadt Bergen hatten sich bereits auf einen Erhalt des Bürgerparks geeinigt. Für diese hatten auch der Orts- und Stadtrat gestimmt. Die Abstimmung im Verwaltungsausschuss mit acht Mitgliedern wäre demnach noch reine Formsache gewesen. Doch ausgerechnet hier haben vier der acht Mitglieder dagegen gestimmt! Vier Personen, wegen derer nun ganz Bergen auf den Bürgerpark verzichten muss? Das kann nicht sein!

Als Begründung wurden die Kosten von rund 30.000€ pro Jahr genannt, der Rückbau des Spielplatzes jedoch würde bereits 85.000€ kosten! Wo ist da die Verhältnismäßigkeit? Wir Berger Bürger kämpfen für unseren Park! Der Bürgerpark liegt im Herzen der Stadt, er macht Bergen schöner und Kinder glücklicher. Er gehört zu Bergen untrennbar dazu! Daher fordern wir den Stadtrat dazu auf, den Erhalt des Parks erneut differenziert zu diskutieren und bei einer Abstimmung an die vielen Kinder, Familien und Erholungsuchenden zu denken. Für uns alle wäre der Verlust immens! Für unser Bergen eine Katastrophe! Wir appellieren an Ihre Vernunft und an Ihre Macht als gewählte Vertreter: setzen Sie sich für das Wohl aller Berger Bürgerinnen und Bürger ein! Verlängern Sie den Pachtvertrag! Retten Sie den Bürgerpark!

Mit freundlichen Grüßen
Melanie und Sven Schönemann
Ingrid und Burghard Alm
Mirjam Brammer und Olaf Carstensen
Jacqueline Gadomski und Sascha Strohschneider
Heike und Werner Glatzel
Katja und Claas Hehlke
Gaby und Otfried von der Kammer
Adriane und René Lindloff
Bianca und Patrick Molkenthin
Annegret und Friedhelm Schmidt
Sigrid und Friedhelm Spekhan
Margit Menzel-von Zengen und Burghard von Zengen

Bergen, den 31. März 2020

Stellungnahme der FDP Bergen:

"An politischer Unverschämtheit ist der Vorwurf von Christian Böker (CDU) kaum zu überbieten, die FDP wie auch SPD zeigten mangelnden Sparwillen, wenn diese nach wie vor für den Erhalt des Bürgerparks eintreten. Dass ausgerechnet die CDU, die mit ihrer absoluter Mehrheit über Jahrzehnte mitverantwortlich für die Haushaltspolitik war und damit auch wesentlich für die  katastrophale Finanzlage der Stadt, auf deren Konto die für die Stadt und damit für den Steuerzahler 1,2 Mio teure Parkanlage mit Spielplatz(Danziger Bucht) geht, die bis 20019 es zuließ, das für die Unterstellung der Weihnachtsbuden jährlich 5000 € gezahlt wurden, uns nun mangelnden Sparwillen vorwirft, ist geradezu grotesk.

Den Bürgerpark mit seinem Spielplatz einzurichten hat auch einiges gekostet, das Grundstück wieder in seinen alten Zustand seinen Besitzern zu übergeben, wird ca. 80 000 € kosten und für die weitere Entwicklung des Stadtzentrums verloren gehen.

Walter Buhr hatte für die FDP in der letzten Ratssitzung einen Vorschlag eingebracht, der die Möglichkeit eröffnet hätte mit geringeren Kosten bei Vermeidung der Rückbaukosten den Park für die großen und kleinen Bürger Bergens zu erhalten. Diesen Antrag hatte die CDU mit ihrer Mehrheit abgelehnt und damit, was unüblich ist, auch die Beratung im Ausschuss verhindert.

Vielleicht sollte die CDU ihre eigene Rolle in der Vergangenheit einer kritischen Würdigung unterziehen bevor sie sich an anderen abarbeitet."