BERLIN/BERGEN. Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks und der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold übergaben am 28. Juni 2017 in Berlin die Förderurkunden und Plaketten an die Träger, Initiatoren und Beteiligten der 23 Projekte, die ab 2017 im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert werden.

Unter den Bürgermeistern und Projektträgern der Förderkommunen aus ganz Deutschland nahmen der Bürgermeister der Stadt Bergen Rainer Prokop, Projektmanager Stephan Becker, der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten Dr. Jens-Christian Wagner und Berater Dr. Ottfried Franke die Glückwünsche entgegen. Mit der Auszeichnung des IBB-Projekts verbunden ist eine Fördersumme von 3,62 Millionen Euro.

Hendricks: „Ich beglückwünsche alle ausgezeichneten Kommunen zu ihren ausgezeichneten Projekten. Ihr Engagement zeigt, dass der deutsche Städtebau innovative und hochwertige Lösungen zu bieten hat.“

„Ich freue mich, dass unsere langjährige Idee einer Internationalen Begegnungsstätte in Bergen nun Wirklichkeit werden kann”, erklärte Bürgermeister Rainer Prokop bei Entgegenahme der Förderurkunde. „Wir in Bergen sind stolz darauf, unser Vorhaben zu den herausragenden Premiumprojekten des Städtebaus und der Baukultur in Deutschland zählen zu dürfen. Die IBB ist ein Meilenstein für die Stadtentwicklung von Bergen und soll uns als Stadt des Friedens und der Internationalität eine besondere Visitenkarte sein. Mit ihr können wir über Ländergrenzen hinaus neue Akzente setzen.” Das Antragsverfahren der Stadt Bergen auf Fördermittel des Bundes war von der Niedersächsischen Landesregierung ausdrücklich unterstützt worden. Darüber hinaus hatten mehr als ein Dutzend Institutionen und Personen, ob in exponierter Stellung in Celle, Hannover, Berlin und aus dem Ausland oder in Verantwortung für Vereine in Bergen die Daumen gedrückt und unterstützt. „All den Mutmachern bin ich besonders dankbar”, so Prokop.

Zu den Kooperationspartnern gehört auch Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Er strebt mit der Stadt Bergen eine Partnerschaftsvereinbarung zur IBB an und will den Programmbetrieb unterstützen. Wagner: „Die IBB ist für die Gedenkstätte Bergen-Belsen von großem Wert. Deshalb werden wir uns nach Baufertigstellung am pädagogischen Programm beteiligen und dies zügig noch im Herbst 2017 mit der Stadt Bergen vereinbaren. Dazu zählt ein Informationsgrundangebot über Bergen-Belsen, zum Beispiel der Aufbau einer IBB-Bibliothek. Auch am Bildungsprogramm wollen wir uns aktiv beteiligen. Die Gruppen, die pädagogische Angebote der Gedenkstätte und künftig des geplanten Bildungszentrums in der benachbarten Kaserne Bergen-Hohne in Anspruch nehmen, sollen in der IBB nicht nur untergebracht, sondern dort mit Unterstützung der Gedenkstätte auch didaktisch betreut werden.“

Nun beginnt viel Arbeit. Auf dem Programm für das zweite Halbjahr 2017 stehen der internationale städtebauliche und Architektenwettbewerb, die mit Expertise begründete Standort- und die Betreiberauswahl. Am 14. September 2017 werden sich die Initiatoren des Projekts, die seit 2014 kooperieren und mit zwei transparenten Workshops eine wichtige Grundlage für den erfolgreichen Antrag lieferten, wieder zum Status des Verfahrens in Bergen treffen und am Abend gemeinsam zum Bürgerdialog ins Stadthaus einladen. Nach dem nun erfolgten offiziellen Start für die IBB wird es im weiteren Verfahren einen öffentlichen Diskussionsprozess sowie Informations- und Kommunikationsformate geben, in die viele Bürger und Akteure eingebunden werden.

Hintergrund: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt im Rahmen des Projektaufrufs 2017 insgesamt 65 Millionen Euro zur Verfügung. Aus insgesamt 90 Projektanträgen mit einem Antragsvolumen von rund 320 Millionen Euro hatte eine interdisziplinär besetzte Jury am 14. Februar 2017 insgesamt 23 Siegerprojekte ausgewählt. Seit der Einführung des Programms Nationale Projekte des Städtebaus 2014 gab es insgesamt 647 Bewerbungen. 108 beispielgebende investive sowie konzeptionelle Projekte mit besonderer nationaler oder internationaler Wahrnehmbarkeit und hoher fachlicher Qualität wurden bis heute als Premiumprojekte auf den Weg gebracht. 2017 liegt der Schwerpunkt wie schon im Vorjahr u. a. bei der Konversion von Militärflächen und dem demografiegerechten Umbau von Städten und Gemeinden.

BU: Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks (2. v. l.) übergibt die Urkunde zur Internationalen Begegnungsstätte Bergen IBB als Nationales Projekt des Städtebaus und die Plakette an Bürgermeister Rainer Prokop (neben ihr). Mit dabei (v. l. n. r.): Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Projektmanager Stephan Becker, der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold und Berater Dr. Ottfried Franke (links)

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