CELLE. Karstadt, Telcoland, sogar Drogerie Müller – alle Läden dicht, die Schaufenster beklebt. So zeigen sich seit heute einige Geschäfte in der Celler Innenstadt. Ihre Botschaft: Wenn ihr nicht in der Heimat einkauft, wird die Innenstadt sterben. Die IHK Lüneburg-Wolfsburg hat die Aktion an 20 Orten in Niedersachsen initiiert, die vor Ort vom Stadtmarketing mit Unterstützung von sieben regionalen Sparkassen umgesetzt wird. Darunter sind Bergen und Winsen (Aller) – Celle hat sich erst nachträglich angeschlossen.

Die IHK möchte mit „Heimat shoppen“ den stationären Handel stärken, sagt Projektleiter Harald Kätker: „Wir wollen den Menschen bewusst machen, dass sie durch den Besuch in der Stadt und den Einkauf vor Ort ihr eigenes Lebensumfeld selbst mitgestalten.“ Denn die örtlichen Betriebe böten aus seiner Sicht viel mehr als die reine Versorgung der Menschen mit Waren und Dienstleistungen: Sie zahlen an ihrem Standort Steuern und tragen so zu einer guten öffentlichen Infrastruktur in den Gemeinden bei. „Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu mehr Lebensqualität“, sagt Kätker.

Viele Händler sehen ihren „Feind“ im Online-Handel. Diese Schwarz-Weiß-Denke können die Leser unserer Facebook-Ausgabe nicht unbedingt nachvollziehen. Mirko Berge empfiehlt, die Möglichkeiten des Internets besser zu nutzen und damit sowohl Program als auch Service zu erweitern. „Wünschenswert wäre auch eine schönere und moderner Präsentation der Waren in den Geschäften. Gerade bei Karstadt stelle ich immer wieder fest, dass hochpreisige Produkte chaotisch in der Ausstellung liegen oder total verstaubt sind. Das animiert mich nicht zum Kaufen.“

Denise Urbach geht nicht mehr in die Stadt, weil ihr „die Öffnungszeiten von den Geschäften zu doof sind. Mein letzter Stand war, dass fast alle erst ab 10:00 Uhr geöffnet haben. Da wäre es besser, den verkaufsoffenen Sonntag abzuschaffen und die Geschäfte lieber früher zu öffnen.“

Alexandra Zahn sieht auch die Stadtverwaltung in der Pflicht: „Solange die Parkpolitik in Celle nicht geändert wird, werde ich mich nicht diesem Stress aussetzen, bei Shopping immer nur an meine Parkzeit zu denken, weil hinter der nächsten Hausecke der Aufschreiber lauert. Das, liebe Celler Politiker, killt die Stadt!“

Abschluss der Aktion ist am 8. und 9. September in Celle, Bergen und Winsen (Aller).

Folgende Städte machen bei Heimat shoppen mit:

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Eine Antwort zu “„Ohne Euch, ohne uns“ – Karstadt, Optik & Co. „machen dicht“”

  1. Gregor Roloff sagt:

    Warum ich in Celle kein Geld ausgebe: Erst muss ich auf der Anreise aufpassen, dass der Landkreis mit seiner Verkehrsüberwachung mich nicht penetriert, dann stehe ich in Celle bei jeder Ampel vor rot, weil die grüne Welle ein Fremdwort ist. Das Parkplatz-Problem mit der Abzockerrei bei den Parkscheinen gibt mir auch nicht das Gefühl hier richtig zu sein. Die unterschiedliche Schliessungszeiten verwirren mich und geben mir das Gefühl in den 90er zu sein. Wenn ich im Anschluss noch was esse, muss ich auf dem Heimweg extra langsam fahren, weil selbst die Hauptverkehrsstraßen zu einer 30-Zone mutiert sind, wegen fragwürdiger Lärmbelästigung. Kauft euch doch kein billiges Haus an der Hauptverkehrsstraße und beschwert Euch dann über Lärm. Ich möchte mich als Konsument nicht auf Euch einstellen, sondern Ihr alle solltet Euch auf den Konsumenten einstellen, wenn Ihr sein Geld haben möchtet. Ich kaufe nicht im Internet, sondern fahre lieber nach Hannover oder Hanburg, da ist einkaufen ein Erlebnis und macht von vorne bis hinten Spaß.

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