Offener Brief: "Schikane und Diskriminierung am AKH gegenüber Mitarbeitenden"

Leserbeiträge Von Extern | am Mi., 17.11.2021 - 16:59

CELLE. "Ich bin kein Impfgegner. Ganz im Gegenteil. Ich bin gegen alle gängigen Erkrankungen geimpft. Weil es sinnvoll und wichtig ist. Für MICH selbst. Nicht für andere. Aber was sich im AKH von Seiten des Vorstandes gegenüber ungeimpften Mitarbeitern mittlerweile täglich zuträgt, ist in Worte kaum zu fassen. Sie werden nicht nur auf’s schärfste diskriminiert, sondern auch täglich schikaniert. Ich weiß mir keinen anderen Weg als eine Art „offener Brief“ in der breiten Öffentlichkeit mit großer Reichweite, um mir bei diesem Vorstand und auch in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen."

Mit diesen Worten wendet sich ein/e Mitarbeiter/in des Allgemeinen Krankenhauses an uns. CELLEHEUTE liegen Klarname und der Nachweis einer tatsächlichen Mitarbeit vor. Zum Schutz der Person vor möglichen Konsequenzen werden wir diese nicht veröffentlichen. Wir geben den "Offenen Brief" wie gewohnt unzensiert und ungekürzt wieder. Das AKH ist entsprechend vorab informiert und zu einer Stellungnahme eingeladen.

"Sehr geehrter Herr Windmann, sehr geehrter Herr Caesar.

In den vergangenen Wochen und Monaten musste ich vermehrt feststellen, dass ich, wie auch viele meiner Kollegen und Kolleginnen als ungeimpfter Mitarbeiter ganz klar diskriminiert und ja, sogar schikaniert werde. Da frage ich mich: was ist hier los? Als mein Arbeitgeber haben Sie nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Nämlich unter anderem auch eine Fürsorgepflicht. Und diese Fürsorgepflicht haben sie nicht nur gegenüber Ihren geimpften Mitarbeitern, sondern gegenüber ALLEN Mitarbeitern! Ob dick oder dünn, ob schwarz oder weiß, ob Arzt oder Reinigungsfachkraft, ob geimpft oder ungeimpft! Dieser Fürsorgepflicht kommen Sie allerdings nicht nach.

Eine Tatsache hat mich in diesen Wochen ganz besonders aus der Fassung gebracht. Und zwar eine Aussage und damit eine ganz klare Positionierung des Vorstandes. Die Tatsache, dass ungeimpfte Mitarbeiter sich (anders als geimpfte Mitarbeiter) nicht nur 3x Woche auf Corona testen lassen müssen, sondern obendrein diese Testergebnisse nun nicht mal mehr ausgehändigt bekommen sorgte bei einigen Betroffenen zunächst für große Verwunderung! Der Betriebsrat hat ganz offen Auskunft über die Intention dahinter gegeben. Demnach möchte der Vorstand, eben Sie sehr geehrter Herr Windmann bzw. sehr geehrter Herr Caesar, nicht, dass ungeimpfte Mitarbeiter sich mit diesen Testergebnissen außerhalb des Krankenhauses einen Vorteil verschaffen, indem sie damit Zutritt zu beispielsweise einem Restaurant bekämen… WIE BITTE?! Darauf möchte ich doch gern mal etwas näher eingehen.

Man gängelt allein ungeimpfte, gesunde Mitarbeiter in dem man sie 3x die Woche zum Testen antreten lässt. Ganz ungeachtet der Tatsache, dass geimpfte Mitarbeiter ebenso Träger und Überträger des Coronavirus sein könnten. Und diese meines Erachtens nach somit die wirklichen Gefährder sind, da sie das Virus , nichts ahnend, da sie ggf. symptomlos sind, an Mitarbeiter, Patienten und Besucher weitergeben. Echte Superspreader eben. Geht es hier also wirklich um Gesundheit? Jetzt ist es also seit neuestem verboten diese Ergebnisse dem Getesteten auszuhändigen. Ungeimpfte sollen keinen Vorteil davon haben. Meine Frage: Von was für einem Vorteil reden wir hier bitte? Wenn ich negativ getestet bin, bin ich nun mal negativ getestet. Daran ändert sich auch nichts, wenn ich mich zusätzlich noch mal in einem Testzentrum außerhalb des Krankenhauses testen lasse. Es ist für mich lediglich ein Mehraufwand.

