Celle startet ins Bauhaus-Jubliäum: Fünf Veranstaltungen in dieser Woche

CELLE. In dieser Woche gibt die Stadt Celle offiziell den Startschuss für das Bauhaus-Jubiläum „100 Jahre Bauhaus - Otto Haesler in Celle“ mit gleich fünf Veranstaltungen vor Ort. Der Fokus soll dabei auf die einzelnen Bauten Otto Haeslers gelegt werden. „Haesler hat das Neue Bauen in Celle in den 20er-Jahren geprägt“, berichtet Stadtbaurat Ulrich Kinder. Der Vorsitzende der Otto-Haesler-Stiftung freut sich besonders auf die Premiere des Theaterstücks „Haesler, für ein neues Celle“, das vom Schlosstheater Celle inszeniert wird. Die Premiere findet morgen um 20 Uhr im Direktorenhaus statt.

Als Spielort wird das von Haesler gebaute Direktorenhaus dienen. Die Interaktion mit den Räumlichkeiten biete viele Möglichkeiten. „Mit 49 Zuschauerplätzen im Wohnraum des Hauses ist es ein sehr intimes Theaterstück geworden. Die Handlung findet direkt am Ort des Geschehens statt“, so Chefdramaturg Matthias Schubert. Die drei Schauspieler Thomas Wenzel, Tanja Kübler sowie Stefanie Winner werden in verschiedenen szenischen Collagen verschiedene Rollen aus Haeslers damaligem Umfeld verkörpern. „In dem Stück begegnen sich Verfechter und Gegner des ‚Neuen Bauens‘, treffen programmatische Erklärungen auf Geschmacksurteile, kollidieren Träume von einer Stadt der Zukunft mit der sozialen und politischen Realität“, heißt es in der Beschreibung des Schlosstheaters. Lediglich Haesler tritt nicht in Erscheinung, sodass es bei seiner Person bei Mutmaßungen bleibt.

Am Freitag, 10. Mai, steht im Rahmen eines Festaktes der Stadt das Schaffen Haeslers und seine Bedeutung für die Stadt im Mittelpunkt. Hier wird die Bauhaus-Bahn im Anschluss ihre erste Stadtrundfahrt zu den Höhepunkten des Haesler-Erbes antreten. „Da die Gebäude nicht nahe aneinander liegen, haben wir in Zusammenarbeit mit Müller's City-Express eine weitere Stadtführung erstellt. Dazu gibt es wie gewohnt natürlich einige Information zu den Haesler-Bauten über die Lautsprecher“, sagt Marcus Feuerstein, Leiter in Marketing & Kommunikation der Celle Tourismus und Marketing GmbH.

Wer die Rundtour zu Fuß bewältigen möchte, kann sich nun an den Info-Stehlen der insgesamt sieben Haesler-Gebäude orientieren. Neben Informationen - auch in englischer Sprache - zeigt ein Stadtplan den Weg zum nächsten Haesler-Haus. Auch wenn noch nicht alle Bauten restauriert werden konnten, kümmere man sich um die nötigen Finanzmittel. So könne die Restauration aller Gebäude nicht in diesem Jahr fertiggestellt, aber zumindest begonnen werden.

Am Samstag, 11. Mai, wird zudem das Haesler-Museum wiedereröffnet. Dieses nehme den sozialen Wohnungsbau in den Fokus, der dem Architekten zu seiner Bekanntheit verholfen habe. „Das Museum besteht aus einem ehemaligen Wasch- und Badehaus. Wir wollen den Menschen in den Vordergrund rücken. Daher werden sowohl die Architektur als auch die sozialen Hintergründe der Wohnungsnot in den 20er-Jahren betrachtet“, fasst Rudolf Becker, Geschäftsführer der Otto-Haesler-Stiftung, die Ausstellung zusammen. Das Museum kann ab nächster Woche von Mittwoch bis Samstag von 13 bis 18 Uhr im Galgenberg 13 in Celle besichtigt werden.

Die Ausstellung wäre ohne die enge Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Celle kaum machbar gewesen. Das Stadtarchiv beherbergt nach Aussage der Stadtverwaltung das größte Architekturarchiv Niedersachsens. „Haesler hat damals schon viel Wert auf die Außendarstellung seiner Häuser gelegt und hochwertige Fotos anfertigen lassen. Diese wollten wir nicht in den Schubladen verkommen lassen, sondern haben sie aufgearbeitet“, sagt Sabine Maehnert, Leiterin des Stadtarchivs Celle. Das Resultat ist eine Fotoausstellung, die donnerstags, freitags und samstags besichtigt werden kann. Der Besuch der Ausstellung lässt sich mit dem neuen Rundweg verbinden.

Weitere Informationen sind unter www.neuesbauen-celle.de zu finden. Das Bauhaus-Jubiläum wird unter anderem von der Stadt Celle, der Otto-Haesler-Stiftung und -Initiative, der Sparkasse Celle, der CTM und der SVO unterstützt und durch den Lüneburgischen Landschaftsverband und das Land Niedersachsen gefördert.