Warum freuen Sie sich nicht einfach, dass Mitarbeiter sich in ihrer Freizeit einen Ausgleich zur Arbeit schaffen in dem sie ins Kino oder ins Restaurant, ins Sportstudio oder zur Massage gehen? Das schafft Lebensqualität, Glückseligkeit, körperliche wie geistige Gesundheit. Macht es Sie zufriedener oder gar glücklicher, wenn Sie jedem „Querulanten“ einen Mehraufwand bescheren können? Sie machen sich offenbar nicht nur Gedanken darum den Sicherheitsstandard in der Klinik auf ein hohes Niveau zu heben, sondern Sie machen sich ernsthaft noch Gedanken darum, dass  „Ungeimpfte“ sich in ihrer Freizeit „einen Vorteil“ erhaschen könnten?!? Sagt diese Aussage nicht viel mehr über Sie, als über mich aus? In Zeiten der gesellschaftlichen Spaltung durch die Politik, sollte es da nicht Ihre Pflicht und gleichermaßen in Ihrem Interesse sein, Ihren ungeimpften Mitarbeitern einen geschützten Raum zu bieten? Einen Raum in dessen Mitte jeder gleichgestellt ist, auch wenn er sich vorerst, oder ganz und gar gegen eine freiwillige Impfung entschieden hat? Stattdessen reihen Sie sich ein, in den Teil der Gesellschaft, der eine regelrechte Hetzjagd auf Ungeimpfte macht.

Nicht nur werden Mitarbeiter-Testergebnisse aus dem AKH nicht ausgestellt, nein, es kommt noch besser: in einem Schreiben ließ man verlauten (Zitat): „Testergebnisse von (zertifizierten Testzentren) außerhalb des AKH werden vom AKH nicht anerkannt“ ! Aber die Rede ist hier nicht etwa von Besuchern oder Patienten. Nein, die Rede ist von den eigenen Mitarbeitern! Testbescheinigungen von Mitarbeitern von außerhalb, werden also vom AKH nicht anerkannt… Wird hier etwa die Glaubwürdigkeit der Testbescheinigungen von außerhalb, oder gar die der eigenen Mitarbeiter in Frage gestellt? Das lassen wir mal einen Moment wirken…

Obendrein wird Mitarbeitern sogar der Zutritt zu internen Fortbildungen untersagt, wenn sie kein negatives Testergebnis vorweisen können. Und das nicht etwa, weil sie keinen Test haben, sondern weil sie diese internen Bescheinigung ja nun nicht mehr ausgehändigt bekommen…

Laut Ihrem Rundschreiben ist es nicht notwendig sich VOR Dienstbeginn auf Corona testen zu lassen. Der Test kann irgendwann im Laufe des Dienstes erfolgen. Bei Nachtschicht auch gern NACH dem Dienst, da die Teststation lediglich von 6:30 Uhr bis 14:45 Uhr besetzt ist und die verpflichtende Testung somit weder VOR noch WÄHREND der Nachtschicht möglich ist. Ein ungeimpfter Mitarbeiter darf demnach den ganzen Tag / die ganze Nacht ungetestet am und mit Patienten arbeiten, bekommt allerdings ohne Testnachweis (den er neuerdings nicht ausgehändigt bekommt) keinen Zutritt zu einer Fortbildung?!

Darüber hinaus haben sich in den vergangenen Tagen und Wochen mehrere geimpfte Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet und dürfen wie selbstverständlich weiter mit und am Patienten arbeiten (unter Einhaltung des Tragens der gängigen Schutzausrüstung).

Wenn wir mal ehrlich sind, sehr geehrter Herr Vorstand, dann geht es hier doch schon lange nicht mehr um Gesundheit und erst recht nicht um Sicherheit… Hier geht es ganz offenbar nur noch um Schikane! 

Zudem hat sich Ihr Ton gegenüber ungeimpften Mitarbeitern doch sehr verschärft. Zitat aus Ihrem letzten Rundschreiben: „Die Testung ist verpflichtend, näheres regelt eine entsprechende Betriebsvereinbarung. Die Testpflicht wird kontrolliert, bei Nichteinhaltung sind Sanktionen vorgesehen.“

Der Tonfall und die Wortwahl sprechen hier wohl für sich. 

Es ist prinzipiell löblich, dass Sie die Sorgen und Ängste einiger Mitarbeiter, bzgl. einer Ansteckung mit Corona ernst nehmen. Es ist allerdings höchst verwerflich und sehr befremdlich, dass die Sorgen und Ängste der Mitarbeiter, die bislang keine Impfung vorweisen können oder möchten, offenbar nicht von Interesse sind. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle meine persönlichen Sorgen und Ängste trotzdem gerne erläutern.

Ich für meinen Teil habe -salopp gesagt- keine Angst vor Corona. Laut RKI beträgt die Überlebensquote in meiner Altersgruppe rund 99,9%. Das Risiko eines schweren Verlaufs mit notwendiger intensivmedizinischer Behandlung oder gar Beatmung, ist ebenfalls sehr gering in meiner Altersklasse. Gegenüber dieser Tatsache steht die Impfung. 

Eine Impfung nehme ich immer in ALLER erster Linie für MICH! Um MICH SELBER vor einer bestimmten Krankheit zu schützen. Jeder, der sich durch die Impfung einen Schutz vor Corona verspricht, konnte sich mittlerweile impfen lassen. Ich für meinen Teil möchte keinen Schutz durch diese Impfung. Meine Patienten schütze ich, in dem ich stets eine adäquate Schutzausrüstung trage und 3x die Woche einen Schnelltest machen lasse, auch wenn ich vollkommen gesund bin.

Frage: wen genau gefährde ich jetzt ihrer Meinung nach noch? Oder wirkt die Impfung meiner Kollegen nur dann, wenn ich mich auch impfen lasse? Bin ich getestet nicht sogar  besser geschützt als meine geimpften Kollegen, die sich nicht alle zwei Tage testen lassen? Schließlich kann ich nachweisen, dass ich nicht an Covid erkrankt bin. Geht es hier wirklich um Gesundheit? Die Impfung schützt nicht vor Ansteckung. Sie schützt auch nicht davor, das Virus zu übertragen. Darüber hinaus weiß niemand was diese mRNA Impfung langfristig in meinem Körper anrichtet. Was sie mit meinem aktuell vollkommen gesunden Immunsystem macht. Was sie mit meinem Nervensystem macht. Oder was sie mit meinem Herzkreislaufsystem macht. Und obwohl all diese Fragen noch nicht geklärt sind, wissen wir eines doch sehr genau. Niemand wird die Haftung übernehmen, wenn ich durch diese vollkommen neue und meines Erachtens nach unzureichend erforschte Impfung zu schaden komme. Niemand! Oder zahlen Sie mir, sehr geehrter Herr Vorstand, den Umbau zu einem behinderten gerechten Haus, wenn ich nach dieser mRNA Impfung anschließend beispielsweise einen schweren Schlaganfall erleide? Oder auf einem, oder gar auf beiden Augen plötzlich erblinde? Kommen Sie, sehr geehrter Herr Vorstand, für meine Familie auf wenn mir etwas im Zusammenhang mit dieser Impfung passiert? Sie brauchen nicht antworten. Ich kenne die Antwort bereits. Anders als bei herkömmlichen Impfungen zahlt mir bei dieser experimentellen Impfung mit bedingter Zulassung niemand einen Schadensersatz wenn mir wirklich ein Schaden durch diese Impfung entsteht. 

Diese Erklärung hilft Ihnen hoffentlich endlich, meine Entscheidung zu respektieren und zu akzeptieren.

Ich bin kein Impfgegner. Ganz im Gegenteil. Ich bin gegen alle gängigen Erkrankungen geimpft. Weil es sinnvoll und wichtig ist. Für MICH selbst. Nicht für andere. Ich bin auch kein Querdenker. Ich trage in meiner Freizeit auch ganz bestimmt keinen Aluhut. Genauso wenig bin ich ein Covidiot, ein Schwurbler oder Nazi! Und doch muss ich mir solche Beleidigungen hier im AKH gefallen und mich wie ein Mensch 2. Klasse behandeln lassen. Weil ich ehrlich gesagt wirklich Angst habe. Nicht vor Corona, sondern vor dieser Impfung! Und so geht es vielen hier im Haus. Wir alle haben ein Recht auf Selbstbestimmung. Und wir haben Persönlichkeitsrechte. Beides wird derzeit nicht respektiert! 

Ihre Ignoranz und Ihre diskriminierende Haltung, sehr geehrter Herr Vorstand, könnte Ihnen möglicherweise bald um die Ohren fliegen. Denn eines kann ich Ihnen ohne zu zögern sagen: Allerspätestens dann, wenn eine sogenannte Impfpflicht für‘s Gesundheitswesen kommt, ist mein Beruf für mich passé. Und damit bin ich nicht alleine. Einige der älteren Kollegen und Kolleginnen beschäftigen sich bereits mit dem Thema Altersteilzeit und vorzeitiger Renteneintritt. Die Kündigungen der Kollegen und Kolleginnen in den vergangenen Wochen (die teils sogar 40 Berufsjahre vorweisen konnten) haben Sie, sehr geehrter Herr Vorstand, wort- und kommentarlos hingenommen. Diese so dringend benötigten Pfleger und Pflegerinnen haben nicht gekündigt, weil sie im Lotto gewonnen haben, sondern weil es mittlerweile unerträglich ist, diesen Beruf weiter auszuüben.! Viele der  jüngeren Kollegen und Kolleginnen sind bereit sich zu verändern. Das Gesundheitswesen komplett hinter sich zu lassen. Umzuschulen. Denn attraktiv ist dieser Beruf schon lange nicht mehr. Schlechte Bezahlung, keine Wertschätzung, anhaltender und sich in der kommenden Zeit noch dramatisch zuspitzender Pflegenotstand in allen Bereichen. Ihre Drangsalierungen und anhaltende Ignoranz machen es im Übrigen nicht besser. Eine Impfpflicht wäre nur noch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen würde. Sie würden sehr schnell ein ziemlich großes Problem in der Gesundheitsversorgung ihrer Patienten haben. Können Sie es sich leisten, all diese Stellen durch unflexible und teure Leiharbeiter zu besetzen, wo sie den Notstand jetzt schon kaum kompensieren können?

Sich in Zeiten, in der eine Minderheit offen ausgegrenzt, diskriminiert, diffamiert und schikaniert wird, als Arbeitgeber hin zu stellen und zu äußern, man wolle nicht, dass Ungeimpfte sich einen Vorteil hier – oder daraus verschaffen, macht fassungslos! Sie sollten sich was schämen!

Ungeimpfte. Dieses Wort klingt mittlerweile überall wie ein Schimpfwort! – Du Ungeimpfter. Bist du ungeimpft? Er/sie ist ungeimpft. Ungeimpfte haben keinen Zutritt- 

Das erinnert doch sehr an zurückliegende Zeiten… Und Sie machen da mit?!

Es ist Ihre (Fürsorge-) Pflicht, DEM Einhalt zu gebieten, anstatt dieses noch anzufeuern! 

Abschließend möchte ich Ihnen noch sagen: Meine Freiheit endet nicht da, wo anderer Leute Angst beginnt!

Ich hoffe doch sehr, Sie nehmen sich diese Zeilen mal zu Herzen und fangen endlich an uns mit Anstand und dem nötigen Respekt wertzuschätzen, anstatt uns zu behandeln als wären wir Ihre Untertanen. 

Denn: SIE brauchen UNS sehr viel dringender, als wir Sie!!